Siegel, S.: Über die Genauigkeit der Höhenbestimmung der neutralen Punkte usw. 109
Die Abweichungen der einzelnen Meßwerte von der Ausgleichskurve sollen
nun als wirkliche Einstellfehler angesehen werden. Errechnen wir daraus den
mittleren Einstellfehler der Einzelmessungen, so ergibt sich:
f = + 0.579,
Dabei muß beachtet werden, daß
die Ausgleichskurve nicht den wirklichen Punktverlauf darzustellen
braucht, weil derselbe möglicherweise auch unstetige Änderungen auf-
weist. Ist das der Fall, so folgt daraus bei dieser Art der Fehler-
bestimmung natürlich eine Vergrößerung des mittleren Fehlers,
Die Messungen wurden, wie Simpson selber angibt, unter ungünstigen!)
äußeren Bedingungen durchgeführt, so daß aus diesem Grunde die
Einstellgenauigkeit bei dieser Beobachtungsreihe sicher geringer ist,
als es nach den von uns gewonnenen Zahlen zu erwarten ist.
Es ergibt sich jedenfalls, daß aus dieser besonders geeigneten Meßreihe tat-
sächlich ein Ergebnis abgeleitet werden konnte, das von gleicher Größenordnung
ist, wie die nach unseren Untersuchungen erhaltenen Fehler. Der verhältnis-
mäßig große Wert ist durch die Methode und durch die ungünstigen äußeren
Bedingungen erklärbar.
2. Beispiel,
Meßreihe von Arnsberg 5. V. 1909,
Fassen wir für eine störungsfreie Periode die Ergebnisse der Einzelmessungen
zusammen, so ergeben sich Kurvenformen wie die in Figur 1 dargestellte für
1910, das nach allen Untersuchungen
sehr rein gewesen sein muß. Dabei
haben sich die‘ kleinen, wirklich auf-
tretenden Schwankungen und die Beob-
achtungsfehler herausgemittelt, so daß
der Kurvenverlauf für völlig ungestörte
Bedingungen erhalten wird. Durch-
blättert man nun die Ergebnisse ein-
zelner Meßreihen, so findet man ge-
legentlich einzelne Tageskurven, die
bei der Buschschen Zusammenstellung
einen ideal zu nennenden Verlauf auf-
weisen. Das gilt z. B. für die A-Kurve
von Arnsberg vom 5. V. 1909,
Wenn diese Kurve ohne wesent-
liche Unregelmäßigkeiten mit Hilfe des
Quadranten erhalten werden konnte, so
dürfen wir daraus folgern, daß die bei
den einzelnen Messungen auftretenden Einstellfehler sich bei der Zusammen-
fassung herausmitteln. Dafür kann uns eine kurze Rechnung die Bestätigung
geben. Nimmt man an, daß für jedes Sonnenhöhenintervall von 1° etwa sechs
Messungen vorliegen (was einer guten Durchmessung entspricht), so würde aus
dem auf S. 105 angegebenen Fehler der Einzeleinstellung von
f= + 0,.26°
für den mittleren Fehler des Mittels folgen?®):
0.26
fm = + 7 — = + 0.119
. VS
Ein Fehler dieser Größe verursacht jedoch bei der Kurvendarstellung keine
merkliche Abweichung vom idealen Gang.
IV. Zusammenfassung.
Die Fehleruntersuchung von Smosarski wird kritisch betrachtet, wobei
bemängelt werden muß, daß seine Methode der Fehlerbestimmung keine Trennung
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Siehe Anmerkung 6. — 18) Siehe Anmerkung 9.