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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

Hoinkes, H,: Über Yeilungen und Kreuzungen von Steiggebieten des Laftdruckes, 57 
zu entnehmen. Die übrigen untersuchten Fälle zeigen grundsätzlich alle das- 
selbe und sind, da sie in frühere Jahre fallen, teilweise aerologisch weniger gut 
belegt. Dalür sollen die wichtigsten, allen Fällen gemeinsamen Ergebnisse, 
noch einmal zusammengestellt werden. 
Aufgabe der vorliegenden Untersuchung war es erstens, zu zeigen, daß 
Teilungen und Kreuzungen von Steiggebieten immer wieder vorkommen. Tat- 
gächlich gelang es ohne große Mühe, in den Wetterkarten der letzten Jahre 
wiederholt derartige Vorgänge zu finden, von denen einige hier mitgeteilt wurden. 
Sie stehen alle mit sehr kräftigen Kältewellen in den Übergangsjahreszeiten in 
Verbindung; es kommt ihnen daher eine gewisse Bedeutung für die Wetter- 
vorhersage zu, 
Zweitens sollten die bisherigen Vorstellungen über den Ablauf der Teilungen 
und Kreuzungen (1, 2) aerologisch belegt werden, Diese Aufgabe konnte zu- 
mindest teilweise, besonders mit Hilfe der Hamburger Höhenwetterkarte, gelöst 
werden, Eine mög- 
lichst günstige Lage F PS # SR Ms 
des Falles zum Be- 
reich der Höhen- 
wetterkarte war da- 
bei Voraussetzung ; 
dadurch wurde eine 
uatürliche Auswahl 
der gefundenen Fälle 
bewirkt, Ein Fall, 
der völlig im Bereich 
der Höhenwetter- 
karte lag, konnte 
bisher nicht gefun- 
den werden, nach ._. Stelggebiet in m 
ihm wird weiter ge in AOKÜBIUng 3.0. unt] Troposph 
sucht, | Steiggebiet am_Boden 
Nach der vor- Fig. 20. Schema eines kompiexen Steiggebietes. 
liegenden Untersu- 
chung kann als typisch gelten, daß das nach einer Teilung mit der Kältewelle 
nach Südost ziehende Steiggebiet komplex ist. Das Steiggebiet am Boden setzt 
sich zusammen aus nach Südosten vorauseilender troposphärischer Abkühlung, 
die den Druckfall in der Böhe teilweise überkompensiert und aus im Nordwesten 
folgendem Druckanstieg in der Höhe, der die troposphärische Erwärmung teil- 
weise überkompensiert, Dazwischen liegt ein Gebiet, in dem tfroposphärische 
Abkühlung und hoher Druckanstieg sich überlagern; hier liegt meist der Kern 
des komplexen Bodensteiggebietes, 
Diese Feststellung deckt sich mit dem Ergebnis einer statistischen Unter- 
suchung von Thomas {n), der auch im Mittel findet, daß das zu einem Steig- 
{Fall-) Gebiet der absoluten Topographie gehörige Erwärmungs- (Abkühlungs-) 
Gebiet in der relativen Topographie relatir zu jenem nach Westen verschoben 
ist, Unter Berücksichtigung der Ergebnisse von Schedler (12) und Dinies (r) 
über die Rückwärtsneigung der Achsen der Steiggebiete und das Vorauseilen 
der Kaltluft mit der Höhe ergibt sich dann das in Fig. 20 abgebildete Schema 
eines komplexen Steiggebietes, Es bedeutet natürlich kein starres System, 
sondern wird infolge von Phasenverschiebungen und unsymmetrischem Bau der 
Steiggebiete und Kaltluftkörper auch etwas andere Zusammensetzungen des Boden- 
steiggebietes zulassen. 
In Fig. 20 bedeutet die untere Kurve den schematischen Druckverlauf am 
Boden, die obere den in 5000 m Höhe. (Die Abnahme der Amplitude mit der 
Höhe wurde dabei nicht berücksichtigt.) Die Achse des Steiggebietes ist nach 
rückwärts geneigt (dünne, ausgezogene Linien). Der Kaltluftkörper liegt nicht 
genau unter dem hohen Fallgebiet, er ist etwas nach links (Westen) verschoben 
und zugleich nach vorne geneigt (dünne, gestrichelte Linien). Im unteren Teil 
m 
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