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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

Hoinkes, H.: Über Teilungen und Kreuzungen von Steiggebieten des Luftdruckes, 55 
zeigen, daß die Temperatur in der unteren Troposphäre ungefähr gleichbleibt 
(vgl. Fig. 11e), in der oberen Troposphäre aber zunimmt, und daß die Tropo- 
pause höher liegt. Auch hier ist also troposphärische Abkühlung nicht die Ur- 
sache des Druckanstieges am Boden; eine günstigere Lage des Aufstiegsortes, 
mehr im Zentrum des Steiggebietes, würde diese Verhältnisse wahrscheinlich 
noch deutlicher zeigen. 
Aus den besprochenen Radiosonden kann nicht nur die Änderung im ther- 
mischen Aufbau der Atmosphäre entnommen werden, es lassen sich daraus auch 
Schlüsse auf den „Sitz der Druckänderung“ ziehen. Bekanntlich ist es grund- 
sätzlich ganz gleich, ob man die Druckänderung in einer bestimmten Höhe oder 
die Höhenänderung eines bestimmten Druckniveaus betrachtet. Da aber. die 
Höhenänderung der Druckniveaus in der ganzen Atmosphäre direkt vergleichbar 
ist und keine, die Druckabnahme mit der Höhe berücksichtigende Reduktion 
erfordert, ist es vorteilhafter, die Höhenänderung zu benutzen {[vgl. (s)]. 
In Tabelle 1 sind die Höhen der Hauptisobarenflächen und ihre 24stündige 
Änderung in vier Einzelsteiggebieten des betrachteten Falles (vgl. Fig. 10) enthalten 
Tabelle 1. Höhe der Hauptisobarenflächen und ihre 24stündige Änderung in geodyn. Metern. 
Thorshayen Tromsö Warschau 
1. 188 (Dim U 
. Haupt- 
jsobaren 
flächen 
Reykjavik 
168 | 278 Koier 
1000 -80| 704150, 
900 750 | 900| 150 
500 [| 1660’ 1800 140! 
700 | 2670: 2800| 130} 
500 {| 3810‘ 3930| 120’ 
500 [| 5110’ 352307120 
400 | 6650 53750[ 100 
300 | 8600 3630| 30 
200 F11200| — I — 
100 157401 — }— 
Köln 
17.3 18.8 De 
80 
900 
1790, 
2790| 
3910| 
3.190 | 
3 700 
3550 | 
ı 180 
5 690 
160 
1000 
1920 
2940 
4 090 
5420 
7 000 
8920| 
Ad 
15.740 
80 
100 
130 
150 
180 
230 
300 
370 
220 
BO 
123; 252) 1291 44 
' 967 | 1038| 91| 860 
1822} 1996|1741 1750 
2915 3019[104| | 2731 
4064: 4170| 106} | 3853 
5372 5494 j122 [| 5118 
6899! 7055 [1156| | 6620 
„8784 39731 189| 18:50 
— 1551 — — 
| -— 15850 — 2 
78 
901 
1781 
2753 
3867 
4 126° 
881 
8 563 
iL174 — 
156908 — 
70; 210 140 
917° 1010 123 
1837 | 1950-113 
2860| 2960. 100 
4001‘ 4080 79 
5297 5890 98 
6791 69304139 
8602 8850248 
— 11460 — 
— 158900 — 
(nach Radiosonden der Hamburger Wetterkarte), Vom 16./17. IV. ist die Ab- 
standsvergrößerung der Hauptisobarenflächen (= Druckerhöhung) in Reykjavik 
am größten im Niveau der 1000 mb- und 900 mb-Fläche und nimmt nach oben 
beständig ab. Die Druckänderung hat ihren Sitz in den untersten Schichten 
der Atmosphäre, das aus Nordwest heranziehende Steiggebiet ist niedrig. ; 
Über Thorshaven nimmt vom 17./18. IV. die Abstandsvergrößerung der 
Hauptisobarenflächen mit der Höhe ständig zu, sie erreicht ihr Maximum an 
der 300 mb-Fläche. Der Sitz des Druckanstieges ist ungefähr in Tropopausen- 
höhe, das Steiggebiet am Tage der Überkreuzung ist zumindest in seinem nörd- 
lichen Teil hoch. Die gleiche Anderung zeigt sich auch vom 18./19. IV. über 
Tromsö. Von geringer Druckzunahme in den unteren Schichten abgesehen wird 
der größte Anstieg wieder bei 300 mb erreicht und damit das nach Nordosten 
abziehende Steiggebiet als hohes bestätigt. 
Aus den Nachtaufstiegen vom 17. und 18, IV. in Köln und den Morgen- 
aufstiegen vom 18, und 19. in Warschau geht die komplexe Natur des nach 
Südosten abziehenden Steiggebietes besonders eindrucksvoll hervor. Die Zunahme 
des Abstandes der Hauptisobarenflächen zeigt hier zwei Maxima, eines am Boden 
oder doch in geringer Höhe, das zweite ebenfalls im 300 mb-Niveau. Der Sitz 
des Druckanstieges ist also niedrig und hoch, das Steiggebiet daher komplex, 
Die Temperatur-Höhenkurven (Fig. 14) zeigen vom 18, auf 19, IV. über Warschau 
Abkühlung bis 3600 m, darüber Erwärmung; zugleich rückt die Tropopause von 
7200 gdm auf 9600 gdm. 
Die Radiosonden zeigen also, daß das auf nordwest-südöstlicher Bahn 
ziehende Steiggebiet vor der Kreuzung niedrig und danach komplex ist. Das 
zugleich von Südwest nach Nordost ziehende Steiggebiet dagegen ist auf seiner 
ganzen Bahn hoch,
	        
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