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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 70 (1942)

Groissmayr, F. B.: Die 24jährige Witterungsperiode, 
Maximawerten, besonders dem von 1928. Die 2. Dekade zeigt bei 1915 ein sehr 
tiefes ausgeglichenes Minimum, obwohl dieser Einzelsommer selbst sehr 
naß und kühl war und in die Witterungschronik der U. S. A, als „summerless year“ 
einging. In vermindertem Maße gilt dies auch für 1891, 
Viele Anzeichen sprechen jedoch dafür, daß die ganz ungewöhnliche Hitze- 
und Dürreperiode besonders des „Mittelwestens“ ihren Höhepunkt nunmehr 
bereits überschritten hat, eine Tatsache, die sich nicht nur aus der 24jährigen, 
sondern auch einer 100jährigen Periode, deren Existenz ich ebenfalls für diese 
Gebiete bereits durch einige eindrucksvolle Beispiele bewiesen zu haben glaube (1), 
ergibt, ja sich zwangsläufig ergeben muß, Eine weitere Steigerung der beispiel- 
losen Hitze jener Gebiete wie Zunahme der Dürre ist nämlich wohl unmöglich; 
auch die agrartechnischen Einflüsse [die zunehmende Entwaldung und dadurch 
bedingte Zerstörung der Ackerkrume und beginnende Versteppung einerseits 
wie der insbesondere die Sommertemperatur steigernde Einfluß zunehmender 
Vergrößerung der Städte anderseits] dürften nicht überschätzt werden und geben 
keine genügende Erklärung, Läßt sich für eine derartige Untersuchung der 
Beitrag der Entwaldung im wärmesteigernden, niederschlagsmindernden Sinne 
nicht feststellen, so doch der sog. „Stadteinfluß“. Zu dem Zwecke habe ich die 
Großstadt „Kansas City“ mit — 400000 Einwohnern mit der Mittelstadt „Concordia“, 
gleichfalls im Staate Kansas in bezug auf die Julitemperatur untersucht und die 
erstgenannte Stadt auch auf den Juliregenfall nach Dekaden 1891 bis 1940 
(Tabelle 6) sowie (St, Louis + St. Paul) :2 sogar für ein volles Jahrhundert für 
den Niederschlag allein (t in °C, Regen in cm). 
Tabelle 6. 
Kansas } 
VI | AtVIT 
Concordia 
34 3 
Kansas, 
b)eren VIT 
(St. Louis + St. Paul) : 2 
Regen VII 
1891/1900... 
1901/1910... | 
{911/1920 ... | 
1921/1930... 
1931/1940... 
„A X 
256 57 
26.5; 02 
25.9 | — 04 
28.7 2.4 
Der Juliregenfall zeigt sowohl in Missouri, Minnesota wie Kansas eine dauernde 
Abnahme seit 1891 von Jahrzehnt zu Jahrzehnt; in Kansas herrschte von 1927 
bis 1940 eine Folge von 14 zu trockenen Julimonaten! Das Dezennium 
1931 bis 1940 hatte nur 35% des Regenfalles jener von 1891 bis 1900. In 
Concordia war jeder der letzten 11 Julimonate von 1930 bis 1940 zu heiß, ja 
der kühlste Juli [1933] war um 0.6°C wärmer als der wärmste von 1920 bis 
1929. — Im 19, Jahrhundert waren die Sommer im 5. Dezennium besonders im 
Lustrum 1846 bis 1850 nach den Messungen von St, Paul wie besonders denen 
von St. Louis sehr naß. Diese Periode feuchter Sommer ist der Säkularperiode 
[Mömerys 100jährige Klimaschwankung] zufolge jetzt fällig; sie wird meiner 
Überzeugung nach bestimmt eintreffen, wenn auch die oben genannten Momente 
agrartechnisch ungünstiger Auswirkung zu einer leichten Verflachung des Nieder- 
schlagsmaximums führen mögen. . 
Die Niederschläge von März bis August in NW-Island. 
Die Niederschlagsabweichungen in Stykkisholm im Frühling + Sommer von 
1870 bis 1906 von den entsprechenden 24 Jahre später [also 1894 bis 1930] geben 
die sehr beachtenswerte Korrelation 0.51, wobei die 3 unausgeglichenen Maxima 
auf die Jahre 1875, 1899, 1923 mit 39.2, 39.5 und 37.8 cm entfallen. In 10 von 
12 Fällen, in denen der Niederschlag eine Abweichung > +7 cm in der 1. Gruppe 
1870 bis 1906 [der „mittleren Streuung“ dieses Zeitraumes von 6,85 cm ent- 
sprechend] überschritt, hatte der Niederschlag 24 Jahre später grundsätzlich den- 
selben Störungssinn (Tabelle 7). 
Tabelle 7. A Regen IH bis 
1841/1850... | 
(851/1860 ...) 
1861/1870... 2 
1871/1880... 70° 
1881/1890. 4 
70 
z 
1891/1900 ...| 9.5 
OHIO 9.0 
1911/1920... 8.1 
19211090. 6.5 
1931/1940 ...| 5.9 
1870 
1894 
1888 
1912 
1873 
"207 
874. 
892 
1891 
| | 1915 
"5 
“9 
892 
1916 
1881 
1905 
16 | 1902 
| 13 | 1926 
— 15 
— 6 
10 
Fr 
— 8. 
188© 
1913 
x 
© 
AT 
1899 
{923
	        
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