Freiesleben, H. C.: Höhenstandlinien in der Seekarte nach Gareia. 99
in der Merkatorkarte befolgen sie das Gesetz des Maßstabes der Merkatorkarte.
Wenn die Zentralkurven hinreichend eng gelegt sind, ist es also sofort möglich,
von ihnen aus die zwischenliegenden Höhengleichen zu konstruieren, indem der
Unterschied in Höhe zwischen Zentralkurve und gesuchter Kurve den Radius
sämtlicher im einzelnen zu zeichnender Kreise liefert.
$ 3. Gebrauch einer Tafel der Zentralkurven für Höhengleichen.
Die Höhentafel, die einer Zeichnung von Höhenstandlinien nach Gareia
zugrunde liegt, muß also Angaben enthalten, um für jeden Bildpunkt eine Reihe
von Zentralkurven zeichnen zu können, Die Konstruktion der zwischenliegenden
übrigen Höhengleichen ist dann unmittelbar möglich. Wie muß diese Höhentafel
nun aussehen?
Es genügt, für sämtliche Bildpunkte auf einem Meridian eine Anzahl von
Zentralkurven voraus zu berechnen; denn wenn auch die Bildpunkte eines
Gestirns auf der Erde von seinem Stundenwinkel für Greenwich abhängen, so
ändert sich doch der Verlauf der Höhengleichen um den Bildpunkt damit nicht.
Vielmehr ist die Lage der einzelnen Höhengleichen zum Bildpunkt gegeben
durch Breite und Ortsstundenwinkel des Gestirns, Wertepaare von Breite und
Stundenwinkel bestimmen also die einzelnen Zentralkurven. Sie müssen hin.
reichend dicht angegeben werden, um sicherzustellen, daß die um sie beschrie-
benen kleinen Kreise Hüllkurven ergeben, die tatsächlich mit den gesuchten
Höhengleichen zusammenfallen.
Der Bildpunkt des Gestirns auf dem Meridian ist bestimmt durch die Ab-
weichung des Gestirns. Die Abweichung ist also im vorliegenden Fall der
Gruppenwert. Sie bezeichnet eine ganze Schar von Höhengleichen. Als Eingangs-
wert ist sie aber nicht zu empfehlen, da sie die einzige Größe ist, bei der ohne
Schaltung nicht auszukommen ist. Als Eingangswert eignet sich vielmehr die
für die Zentralkurve kennzeichnende Höhe. Die Tafeln müssen also folgendes
Bild haben (s. Tab. 1):
Als Eingang dient ein auf Grade abgerundeter Wert der Höhe, als hori-
zontales Argument dient die Abweichung, als vertikales Argument die Breite
Tabelle 1, Stück einer numerischen Höhentafel nach Garcia,
-
100
{41
2
13
14
45
16
17
18
10
h= 200
Do 10 90 2) 290 | 40 2: mo 2 40 „on
Ko 1 290 2. 10° 1196 19e
6329 09 6425 09. 6520 09 6614 09° 5707 09. 6800 09: 6851 09 6943 08 7033 08 7123 08 7215 08 7302 08
5304 09 6401 70. 64585 09 6554 09 6650 09 6744 09 6838 09 6931 09 7024 09| 7116 09 7208 09 7259 08
6236 10 6326 20 6436 J0 6534 20: 5631 09 67285 09] 6524 09 6419 09 7014 09| 7108 09 7202 09 7255 09
6207 10 6310 70° 6412 10, 6512 10 5612 10 6711 19 6809 70 6906 09: 7003 09| 7049 09 7155 09 7250 09
6137 17 6242 71 6346 I7 6419 70: 6551 10. 6652 10 6753 19 6852 10° 69A1 10 7050 70 7147 09 7245 09
6104 17 6212 71 6319 77 6425 11 3529 IZ 6633 I0| 6735 70 6837 40: 5939 10 7039 70 7139 70 7239 10
6031 12 6141 72 6250 17 6359 71. 5506 JI 6612 I 6717 71 621 17| 6925 10| 7028 70 7130 10 7232 10
5954 12 6108 72 6220 12 6331 72 5441 77 6549 IH 657 ZI 6804 ZF 6910 11 7015 77 7319 71 7224 11
5916 13 6032 73 6148 72 6301 7° **"* 72. K525 12 6636 72 6745 11 $854 IL 7002 71 7109 11 7215 11
5835 13 505 77 KYIR 12 A720 17? RB46 79° BAOQ0 19 6618 72 A792 79° ARR7 79 A947 79: 7057 17 70086 17
7351
7349
7347
7345
7342
7338
7333
7327
7321
3a
und als Tafelwert der Stundenwinkel. Um den Umfang der Tafel nicht unnötig
groß zu machen, findet allerdings von einer gewissen Lage der Höhengleichen
ab eine Vertauschung von vertikalem Eingang und Tafelwert statt, denn bei
einem Verlauf in der Nähe des Gestirnsazimutes von 90° schneidet die Höhen-
gleiche rasch hintereinander eine Anzahl von Breitengraden und eignet sich
daher zur Tabulierung mit den Breiten als Eingang. Wenn das Gestirnsazimut
45° überschreitet, werden die Schnittpunkte mit den Stundenkreisen häufiger,
und infolgedessen wird der Stundenwinkel als Eingang zweckmäßiger. Durch
besonderen Druck der Tafel, z. B. oben schwarz, unten rot, kann sichergestellt
werden, daß keine Verwechslungen vorkommen.
Als Form der Tafel kann nun eine numerische Form gewählt werden, wie
dies in Tab. 1 geschehen ist, oder eine graphische. Wie schon bemerkt, muß mit
dem horizontalen Eingang Abweichung eine kleine Schaltarbeit geleistet werden.