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Full text: 70, 1942

Freiesleben, H. C.: Höhenstandlinien in der Seckarte nach Garcia. 101 
In höheren Breiten kann es u. U. auch erwünscht sein, eine gekrümmte 
Höhengleiche einzuzeichnen. In diesem Fall werden nicht nur zwei Wertepaare 
gg und 2, sondern mehrere entnommen und damit ein gebrochener Tangentenzug 
gezeichnet. 
Der Vorteil der Methode ist auch darin zu sehen, daß eine Berechnung des 
Azimutes nicht nötig ist. Ferner ist die Methode wohl die einzige, die in ein- 
facher Weise gekrümmte Höhengleichen annähernd zu zeichnen gestattet, weil 
das Entnehmen mehrerer Punkte der Zentralkurve fast nicht mehr Arbeit ver- 
ursacht, als das Entnehmen nur zweier Punkte. Als Umfang der Höhentafel 
gibt Garcia etwa 500 S. eines normalen Buchformats an. 
8 4. Beispiel. 
Am 7. September 1940 sei von einem Ort mit den gegißten Koordinaten 
p= 46° 30’N und 2 = 9° 15’ W der Kimmabstand der Sonne mit 20° 2.5’ aus einer 
Augeshöhe von 5 m gemessen worden. Die Berechnung des Stundenwinkels wird 
etwas anders vorgenommen als sie auf deutschen Schiffen üblich ist, indem der 
Stundenwinkel für Greenwich berechnet wird: 
Chr. 17h 7m 37.58 
MGZ. — Chr. — 3 2 5 
MGZ. 17 4 26 
entg.e —- * 6 
Tarp 47? 5 20 
twestlLo. 5 2 20 in Gradmaß 75° 35 
Nun geht man in die Tafel mit der Höhe ein, die der beobachteten Höhe 
am nächsten liegt, also bei 20° 12’ in die Tafel für h==20°, und zwar für h 
gleichnamig ö. Für die Zentralkurve 
h = 20° sollen drei Wertepaare g, 2 
ermittelt werden, um vorzuführen, daß 
dies gegenüber den zwei hier erforder- 
lichen Wertepaaren kaum Mehrarbeit 
verursacht. In der numerischen Tafel 
würde man in die Spalte d = 6° ein- 
gehen und durch Verwendung der er- 
wähnten kleinen Interpolationstafel, 
die auf einem Blatt untergebracht 
werden kann und der Tafel lose bei- 
yegeben wird, würde man dann zu 
den Breiten 45, 46 und 47 die zuge- 
hörigen Werte des Ortsstundenwinkels 
erhalten. In der graphischen Form 
der Tafel stellt man unmittelbar unter 
ö= 5° 56’ diese drei Werte von t fest, 
Man hat also folgende Wertepaare er- 
halten: 
pp = 45° t= 679° 31’ 1=8° 4’W 
P=46 t=67 13 Ä=8 22 W 
D= 47 t=66 53 Ä=8 42 W. 
Die Werte von £/, die in der letzten 
Spalte angegeben sind, folgen un- 
mittelbar aus dem Ortsstundenwinkel 
und dem Stundenwinkel für Greenwich 
in Gradmaß tcr = 75° 35. Die drei Punkte, die durch die vorstehenden Wertepaare 
von @ und 2 bestimmt sind, sind Punkte der Zentralkurve für die Höhengleiche 20° 
zur Zeit der Messung. Sie werden in der Seekarte eingetragen (Abb, 4) und um 
sie werden drei Kreise mit 12 sm als Radius geschlagen, wobei die 12 sm vom 
Rande der Karte abgenommen werden. Die Tangenten, die anzulegen sind, 
werden westlich gezeichnet, da das Gestirn westlich steht. Die Überlegung ist 
die gleiche wie bei der Festlegung des Leitpunktes der Standlinie durch hy —h;,. 
Der durch die Tangenten sich ergebende Kurvenzug, im vorliegenden Falle bleibt 
allerdings die Krümmung unmerkliech. ist die Standlinie. 
hh.aä
	        
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