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Full text: 69, 1941

52 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1941. 
Drehung der Bahnrichtung nach NE am 21. und 22. III, 1äßt vermuten, daß es 
von einem komplexen wieder zu einem hohen Steiggebiet wird, 
Ein Blick auf die absolute Topographie während der Überquerung Mittel- 
europas durch das vermutlich komplexe Steig gebiet zeigt, daß es der bekannten 
Erfahrungsregel (s) folgend mit der Höhenströmung wandert. Diese ist über 
der Bahn des Steiggebietes am 15, III. NNW, am 16. N, am 17. NW und am 18. W. 
Die Druckverteilung im 500 mb-Niveau ist bekanntlich weitgehend ein Ab- 
bild der stratosphärischen Druckverteilung (s), ein Steiggebiet des Druckes im 
500 mb-Niveau kann daher als stratosphärisches Steiggebiet aufgefaßt werden. 
Deckt sich ein Steiggebiet des Druckes am Boden mit einem Steiggebiet der 
absoluten Topographie, obne daß dabei Abkühlung in der unteren Troposphäre 
auftritt, dann kann von einem hohen Steiggebiet gesprochen werden. Ebenso 
kann ein Steiggebiet am Boden, das mit einem Abkühlungsgebiet in der unteren 
Troposphäre zwischen Boden und 5000 m zusammenfällt, während die absolute 
Topographie ein Fallgebiet zeigt, als niedriges Steiggebiet aufgefaßt werden. 
Wirken aber beide Faktoren, Druckanstieg im 500 mb-Niveau und Abkühlung 
in der Schicht zwischen Boden und 5000 m zusammen, dann handelt es sich um 
ein komplexes Bodendrucksteiggebiet. Der Vergleich der gleichzeitigen Ände- 
rungen von Bodendruck und absoluter und relativer Topographie der 500 mb- 
Fläche muß also eine Aussage über die Natur des betrachteten Bodendruck- 
steiggebietes zulassen, 
In Fig. 2 bis 5 sind die 24stündigen Änderungen dieser drei Faktoren am 
Weg des Steiggebietes über Mitteleuropa enthalten, In diesen und den noch 
folgenden Abbildungen bedeuten die stark ausgezogenen Linien den Bodendruck- 
anstieg, die schwach ausgezogenen das Steiggebiet der absoluten Topographie, 
die erste Linie ist jeweils die Nullinie; die gestrichelten Linien deuten die Grenze 
zwischen Erwärmung und Abkühlung in der unteren Troposphäre, sowie den 
Schwerpunkt der Abkühlung an, Der Abstand der Isolinien beträgt bei der 
Bodendruckänderung 5mb; dementsprechend wurde für die Topographieände- 
rungen ein Isolinienabstand von 4 Dekaberk gewählt [vgl. (4A)]. Nur in Fällen, 
wo der kräftigen Änderungen wegen dieser Abstand 80 klein wurde, daß die 
Klarheit des Bildes darunter gelitten hätte, wurde 10 mb, bzw. 8 Dekaberk als 
Abstand verwendet. 
Die Figuren 2 bis 5 lassen ohne weiteres „_ besser als alle beschreibenden 
Worte — den komplexen Charakter des untersuchten Steiggebietes erkennen. 
Während in Fig, 2 erst ein Teil des Steiggebietes in das Kartenbild hineinreicht, 
ist seine komplexe Natur doch schon zu sehen. Fig. 3 zeigt die Verhältnisse 
sehr klar: Der Kern des Bodendrucksteiggebietes vom 15./16, IIL liegt zwischen 
dem nach Ost vorauseilenden Schwerpunkt der troposphärischen Abkühlung 
und dem im Westen folgenden Druckanstieg der absoluten Topographie. Es 
wirken sowohl Abkühlung, als auch hoher Druckanstieg zusammen, um den 
Bodendruckanstieg hervorzubringen. Ebenso liegen die Verhältnisse vom 
16./17, HL (Fig, 4); in Fig. 5 verläßt das weiterhin komplexe Steiggebiet wieder 
das Kartenbild,. 
Sehr ähnlich dem eben beschriebenen verläuft der Fall vom 13, bis 17. Sep- 
tember 1938, Wieder ‚entsendet ein auf östlicher bis nordöstlicher Bahn durch 
den Nordatlantik ziehendes Steiggebiet bei Island einen Ableger nach Süd- 
osten (vgl. Fig, 6), In Verbindung damit steht ein auf der Rückseite eines Tiefs 
erfolgender Einbruch frischer arktischer Kaltluft nach Mitteleuropa, In fünf Tagen 
zieht die Kaltluft von Island bis ins Schwarze Meer, an ihrer Front vielfach 
von Gewittern begleitet (vgl. Witterungsübersicht vom 16, IX, 38). 
Der Vergleich der Bodendruck- und Topographieänderungen während der 
Überquerung Mitteleuropas (vgl. Fig. 7 und 8) zeigt wieder eindeutig die kom- 
plexe Natur des betrachteten Steiggebietes. Das Steiggebiet am Boden wird 
auf der Vorder- (Ost-) Seite von Druckfall, auf der Rück- (West-) Seite von Druek- 
anstieg in der Höhe überlagert. Der Schwerpunkt der troposphärischen Ab- 
kühlung deckt sich am 165, IX. (Fig. 7) mit dem Zentrum des Bodendruckanstieges 
und liegt am 16, IX, (Fig. 8) wie im vorigen Fall weiter vorne (östlich).
	        
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