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Full text: 69, 1941

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Andalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1941, 
Die Differenzen zwischen der RF in der Hütte und nach Assmann waren 
gering: durchschnittlich etwas kleiner als 1%, und zwar um 7 und 21% meist 
positiv (in den Tropen 0.7%), um 14h negativ (08%). Die Differenz der RF 
7—14 Uhr betrug beim „Meteor“ im ganzen etwa +2%, beim „Gauß“ + 1.2% 
und — 0.25 mm Dampfdruck. Dagegen ergaben sich auf dem „Challenger“ für 
7—14% nicht weniger als }3.5% und — 0.8 mm, ein Zeichen, daß sich dort 
ebenso wie bei der Temperatur die störenden Einflüsse des Schiffskörpers stark 
bemerkbar machten. Diese Angaben sollten daher nun auch in den Lehrbüchern 
durch die neueren ersetzt werden, 
Der tägliche Gang der relativen Feuchte wird von Reger ausführ- 
licher behandelt. An den ausgewählten störungsfreien 18 Tagen in den Tropen 
zwischen 20° N und 23° S zeigt die RF Maxima um 22 und 6b, Minima um 14—15 
und secundär um 2b; die Schwankungsweite ist 2,5%. Der tägliche Gang der 
absoluten Feuchtigkeit (g/ebm) hat dagegen in den Tropen eine Doppelwelle mit 
Hauptmaximum um 21, Nebenmaximum um 10% Hauptminimum um 4, Neben- 
minimum um 15%. In der Aquatorialzone tritt das Maximum um 10 neben dem 
um 21% stärker hervor, so daß hier eine Ähnlichkeit mit der täglichen Luftdruck- 
schwankung besteht. In den Passaten ist wegen der schwächeren Nebenextreme 
eine größere Annäherung an eine einfache Periode, Reger weist darauf hin, 
daß letztere mit der täglichen Periode der Windgeschwindigkeit mit ihrem 
Maximum um 21 und Minimum um 6—7k einigermaßen übereinstimmt. Er sucht 
dies dadurch zu erklären, daß die bei Tage zunehmende Windgeschwindigkeit 
die Verdunstung befördere und dadurch die Luft mit Wasserdampf anreichere. 
Aber diese und andere mehr theoretische Betrachtungen sind sehr unsicher, so- 
lange der tägliche Gang der Verdunstung noch unbekannt ist, Dazu kommt, 
daß die Anwendung der harmonischen Analyse, wenn diese wie hier nur auf 
zwei Glieder beschränkt wird, leicht die feineren Einzelheiten der Beobachtungs- 
reihe verdeckt. Die Tab. 98 (S, 373) gibt die Stundenmittel an den 18 un- 
gestörten Tagen an und läßt z. T. noch andere Zeiten der Extreme, als sie von 
Reger auf Grund der harmonischen Analyse angegeben werden, erkennen. 
Ein besonderes Kapitel hat derselbe Verfasser den sehr echarakteristischen 
kurzfristigen Schwankungen der relativen Feuchtigkeit, die auf dem 
offenen Ozean auftreten, gewidmet. Sie waren schon durch schnellaufende 
Hygrographen auf „Gauß“ und „Deutschland“ zutage getreten und auch durch 
rasche Augenbeobachtungen am Assmannschen Psychrometer bestätigt. Reger 
hat nun zur genaueren Untersuchung der Erscheinung für den Grad der Schwan- 
kungen eine Skala (0 bis 6) (0 == glatter Verlauf, 6 = unruhigster mit raschen 
Änderungen von 4 bis 5%) eingeführt und die den Registrierstreifen entnommenen 
Skalenwerte für jeden Tag und je zwei Stunden in umfangreichen Tabellen mit- 
geteilt. Die Unruhe war am größten in den Passatgebieten (2!/, der Skala), 
kleiner in der äquatorialen Zone 0 bis 5°N (1*/.), am kleinsten in dem Westwind- 
gebiet (1.1). Die tägliche Schwankung ist außerordentlich gering: 0.2 bis 0,3 der 
Skala, mit einem schwachen Maximum von 14 bis 16h und Minimum nach Mitternacht. 
Die Ursache dieses eigenartigen raschen Wechsels der Luftfeuchte sahen 
F, Bidlingmaier und dann auch E. Barkow in turbulenten Luftbewegungen 
in der Nähe der Meeresoberfläche, wodurch verschiedene Sättigungsgrade der 
Luft unmittelbar neben- und nacheinander auftreten könnten’), K. Knoch 
erkannte als Ursache das Vordringen von instabiler, zur Turbulenz befähigter 
Polarluft*), während Tropenluft infolge ihrer Stabilität als Laminarströmung in 
den untersten Schiehten fast gleichmäßige Temperatur und Feuchtigkeit habe, 
und erläutert das an einigen Beispielen, die er den Aufzeichnungen der „Deutsch- 
land“ im Westwindgebiet des Nordatlantischen Ozeans entnimmt. J. Reger 
kommt zu der Auffassung, daß beim Übergang von laminarer Strömung mit 
kleinem Sättigungsdefizit zu turbulenter Strömung durch den vertikalen Luft- 
austausch wasserdampfreichere Luft nach oben, wasserdampfärmere nach unten 
1) F. Bidlingmaier, Vorläuf, Ber, d. D. Südpolar-Exp. Veröff, Inst, f. Meereskde., Heft 2, 
1902, 8.51. W,Meinardus, @& a, O0, 8. 548, E, Barkow, Anp. d. Hrydr. usw. 1912. 8. 71 — 
3% K. Knoch, Meteor, Zeitschr. 1925, ©. 297.
	        
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