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Die meteorologischen Beobachtungen und clie Höhenwindmessungen.
oder an eine bestimmte Lage der Stratosphäre gebunden ist, wurden folgende
Zusammenfassungen der Aufstiege durchgeführt :
|, Mittlere Steiggeschwindigkeit auf den einzelnen Profilen,
2, Mittlere Steiggeschwindigkeit aller Morgen-, Mittags- und Abendaufstiege.
3, Mittlere Steiggeschwindigkeit der Aufstiege, bei denen die Stratosphäre
zwischen 8 und 9, 9 und 10 km usw. liegt.
Mittlere Steiggeschwindigkeit der Aufstiege mit einer Steiggeschwindig-
keit von weniger als 230 m/min., von 230 bis 270 m/min. und von mehr
als 270 m/min.
Mittlere Steiggeschwindigkeit der Aufstiege, bei denen die Steig-
geschwindigkeit in der Höhe um weniger als 60 m/min., zwischen 60 und
120 m/min, und um mehr als 120 m/min, zunimmt.
Mittlere Steiggeschwindigkeit aller Marineradiosondenaufstiege und aller
Aufstiege mit Sonden des Reichsamts für Wetterdienst,
Die Ergebnisse der Zusammenfassungen 1, 2 und 3 sind in folgender Tabelle
dargestellt:
Tabelle 10. Aufstiegsgeschwindigkeit in den 1000 m-Stufen.
Profil
....
„14m
Morgenaufstieg „..
Mittagaufstieg....
Abendaufstieg ....
Stratosphäre ZW,
9u. lOkm.....
Stratosphäre zw.
Bu. 14km...
0-1 1-2 9_3 3—4 4-5 | 5616-7 | 7-8 | 8-9) 9-10 (10-2121-1212-13113-14114-18
257 275 | 285 | 204 | 303 ! 314 | 316 | 322
253 270° 285 | 295 300 306 | 312 | 308
246 | 258 266 | 273 | 278 | 284 202 | 290
222 990 |926 | 9240 9204 246 | 947 | 253
318 319 311 285 287 267
318 316 303 295 | 298 | 294
288 | 290 | 298 | 290 |] 298 | 284
947, 955 ° 934 | 953 | 971 ! 953
260
270
270
245 256 | 262 276282 | 286 | 290 | 292 | 293 | 202 | 296 | 204 | 301 : 282 ' 262
1236 258264 274 277289297 300 | 302 294 | 292 | 281 284 ; 285 283
9253 | 265 | 284 | 286 | 292 1 293 . 294! 290 | 289; 205 | 287 | 967 ı 284 276 249
232 | 252! 2611270 | 260 | 260 | 260 | 259 | 257 | 250 | 248 | 250 | 255 243
| £ i \
360 1269 | 068 | 270277981 l281!297 093: 213 | 816 | 304 | 215 3217 | 291
Wesentliche Unterschiede gegenüber dem charakteristischen Verlauf der
Aufstiegsgeschwindigkeit aus allen Aufstiegen wurden bei diesen Zusammen-
fassungen nicht festgestellt, Aus der Zusammenstellung der Steiggeschwindig-
keit bei verschiedenen Höhenlagen der Stratosphäre ist lediglich zu ersehen,
daß die Abnahme der Steiggeschwindigkeit mit der Höhe bei 1 bis 2 km unter-
halb der Stratosphäre einsetzt und daß die Schicht, in der die auffallende Zu-
nahme beobachtet wurde, zwischen 11 und 14 km schwankt und unabhängig von
der Höhenlage der Stratosphäre ist.
Bei der Betrachtung des charakteristischen Verlaufs war naheliegend, diese
Zunahme auf Fehler bei der Auswertung der Sonden zurückzuführen. Die
Untersuchung des Aufstiegs-Geschwindigkeitsverlaufs bei Aufstiegen mit ver-
schiedenen Meßgeräten (Marineradiosonde und Radiosonde des Reichsamts für
Wetterdienst) ließ dieses Annahme jedoch nicht aufrechterhalten. Auch bei Auf-
stiegen mit Ballonsonden wurde derselbe Verlauf gefunden, wie aus den Tabellen
von I. Reger in den Arbeiten des Preußisch-Aeronautischen Observatoriums
Lindenberg, Band 13, S. 41—49, zu ersehen ist.
Die Änderung der Steiggeschwindigkeit mit der Höhe wird im wesentlichen
von der verwendeten Aufstiegsmethode abhängen, Bei den Aufstiegen mit Radio-
sonden hängt an dem Ballon ein Gespann aus Antenne— Sonde—Antenne— Fall-
schirm von einer Gesamtlänge von etwa 30 m. Der Fallschirm am unteren
Ende soll ein Spannen der Antenne bewirken und durch seine Bremswirkung
das Schwanken der Antennen herabsetzen, Außer der Bremswirkung des Fall-
schirms, die in den unteren Schichten am größten ist, wird eine Bremswirkung
durch das Gespann Ballon— Antenne— Sonde — Antenne-— Fallschirm ausgeübt. In
Schichten mit starker Turbulenz wird diese Bremswirkung am größten sein.