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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1941. 
früheren Bestimmungen etwas klein. Doch macht der Unterschied in der Ein- 
trittszeit der Extreme nur 10 Minuten Verspätung aus. Die Maxima fallen auf 
95 und 215, die Minima 6 Stunden später. Nach den höheren Breiten wächst 
der Phasenwinkel A, etwas an, ohne daß eine engere Beziehung zur Breite er- 
kennbar ist. Die unperiodischen Schwankungen überwiegen hier schon stark. 
J. Reger weist darauf hin, daß die ganz- und die halbtägige Schwankung 
als eine komplexe Größe zu betrachten ist und sucht dies durch einen vekto- 
riellen Vergleich mittels graphischer Darstellung (Periodenuhr) zu verdeutlichen, 
Auch Hann kam zu demselben Ergebnis (a. a. O. 1919 S. 397). Beide Schwan- 
kungen haben eine ähnliche jährliche Periode, die bei Vergleichen von See- 
beobachtungen, die aus verschiedenen Monaten stammen, zu berücksichtigen ist. 
Die dritteltägige Schwankung wird von Roger ebenfalls behandelt 
anter Berücksichtigung der Tatsache, daß diese einen ausgeprägten Jahresgang 
Kat, indem der Phasenwinkel A, im Sommer jeder Halbkugel bei 180, im Winter 
bei 0° liegt. Die „Meteor“-Beobachtungen scheinen diese von Hann näher er- 
forschte Tatsache zu bestätigen. 
Wie Kuhlbrodt nachweist, besteht ein Zusammenhang zwischen der täg- 
lichen Periode des Luftdrucks und der Windgeschwindigkeit. Das 
wesentlichste Ergebnis seiner Untersuchung hat er bereits in dieser Zeitschrift 
mitgeteilt!), so daß hier wenig darüber gesagt zu werden braucht. Der Ver- 
gleich des täglichen Ganges der meridionalen N- bzw. S-Komponente sowie der 
E-Komponente des Windes und der Windgeschwindigkeit mit dem Gang des 
Luftdrucks ergibt einen Parallelismus, der den von J, Bartels entwickelten 
theoretisch zu erwartenden Beziehungen zwischen den beiden Elementen ent- 
spricht. Denn die Zeiten der Extreme. der Windkomponenten (s. oben) zeigen 
eine theoretisch geforderte Verfrühung gegen die Zeiten der Luftdruckextreme. 
Die Passate verhalten sich darin etwas verschieden, Weil es sich aber um eine 
begrenzte Zahl von Beobachtungstagen handelt, so können auch „zufällige“ 
Witterungslagen Abweichungen von der Regel bewirken. Übrigens ist ein Zu- 
sammenhang zwischen den beiden Perioden schon früher gefunden, zuerst, wie 
auch Kuhlbrodt bemerkt, aus Beobachtungen auf dem österreichischen Kriegs- 
schiff „Zrinyi“ durch A, Sobietzky, der 1885 zwischen 24 und 15° N, 24 und 
29° W. 22 Tage lang stündliche Schätzungen der Windstärke nach Beaufort 
machte. Das Ergebnis war nach Hann (a. a. O, 1898 S. 96), daß die Windstärke 
des Nordostpassats eine doppelte Schwankung von 0.22 Bft = 0.4 m/sec zeigte, 
die der des Luftdrucks um etwa eine Stunde vorausging. Die nahe Überein- 
stimmung mit der Theorie und den Beobachtungen auf „Meteor“ ist bemerkens- 
wert und zeigt, daß sorgfältige, von derselben Person durchgeführte stündliche 
Schätzungen der Windstärke selbst so feine Unterschiede, wie sie der Tages- 
schwankung des Windes eigen sind, erkennbar machen können. 
Wie schon erwähnt, ist den Lufttemperaturmessungen an Bord des 
„Meteor“ ganz besondere Sorgfalt zuteil geworden. Kuhlbrodt hat auch dar- 
über bereits einiges in dieser Zeitschrift mitgeteilt, worauf verwiesen werden 
kann?). Eine große „Englische Hütte“, als Brückenhütte bezeichnet, befand sich 
mit den üblichen Instrumenten auf dem Dach des Kartenhauses in 9 m Höhe 
über dem Meer. Ferner waren Thermometer mit elektrischer Fernregistrierung 
in dieser Hütte sowie am Bug und Heck und am Vordermast unterhalb des 
Anemometers in 28 m Seehöhe angebracht. Die durch das Assmannsche 
Aspirationspsychrometer ständig kontrollierten Registrierungen in der Brücken- 
hütte (H) wurden für die ganze Expeditionsdauer ausgewertet, und ihre stündlichen 
Werte in der Grundtabelle 2 veröffentlicht. Die Registrierungen der Widerstands- 
thermometer waren allerdings schon vor Ablauf des ersten Jahres (von Profil VI ab) 
häufigen Kontaktstörungen im Schreibgerät ausgesetzt. Aber da diese an den 
Landeplätzen des „Meteor“ wiederholt beseitigt werden konnten, so war es immer- 
hin möglich, wenigstens für 250 Tage auf See brauchbare stündliche Werte zu 
erhalten und in der Grundtabelle 2 neben den Hüttenwerten abzudrucken. 
1) E. Kuhlbrodt, Ann, d. Hydr. 1933 S. 273—280, -— 2) E Kuhlbrodt, Ann. d. Hydr. 1936, 
259—9264%. Werselbe. Über den Gebrauch des Schlenderthermometers an Bord, ebenda 8, 37—60,
	        
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