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Full text: 70, 1942

Portig, W .: Die Jahresmittel der Temperaturreihe von Prag. 75 
B. Häufigkeiten der Jahrestemperatur, 
Bei der Besprechung der Temperaturextreme wurde schon darauf hingewiesen, 
daß die Tiefstwerte stärker streuen als die Höchstwerte. Dieser Unterschied 
zwischen warm und kalt bleibt auch, wenn man sich von den Extremen entfernt 
und sich dem Mittelwert, 9.41°, nähert. Die Häufigkeitsverteilung der Jahres- 
temperaturen ist durchaus unsymmetrisch. 
Temperatur, °C... 6—612  6U—7  7—7Mo 
Zahl der Jahre ... 1 X R 
Dasselbe in Prozent 1 1 2 
Femperatur, °C... 9—91/. An 10 10—107/- 
Zahl der Jahre ... 29 33 34 
Dasselbe in Prozent 18 20 20 
Unterhalb des Mittelwerts von 9.41° liegen also weniger als die Hälfte der Jahre, 
nämlich 47,2%. Oder anders ausgedrückt: Der „Zentralwert“, d.h. der Wert, 
der ebensooft über- wie unterschritten wird, ist größer als der Mittelwert; er 
veträgt 9,509, 
In den Rahmen dieser Untersuchung gehört auch die Änderung der Tempe- 
ratur von Jahr zu Jahr. Auch hier zeigt sich wieder eine Unsymmetrie zwischen 
warm und kalt. Die folgende Tabelle gibt in der ersten Zeile den Betrag der 
Temperaturänderung von einem Jahr zum nächsten, Die zweite Zeile gibt an, 
wie viele Jahre — in Prozenten ausgedrückt. — eine solche Erwärmung erfuhren, 
während die dritte die Zahl der entsprechenden Abkühlungen angibt. 
Temperaturänderung ...... 0—12 Mı—1 1—11/ 11—2 2—21, 2U—3 3—31 31,—4 
Zahl der Erwärmungen ... 189 15.3 7.9 5.5 1.8 1.2 0.6 06% 
„ Abkühlungen ... 14.0 10.4 10.4 9.8 1.2 1.5 0.6 —% 
Es stehen 51.8% Erwärmungen 48.2% Abkühlungen gegenüber; der Betrag der 
Abkühlungen muß also etwas größer sein als der der Erwärmungen. Der „Zentral- 
wert“ der Temperaturänderung ist + 0.05° 
Schließlich ist die Frage nicht ohne Interesse, wie oft Erwärmungen (Ab- 
kühlungen) vorkommen, die sich nicht nur auf zwei, sondern mehrere Jahre 
erstrecken, und ob dabei erheblich größere Temperaturänderungen herauskommen 
als bei der Jahr-auf-Jahr-Änderung. Die folgende Tabelle gibt darüber Aufschluß. 
Die Spalten geben die Länge der Erwärmungs- (Abkühlungs-) Periode, die Zeilen 
die Temperaturdifferenz zwischen dem Anfangs- und Endjahr dieser Periode, 
d. h. den Gesamtbetrag der Erwärmung (Abkühlung). Die Zahlen in der Tabelle 
sind Häufigkeiten in Prozenten aller Fälle; die Zahl aller Fälle beträgt 119. 
4 Jahre 
Periodenlänge 
Temperaturdifferenz 
SUMME 
- 4° bi 
130 is + 59 
120 » 
L10 # U 
a? + 
05 ” 
CO - 
_ 20 » 
730 ” 
—4° 
+8 —_ 
49.5 
Zusammen 
Meist ist es also so, daß, wenn von einem Jahr zum nächsten eine Erwärmung 
erfolgt war, zum übernächsten schon wieder eine Abkühlung folgt. Perioden- 
längen von mehr als vier Jahren wurden überhaupt nicht beobachtet. Die Ab- 
kühlungen, die dem Betrage nach meist etwas größer sind als die Erwärmungen, 
dauern auch meist kürzer als diese. Ferner ist bemerkenswert, daß die länger 
anhaltenden Temperaturänderungen nicht zu grundsätzlich höheren Beträgen 
der gesamten Temperaturdifferenz führen. (Anm,: Daß die Gesamtzahl der Ab- 
kühlungen größer ist als die der Erwärmungen, hat seinen Grund in dem Um- 
stand, daß das erste Jahr der Reihe, 1775, eine um rund 3° höhere Temperatur 
hatte als das letzte, 1940.)
	        
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