Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1942.
Zuversicht diesen Umschwung. Um zu greifbaren Ergebnissen zu gelangen,
schien mir gerade die über 110 Jahre umfassende Reihe von Helsinki 1829/1940
in besonderem Maße geeignet, denn sie gestattete, meine Untersuchung auf beide
Periodizitäten — die 100- wie die 24jährige zu erstrecken; vor allem die letztere
tritt in Skandinavien und Finnland bei den Wintertemperaturen sehr gut in
Erscheinung (s). Ich wandte drei verschiedene Methoden an: 1. die fortlaufende
(übergreifende) Bildung der Abweichungen t XII bis II von 1830 bis 1940, 2. die
Gruppierung von je 12 Jahren, 3. die Korrelierung der Abweichungen vom
Mittel mit 24 und zur Festlegung der Tatsache zeitlicher Konstanz auch mit
23 und 25 Jahren Zeitabstand. Auf die Säkularperiode soll später noch kurz
hingewiesen werden,
Tabelle 15. Die Wintertemperatur von Helsinki 1830 bis 1940.
1. Methode ZUM Maxima °C Minima °C
838 ...
862...
887...
1909...
934 ..
{E
1851... — 1.0
1872... — 1.6
1897... — 0,5
19... 0.0
Periodenlänge: Maxima 24, 25, 27, 25, im Mittel 24 Jahre.
Minima 21, 25, 22, im Mittel 22.7 Jahre.
Wir erhalten somit nach der 1, Methode eine Periodenlänge von, 23 bis
24 Jahren. Die mittlere Abweichung der Maxima beträgt + 0.8°C, die der
Minima — 0,8°C.
Tabelle 16 Nach Methode 2 liegt das Mittel der Maxima bei — 5.0°, das
2. Methode: der Minima bei — 5,9°, somit ist die Amplitude der 24jährigen
Gruppierung. Periode nach dieser Methodik 0,9°; sie ist naturgemäß kleiner
„°OXILbisIT als die auf Grund der fortschreitenden Abweichungen berechnete.
1833/1844 ... —F Die 3. Methode bzw. die Korrelation der 4t XI bis II Hel-
1845/1856 ... —/ sinki 1830 bis 1916 mit den entsprechenden Werten 24 Jahre
RER —” später, also 1854 bis 1940, ergibt r = + 0.26, (87 Jahre); mit
nn 23 Jahren [1831 bis 1916 bzw. 1854 bis 1939] erhält man
1893/1904 . . r= —0.06, mit 25 Jahren [1830 bis 1915 bzw. 1855 bis 1940]
1905/1916 . . “ ergibt sich r = — 0.01, Somit liegt die Periode einwandfrei bei
BE zo 24 Jahren. Mag die Beziehung +0,26 auf den ersten Blick
7 ” auch nicht besonders eng erscheinen, so ist vor allem die sehr
lange 87gliedrige Reihe ebenso in Betracht zu ziehen wie die sogar negativen,
wenn auch praktisch völlig wertlosen Korrelationen der 23- bzw. 25jährigen Ab-
stände. Die strengen Winter 1940 und 1941 entsprechen somit den ebenfalls
kalten Wintern 1916, 1917 bzw. 1892, 1893. — Die Erwartung des Aufhörens
der milden Winter in Finnland wie allgemein in höheren Breiten unseres Erd-
teiles ist mithin ohne jegliche zeitliche Störung in der 24jährigen Klimaschwankung
eingetroffen. Ebenso hat sich auch ME&merys Säkularperiode glänzend bewährt:
kalte Winter 1740, 1838, 1840, 1841, 1940, 1941.
Die Klimaschwankung der Polargebiete (9).
Die ganz außergewöhnliche Erwärmung vor allem der Wintermonate im
hohen Norden, besonders in Spitzbergen, die unmittelbar nach den in diesem
Raume sehr kalten Wintern 1916 bis 1918 einsetzte und zumal im letzten Jahr-
fünft ungemein hohe positive Abweichungen erreichte, ist die wohl bedeutendste
und vielleicht unerforschteste Erscheinung makrometeorologischer Anomalien;
sie ist besonders von Scherhag eingehend untersucht und durch zahlreiche
Diagramme und Tabellen belegt worden. Da in der Arktis sowohl in Grönland
wie in Spitzbergen die winterliche Temperaturzunahme in den letzten beiden
Jahrzehnten bedeutend höher war als in mittleren Breiten, ergab sich eine weit-
gehende Abschwächung des winterlichen Temperaturgefälles in der Richtung
auf die Arktis zu, ja es kam zuweilen zu einer Umkehr dieses Temperatur-
gradienten, [X], II 1929 Mitteleuropa wie auch die „Western Plains“; Ohama
z. B. kälter als gleichzeitig die grönländische Westküste unter 70° N; II 1932