Kleinere Mitteilungen,
Bis 1931 hatte Junkers 178 Patente, 55 für Motoren- und 78 für Flugzeug-
bau, trotzdem mußte Junkers am 22. III. 1932 seine Zahlungen einstellen.
1 Million Warmwasserapparate und Heizöfen (Kalorifer) hatte er bis 1932 ge-
baut. Abtrünnige vom Werk verschlimmerten die Krise. Wieweit die Personal-
politik des allzu frei denkenden Junkers dazu beitrug, sei dahingestellt. Oft gab
Junkers mehreren Mitarbeitern die gleiche Aufgabe, was teils Leerlauf bedeutete,
teils zu Eifersucht und Meinungsverschiedenheiten im Werk führte.
Und doch erstand gerade im Krisenjahr 1932 die erste G 38-D 2500, das
viermotorige, größte Landverkehrsflugzeug der Welt. Der Wirtschaftsprüfer für
Junkers sagte 1933 in seinem Gutachten: „Die Junkersbetriebe stellen in ihrer
Kangordnung und in ihrem wirtschaftlichen Wert Gebilde höherer Art dar als die
Industrieunternehmungen landläufiger Art. Sie sind als Prototyp einer Industrie
anzusprechen, die sich auf Grund planmäßiger Forschung stetig verjüngt und
damit auch die sonst so schwierige Absatzfrage der Gegenwart und Zukunft ent-
wicklungsmäßig und planvoll vorbereitet und meistert. Damit zeigt Junkers be-
sonders der deutschen Industrie jenen Weg, der ihr in Anpassung an die natür-
lichen Grundlagen Deutschlands vorgezeichnet ist.“
Am 17, X, 1933 schied Junkers aus seinem Werk aus und zog nach München,
um neuen Problemen nachzugehen. Er wollte Häuser aus Metall und Blech
bauen, besonders ein großes Deutschland-Hochhaus, in Fortsetzung seines Baus
von Metall-Wohnhäusern für die Tropen, Das Welthaus sollte phantastisch hoch
werden. Diesen Plänen machte sein Tod, am 3. II. 1935, infolge eines Magen-
und Gallenleidens ein Ende.
Was Junkers zur Förderung des friedlichen Weltverkehrs geleistet hat, werden
wir erst nach dem Krieg, wenn das Zeitalter des Weltluftverkehrs beginnt, voll
würdigen. Selbst im ersten Kriegsjahr 1939 wurde der ganze Flugverkehr in
Afrika südlich des Aquators durch die South Africa Airways ausschließlich mit
10 Junkers-Flugzeugen durchgeführt. Der „große Forscher und Kämpfer“ Junkers
war Pionier im Luftverkehr. Die Fhugzeugwerften der ganzen Welt haben sämt-
lich aus seinen technischen Leistungen gelernt und nach Aneignung der Grund-
lagen nur Zweigwege eingeschlagen.
Seit Versailles verhinderten die heutigen Feindstaaten, wo sie konnten, die
Ausbreitung unseres Weltverkehrs zur Luft, z. B. in Asien und China, wohin wir
‚uftverkehrstechnische Expeditionen gesandt hatten, und im Nordatlantik, wo
ebenfalls die Deutsche Lufthansa unter v. Gablenz die Vorbereitungen getroffen
und die Probeflüge einzig dastehend durchgeführt hatte. Selbst ein friedlicher
deutscher Zeppelin-Luftverkehr über den Nordatlantik wurde von den Ameri-
kanern nicht zugelassen. Paul Perlewitz.
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Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
K. Keil: Bibliographie der aerologischen Literatur
1940 bis 1941. Berlin 1941. Npringer-Verlag,
Vorwort und 46 Blatt mit je 8 Karten. 2 RM.
Mit vorliegender Lieferung legt K. die 8. Folge
der Bibliographie der aerologischen Literatur vor,
Wenn auch diesmal der Friedensumfang nicht
arreicht wird, so sind doch wiederum viele Arbeiten,
die in Zeitschriften des feindlichen Auslandes er-
schienen sind, genannt. Daß die trotzdem noch
vorhandenen Lücken später aufgefüllt werden, des
kann man gewiß sein, denn auch in der vor-
liegenden Lieferung werden noch Arbeiten aus den
Jahren 1929 bis 1939 aufgeführt, ein Zeichen, daß
der Verfasser bemüht ist, nicht nur das Neueste
zu bringen, sondern auch anf Vollständigkeit Wert
jegt. Dafür zeugt auch. daß Literatur von Grenz.
vebieten angeführt wird, so z. B. eine Arbeit aus
{em Gebiet der Welteislehre über die „Beobachtung
nes Eiseinschusses.“
So wird mit der vorliegenden Veröffentlichung
ine Reihe fortgesetzt, die einen wesentlichen Bei-
rag zur meteorologischen Literatur liefert. Ref.
’esitzt selbst die ganze Reihe und kann daher die
Vichtigkeit und Nützlichkeit dieser Bibliographie
‚fs beste beurteilen, Besonders hervorzuheben
at, daß durch Angabe der Kennziffer der Dezimal-
ilassifikation bei jeder Arbeit die Anlage einer Kar-
othek, die es erst gestattet, die Bibliographie richtig
ınd vollständig auszunutzen, sehr erleichtert wird.
Das Ziel des Verfassers: Eine billige, nütz-
iche und bequeme Hilfe für alle aerologischen
Arbeiten zu liefern, ist erreicht. G. Pogade.