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Full text: 69, 1941

Meinardus, W.: Die meteorologischen Ergebnisse der „Meteor“-Expedition 1925 bis 1927. 49 
In einem Schlußkapitel behandelt noch derselbe Verfasser die von der 
Expedition angetroffenen Stürme zunächst statistisch. Sie sind dem „Meteor“ 
naturgemäß größtenteils in den höheren Breiten (Zonen D und E der Tab. 1) 
begegnet. Dort waren von 72 Beobachtungstagen 29 Sturmtage (mit > 15 m/sec). 
Die schwersten Stürme wurden bei der Gough-Insel in 41° S, 8° W mit 37 und 
westlich von Kapstadt mit 33 Stunden Dauer überstanden. Die drei schwersten 
Sturmperioden in den 40er Breiten sind von Kuhlbrodt im Zusammenhang mit 
der Wetterlage behandelt. Dabei wird u. a. versucht, die  Temperaturschwan- 
kungen während der Stürme mit dem Luftmassentransport in Zusammenhang 
zu bringen, Wetterkarten ließen sich für diese Breiten leider nicht entwerfen, 
doch können die des Meteorologischen Atlas der Deutschen Südpolar-Expedition 
Aufschluß geben über sturmreiche Zyklonen in den Breiten jenseits 30° S, wie 
sie der „Meteor“ offenbar angetroffen hat. Übrigens wurde von diesem auch 
im Nordostpassatgebiet in 19° N, 20° W ein Sturm beobachtet, der mit Hilfe von 
Wetterkarten und mit Benutzung der Drachen- und Pilotballonaufstiege vor und 
nach dem Sturm näher erörtert wird. 
Wenn hiermit der reiche Inhalt des Bandes XIV des Meteorwerkes in großen 
Zügen von mir skizziert wurde, so mag daraus zu entnehmen sein, daß mit 
ihm ein wesentlicher Fortschritt in der Ermittlung zuverlässiger Daten vom 
offenen Ozean erzielt ist, daß aber auch noch viele Fragen, deren Beantwortung 
gerade auf dem Meere große, z. T. immanente Schwierigkeiten begegnen, durch 
weitere Forschungen geklärt werden müssen, um den Zusammenhang der 
komplexen Erscheinungen und Vorgänge im Luftmeer über dem Ozean zu 
erfassen. Die noch zu erwartenden Ergebnisse der aerologischen Beobachtungen 
auf dem „Meteor“ selbst werden sicher dazu beitragen. 
Über Teilungen und Kreuzungen von Steiggebieten des Luftdruckes. 
Von Herfried Hoinkes, Innsbruck, 
(Hierzu Tafel 5 mit Fig. 2-—5, 7—9, 11—14, 16—19.) 
[Aus dem Institut für kosmische Physik der Universität Innsbruck.] 
Zusammenfassung, Es werden einige Teilungen und Kreuzungen von Steiggebieten des Luft- 
druckes im Bereich der Wetterkarte der Deutschen Seewarte und mit Hilfe der Höhenwetterkarten 
untersucht. Dabei können die aus früheren Untersuchungen hervorgegangenen Vorstellungen über 
den Ablauf dieser Vorgänge (1, 2) weitgeh-nd aerologisch bestätigt werden, Zugleich kann gezeigt 
werden, daß Teilungen und Kreuzungen immer wieder, vor allem im den Übergangsjahreszeiten vor- 
kommen. und daß sie regelmäßig von kräftigen Kältewellen begleitet sind. 
1. Einleitung, 
Es ist seit H. v. Fickers Untersuchungen (1:) bekannt, daß es verschiedene 
Arten von Steig- und Fallgebieten des Luftdruckes gibt. Die einen lassen sich 
in plausiblen Zusammenhang mit Temperaturänderungen in den unteren At- 
mosphärenschichten bringen (v. Fickers sekundäre Steiggebiete); bei den anderen 
versagt diese Erklärungsmöglichkeit, die Vorgänge, denen sie ihre Entstehung 
verdanken, müssen sich in höheren Atmosphärenschichten abspielen, von wo aus 
sie sich bis zum Boden durchsetzen (primäre Steiggebiete v. Fickers). 
Die Frage nach dem sogenannten „Sitz der Druckänderung“ läßt v, Ficker 
bewußt offen, ebenso verbindet er mit den Begriffen „primär und sekundär“ 
keinerlei Vorstellungen genetischer Art. Um den vielen Mißverständnissen, die 
aus dieser etwas unglücklichen Benennung sehon erwachsen sind, keine neuen 
anzufügen, seien im folgenden — ganz in Übereinstimmung mit v. Ficker (1) — 
die „primären Steiggebiete“ als „hohe“ die „sekundären“ als „niedrige Steig- 
gebiete“ bezeichnet. Überlagert sich hoher und niedriger Druckanstieg, dann 
ergibt sich ganz von selbst der Begriff des „komplexen Steiggebietes“, 
Seither sind v. Fickers Vorstellungen in vielen Untersuchungen mit Erfolg 
als Arbeitshypothese verwendet worden; es sei nur an die Arbeiten von F. Gölles, 
H. Wagemann, E. Dinies und H. Thomas erinnert. 
Bei der Untersuchung eines großen Kälteeinbruches durch E. Ekhart (:) 
wird erstmalig der Vorgang der Überkreuzung zweier verschieden gearteter
	        
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