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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Bemerkungen über Jan Mayen und Spitzbergen, 
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Kohlengrube. . Ein Steinkohlenlager streicht an verschiedenen Punkten 
der Küste zwischen der Coal Bay und der Advent-Bucht zu Tage, Der Auslauf 
ler Kohlenader in der Advent-Bucht liegt in 180 m Höhe, etwa 2'/ km in rw. S65°W 
von der Advent-Spitze, 
Die Grube, die durch einen Steinhaufen bezeichnet ist, liegt westwärts 
von einem kleinen, sehr engen Hohlwege, in dessen Mitte ein Bach nordwärts 
dem Meere zuflielst, nachdem er vorher über einen aus groben Kieseln bestehenden 
18 m hohen Abhang hinweggelaufen ist. 
Kohlen sind reichlich vorhanden und liegen fast zu Tage; aber sie sind 
mit Eis vermischt. Die schönsten Probestücke zerfallen sehr schnell an der 
freien Luft. Wegen ihrer Entfernung vom Strande könnte. die Grube nur im 
Nothfalle dazu benutzt werden, um Kohlen an Bord zu nehmen. 
Der Südost-Ankerplatz. Im Innern der Advent-Bucht liegt ein sehr 
sumpfiges Thal, das von Rennthieren viel besucht wird. Dieses Thal wird von 
vielen Wasserläufen bewässert, die nach ihrer Vereinigung einen nicht un- 
bedeutenden Flufs bilden. An der Mündung des Flusses findet man Lachse. 
Die Schlickablagerungen des Flusses haben den innersten Theil der Bucht 
ausgefüllt und wachsen nordwärts immer weiter an. Diese kleinen Untiefen fallen 
plötzlich steil ab, so daß man im Innern der Bucht nur auf grofsen Tiefen 
ankern kann. 
Die Nordspitze der Bucht ist weniger gefahrlos als die Advent-Spitze. 
Man darf ihr nicht näher als !/2 Sm kommen. 
Kap Thordsen. Der innere Theil des Eis-Fjord wird durch das massige 
Kap Thordsen in zwei Zipfel getrennt. Das Kap nähert sich der Einfahrt bis 
auf 25 Sm; nordwärts von ihm liegen der Nord-Fjord und die Dickson-Bai und 
südwärts die Klaas Billen-Bucht und die Sassen-Bucht. ; 
Das Kap Thordsen ist ein scharf ausgeprägtes Vorgebirge, das mit einem 
steilen Abhange begrenzt und von gefährlichen Untiefen umgeben ist; namentlich 
im westlichen Theile laufen felsige Platten weit seewärts hinaus. 
Die Sassen-Bucht ist ein geräumiger Fjord von 11 Sm Tiefe und 7 Sm 
Breite, die sich zwischen hohen Gebirgen öffnet. Im Norden bemerkt man den 
Tempelberg, eine Masse von beträchtlicher Ausdehnung und von etwa 1000 m 
Höhe. In halber Höhe zeigt er einen zweistufigen steilen Abhang. Im Süden 
liegt die „Glocke“, eine Spitze von etwa 980 m, und der Pic Marmier, ein Berg 
von 750 m Höhe, der nordwärts in ein nicht sehr hohes Tafelland ausläuft. 
Rendal (Rennthier-Thal). Ostwärts vom Pic Marmier liegt ein grofses 
Thal von 5 Sm Breite; es dringt, südostwärts laufend, bis in das Innere von 
Spitzbergen ein. Sein Name rührt von den vielen Heerden wilder Rennthiere 
her, die es besuchen. Mitten im Thale läuft ein ziemlich flacher aber sehr breiter 
Fluß, der von sumpfigen Ländereien begrenzt wird. 
Milne-Edwards Pic. Die Forscher der „Manche“ bestiegen, nachdem 
sie das Thal „Rendal“ durchschritten hatten, einen auffälligen Berg, den Milne- 
Edwards Pic, der 20 km vom Strande der Sassen-Bucht entfernt liegt. Dieser 
Pic, von 725 m Höhe, ist der letzte Ausläufer einer von Süden kommenden 
Gebirgskette. Der Berg, der in halber Höhe einen senkrechten Abhang zeigt, 
ist nur von seiner Südwestkante her zu besteigen. 
Die Forscher haben vom Gipfel aus in Südostrichtung das Meer gesehen; 
wahrscheinlich war es das Innere der Aghardh-Bucht, die an der spitzbergischen 
Ostküste liegt. 
Bjona-Hafen, Die Sassen-Bucht setzt sich noch jenseits des Tempel- 
berges, und zwar nordostwärts, fort; sie endet mit einem grofsen Gletscher, 
Man kann in einer kleinen Bucht, die am Fufßse des Tempelberges Hegt, 
ankern. Diese Bucht erhielt den Namen Bjona-Hafen von dem schwedischen 
Fahrzeuge, das sie entdeckte. 
{n der ganzen Sassen-Bucht giebt es keine anderen Ankerplätze. 
Die Südküste der Bucht wird von gefährlichen Untiefen eingefalst, 
die bis zu 1 Sm vom Lande ab, nordwärts vom Marmier Pic, sich erstrecken. 
Vor der Mündung des Rendal-Flusses findet man Sandbänke und Klippen. 
Hyperit Hat heifsen die felsigen Abhänge bei der Südspitze der Sassen- 
Bucht. Westwärts von diesen fällt die Küste steil seewärts ab. Die „Manche“ 
fand in 100 m Abstand vom Lande 58 m Tiefe, 
Anz, d, Hydr. ete., 1893, Heft X.
	        
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