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Volltext: 70, 1942

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1942. 
wurden. Inzwischen wuchs in Deutschland 1923 bis 1925 der Luftverkehrs- und 
Flugplatzgründungstaumel, der mit 30 Gesellschaften trotz Übertreibung den 
Deutschen einen Vorsprung im Weltluftverkehr brachte. Der Wettbewerb der 
beiden größten Gesellschaften, Aero-Lloyd und Junkers brachte beiden Nachteile, 
die durch die Vereinigung in der Deutschen Lufthansa 1926 behoben wurden. 
Nach dem deutsch-russischen Vertrag von Rapallo im Jahre 1922 ist die 
Gründung der russischen Junkerswerke in Fili bei Moskau bemerkenswert. „Die 
leitenden Konstrukteure von Junkers waren mehr in Moskau als in Dessau.“ 1925 
hatte Rußland genug gelernt und zog die ausländischen Konzessionen zurück. 
Junkers wurde vom Reich nicht entschädigt und eine schwere Krise begann, von 
der Junkers sich aber bald erholte, 
Nacheinander hatte Junkers die vergrößerte F 13 als erstes Großflugzeug G 24, 
später G 31, dazu W 33, die „Allerweltsmaschine“ des „Bremen“-Typs, auch für 
Schädlingsbekämpfung (der Forleule) benutzt, und W.34, die alsbald sieben Welt- 
rekorde erwarb und als beste Maschine für Fliegeraufnahmen galt, heraus- 
gebracht. 
Vor allem waren Junkers Flugzeuge klimabeständig. auch in den Tropen, das 
bewährte sich u. a. bei seiner Neuguinea-Gesellschaft mit W 34 und G31, die die 
Goldminen bei Bulolo kolonisierten, ein „Werk, das einzig dasteht“. U. a. beför- 
derten die Junkersmaschinen dort vier Bagger von je 1200 t, Stück für Stück, 
mit 2.5 t schweren Wellen durch die Luft, 
1927 bis 1932 hatte Junkers auch für Persien das Monopol im Luftverkehr 
ausgeübt ohne einen einzigen Schaden, 23 Weltrekorde hatte Junkers innerhalb 
fünf Monaten (1927) erflogen (11 davon mit G 24), dazu durch W 33 den Dauer- 
vrekord. 1928 kam der erste Ost — West-Atlantikflug mit W 33 „Bremen“ mit 
Junkers-Motor. 1929 erreichte W 33 den Welt-Höhenrekord, und 1931 hielt sich 
diese Maschine sechs Tage lang bis zu ihrer Errettung im Nordatlantik 
schwimmend. 
Das Jahr 1929 brachte durch G 38, das 23 t-Flugzeug (41 Pers.) entscheidende 
technische Neuerungen in der Vervollkommnung des Nurflügelflugzeugs, Im Post- 
verkehr wurde G 38 für Berlin— London eingesetzt. 
1930 erschien Ju 52, ein Frachtflugzeug mit einem Motor und 1933 die Ju 52 
mit drei Motoren als Schnellfugzeug. Sie war die Krönung im Flugzeugbau von 
Junkers und leistet auch im Krieg wertvollste Dienste. Darüber wird erst später 
zu berichten sein. 
Hatte der erste Schwerölmotor von Junkers 1907 noch 5 kg Gewicht pro PS 
in einem Flugzeugmotor von 50 PS, so wog 19833 der 750 PS Jumo 4 nur noch 
0.92 kg/PS. Dieser Motor „bedeutete für die ganze Motorenforschung der Welt 
ein Phänomen“. 
In seinem Zielstreben löste Junkers mit seinem Meister Knick und seinem 
ersten Mitarbeiter Professor Mader seine Probleme mit dämonischer Gewalt und 
sagte: „Der Kampf ist alles. Den Kampf muß man immer bejahen und annehmen. 
Ich werde noch im Grabe mit den Würmern kämpfen.“ Im Kampf und in der 
Arbeit lag sein Glück. 
Im Jahre 1931 kam die große internationale Wirtschaftskrise, insbesondere 
über Deutschland, Auslandunternehmen von Junkers in der Türkei und Rußland 
brachten große Verluste. Nicht 2 Mill, RM hatte das Reich zur Rettung übrig, 
nachdem Junkers alle Erträgnisse, allein 1929 6 Mill. RM vom Reingewinn, in seine 
Forschungsanstalt gesteckt hatte, und sein Konzern 19830 einen Umsatz von 
35 Mill. RM bei einer Belegschaft von 5000 Mann hatte. Dabei war die For- 
schungsanstalt von Junkers für Deutschland überhaupt nicht zu bezahlen, U. a. 
hatte er seit langem Kurbelwellen auf Bruch untersucht und verbessert, einen 
Torsiographen für seine Untersuchungen gebaut und vieles mehr, Trotzdem 
warf man ihm vor, daß die Forschungsanstalt „das Werk blutleer gemacht habe“. 
In Wirklichkeit hatte sie 1926 bis 1932 sogar 1 Mill, RM Überschuß gebracht, 
was wohl einzig in der Welt dasteht, Auch die Lizenz für den Ju-Schwerölmotor 
brachte steigend Geld ein, aus England 1933 allein 1 Mill. RM.
	        
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