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Full text: 69, 1941

Die meteorologischen Beobachtungen und die Höhenwindmessungen, 
& 
Um die Ergebnisse der Registrierungen richtig zu einer wissenschaft- 
lichen Verarbeitung beurteilen zu können, werden einige der Meß- und 
Auswertemethoden im folgenden behandelt. 
Auf die Luftdruck-, Lufttemperatur- und. F'euchtbestimmung an Bord 
braucht hier nicht weiter eingegangen zu werden, da die Methode dieser 
Messungen allgemein bekannt ist. Wenig bekannt sind jedoch die 
Methoden der Windregistrierungen und der Trocken- und Feuchttemperatur- 
messungen an Bord. 
Die Registrierung des scheinbaren Windes an Bord 
und die Bestimmung des wahren Windes. 
Auf der „Meteor“ Expedition 1925/27 wurde zum erstenmal eine Wind- 
registrierung an Bord durchgeführt. Zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit 
stand jedoch nur ein Kontaktanemometer 
zur Verfügung. Auf der „Meteor“-Expedi- 
tion im Jahre 1938 wurde zum erstenmal 
ein Böenschreiber der Firma Fuess (Böen- 
schreiber Fuess 90 w/30) eingesetzt, der auf 
ler ganzen Fahrt zur vollsten Zufriedenheit 
gearbeitet hat. Wenn auch bisher noch keine 
Kursschreiber und keine registrierenden 
Fahrtmeßanlagen zur Verfügung stehen, so 
können doch aus den Aufzeichnungen der 
Böenschreiber die wahren Windwerte ge- 
nügend genau bestimmt werden, wenn man 
die mittlere Fahrt und den mittleren Kurs 
des Schiffes in der Berechnung zugrunde 
legt. Frontdurchgänge und Windänderungen 
wurden einwandfrei aufgezeichnet, In Abb. 1 
(siehe S. 8) ist eine Windregistrierung mit 
den zugehörigen Erläuterungen von „Altair“ 
wiedergegeben. Die Abb. 2 zeigt, an welcher 
Stelle des Schiffes der Geber des Böen- 
schreibers angebracht war. 
Um eine einwandfreie Auswertung des 
Windes zu erreichen, wurde an Bord laufend 
ein Tagebuch geführt, in das alle Kurs- 
and Fahrtänderungen des Schiffes einge- 
;ragen wurden. Die Berechnung der stünd- 
lichen Windwerte wurde folgendermaßen 
vorgenommen: Der scheinbare Wind wurde 
aus der Registrierung zur vollen Stunde 
entnommen, und zwar als Mittelwert aus 
10 Minuten vor und nach der vollen Stunde. 
Aus diesem Wert und mit dem Kurs und der Geschwindigkeit des Schiffes wurde 
der wahre Wind mit folgendem Gerät (siehe Abb. 3 S. 10) bestimmt, Auf dem 
äußeren drehbaren Kreis wird der Kurs des Schiffes eingestellt. Auf der mitt- 
ieren festen Scheibe wird der Punkt der scheinbaren Windrichtung und schein- 
baren Windstärke bestimmt und darüber die Schiffsgeschwindigkeit eingestellt — 
Linien der Schiffsgeschwindigkeit im Abstand von 2 zu 2 sm —, Auf dem unteren 
Rand des Schiebers wird senkrecht unter dem erstbestimmten Punkt die wahre 
Windgeschwindigkeit und auf dem Radius, der durch diesen Punkt geht, am 
äußeren Rand die wahre Windrichtung abgelesen. Die Berechnung geschieht 
also durch Konstruktion des Vektor-Parallelogramms aus scheinbarem Wind, 
Schiffskurs und Fahrt. Mit dem angegebenen „Windrechner“ wurden alle Wind- 
werte in verhältnismäßig kurzer Zeit errechnet. Er hat vor allem den Vorteil, 
daß man an ihm anschaulich sieht, wie der wahre Wind zustande kommt. An 
Bord wird dieser Windrechner manche Fehler in der Bestimmung des wahren 
Windes ausschalten. In Abb. 4 (siehe S. 11) ist das Gerät schematisch dargestellt.
	        
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