Die meteorologischen Beobachtungen und die Höhenwindmessungen,
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Um die Ergebnisse der Registrierungen richtig zu einer wissenschaft-
lichen Verarbeitung beurteilen zu können, werden einige der Meß- und
Auswertemethoden im folgenden behandelt.
Auf die Luftdruck-, Lufttemperatur- und. F'euchtbestimmung an Bord
braucht hier nicht weiter eingegangen zu werden, da die Methode dieser
Messungen allgemein bekannt ist. Wenig bekannt sind jedoch die
Methoden der Windregistrierungen und der Trocken- und Feuchttemperatur-
messungen an Bord.
Die Registrierung des scheinbaren Windes an Bord
und die Bestimmung des wahren Windes.
Auf der „Meteor“ Expedition 1925/27 wurde zum erstenmal eine Wind-
registrierung an Bord durchgeführt. Zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit
stand jedoch nur ein Kontaktanemometer
zur Verfügung. Auf der „Meteor“-Expedi-
tion im Jahre 1938 wurde zum erstenmal
ein Böenschreiber der Firma Fuess (Böen-
schreiber Fuess 90 w/30) eingesetzt, der auf
ler ganzen Fahrt zur vollsten Zufriedenheit
gearbeitet hat. Wenn auch bisher noch keine
Kursschreiber und keine registrierenden
Fahrtmeßanlagen zur Verfügung stehen, so
können doch aus den Aufzeichnungen der
Böenschreiber die wahren Windwerte ge-
nügend genau bestimmt werden, wenn man
die mittlere Fahrt und den mittleren Kurs
des Schiffes in der Berechnung zugrunde
legt. Frontdurchgänge und Windänderungen
wurden einwandfrei aufgezeichnet, In Abb. 1
(siehe S. 8) ist eine Windregistrierung mit
den zugehörigen Erläuterungen von „Altair“
wiedergegeben. Die Abb. 2 zeigt, an welcher
Stelle des Schiffes der Geber des Böen-
schreibers angebracht war.
Um eine einwandfreie Auswertung des
Windes zu erreichen, wurde an Bord laufend
ein Tagebuch geführt, in das alle Kurs-
and Fahrtänderungen des Schiffes einge-
;ragen wurden. Die Berechnung der stünd-
lichen Windwerte wurde folgendermaßen
vorgenommen: Der scheinbare Wind wurde
aus der Registrierung zur vollen Stunde
entnommen, und zwar als Mittelwert aus
10 Minuten vor und nach der vollen Stunde.
Aus diesem Wert und mit dem Kurs und der Geschwindigkeit des Schiffes wurde
der wahre Wind mit folgendem Gerät (siehe Abb. 3 S. 10) bestimmt, Auf dem
äußeren drehbaren Kreis wird der Kurs des Schiffes eingestellt. Auf der mitt-
ieren festen Scheibe wird der Punkt der scheinbaren Windrichtung und schein-
baren Windstärke bestimmt und darüber die Schiffsgeschwindigkeit eingestellt —
Linien der Schiffsgeschwindigkeit im Abstand von 2 zu 2 sm —, Auf dem unteren
Rand des Schiebers wird senkrecht unter dem erstbestimmten Punkt die wahre
Windgeschwindigkeit und auf dem Radius, der durch diesen Punkt geht, am
äußeren Rand die wahre Windrichtung abgelesen. Die Berechnung geschieht
also durch Konstruktion des Vektor-Parallelogramms aus scheinbarem Wind,
Schiffskurs und Fahrt. Mit dem angegebenen „Windrechner“ wurden alle Wind-
werte in verhältnismäßig kurzer Zeit errechnet. Er hat vor allem den Vorteil,
daß man an ihm anschaulich sieht, wie der wahre Wind zustande kommt. An
Bord wird dieser Windrechner manche Fehler in der Bestimmung des wahren
Windes ausschalten. In Abb. 4 (siehe S. 11) ist das Gerät schematisch dargestellt.