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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

Die auf d, Stationen d. Forschungsschiffes „Altair“ ausgeführten ozeanogr. Reihenmessungen. 11 
waren 13 mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft neu beschafft 
worden, 6 stammten aus den Beständen der Deutschen Seewarte, 4 aus denen 
des Instituts für Meereskunde, Auch diese Instrumente, bei denen der ganze 
Druck der Wassersäule auf die feinen Teile der Kapillare und der Quecksilber- 
gefäße einwirkt, bewährten sich ausgezeichnet. Von den etwa 900 thermometrischen 
Tiefenmessungen mißglückte nur eine infolge Versagens der Abreißvorrichtung 
im ungeschützten Thermometer, Wegen der auftretenden großen Drahtwinkel 
(vereinzelt bis 45°) war die systematische Verwendung der ungeschützten Kipp- 
thermometer (drei Stück in jeder Serie, neun Stück bei einer tiefen Station) von 
höchstem Wert. Die Widerstandsfähigkeit der Instrumente gegen Druck war 
durch eine zweckmäßige Halterung des Quecksilbergefäßes und der umgebogenen 
Kapillare gegenüber älteren Lieferungen noch erhöht worden. Fünf Instrumente, 
meist älteren Musters, zerbrachen, ein Instrument ging verloren, 
Die Oberflächentemperatur wurde auf den Stationen in einer mit Zink- 
pütze aufgeschlagenen Wassermenge mit */,,°-Oberflächenthermometer gemessen. 
aus der anschließend auch eine Wasserprobe zur Chlortitrierung abgefüllt wurde, 
Während der Fahrt dienten die von A, Schumacher verbesserten Sundschen 
Oberflächenwasserschöpfer mit Erfolg zur Bestimmung von Temperatur und 
Salzgehalt, worüber G. Neumann’) unter Mitteilung der Meßergebnisse in dieser 
Reihe bereits berichtet hat. 
Für die große Zahl der abzufüllenden Wasserproben führte die Expedition 
1000 Stück mit Patentverschluß versehener grüner Fläschchen von 190 ccm 
Inhalt, 5000 Stück von 100 ccm Inhalt mit, letztere für die nur einmal zu 
titrierenden Oberflächenproben und die Proben der Wiederholungsserien der 
Ankerstation. . 
Die Ausrüstung wurde schließlich vervollständigt durch Meterräder, Hand- 
winden (für Sundschen Oberflächenschöpfer), Spleißklemmen, Ersatzteile und 
Werkzeuge aller Art für Serienmaschine und Wasserschöpfer und vier komplette 
Titriereinrichtungen, bestehend aus Büretten, Pipetten, Titerflaschen, Normal- 
wassertuben, Chemikalien, Laboratoriumsgeräte, Hilfstafeln usw. 
Dicht bei der Serienmaschine war im sogenannten Ladebüro ein Ablese- 
raum mit Glasablesewanne und Thermometerhalterungen eingerichtet worden, 
in dem die Umkippthermometer nach Anpassung im Wasserbad mit der Nansen- 
lupe abgelesen wurden. 
Diese Ausrüstung und Herrichtung der Arbeitsplätze auf „Altair“ gestattete 
eine rasche Abwicklung der Serienmessungen, was notwendig war, da die 
Stationen in 20 bzw. 40 Seemeilen Abstand, d. h. mit Pausen von nur ein bzw. 
zwei Stunden, aufeinander folgten. Die Stationen mit zwei Serien (0—300, 
100—1500 m) benötigten durchschnittlich nur 1?!/, Stunden, die mit drei Serien 
(bis zum Boden) je nach Tiefe 2?/, bis 8 Stunden. Die pünktliche Innehaltung 
des Beobachtungsprogramms erforderte ein regelmäßiges Wachegehen (mit vier- 
stündiger Ablösung)? der Ozeanographen und des militärischen Hilfspersonals 
(Lotgäste). Die Leitung der Serienmessungen lag in den Händen von Prof. 
Dr. A, Defant, Dr. G, Neumann und des Verfassers, welche die Serienmaschine 
steuerten und die Maschinenprotokolle führten; den drei ozeanographischen 
Assistenten — Dr. H. Bruch, Dr. R. Machens, Dr. F, Defant — fiel die Yor- 
bereitung der Wasserschöpfer und Thermometer, die Führung der Ableseprotokolle 
und das Abfüllen der Schöpfer zu, wobei sie jeweils von zwei Lotgästen unter- 
stützt wurden. 
Unter Deck befanden sich im meteorologisch-ozeanographischen Labora- 
torium drei Arbeitsplätze für die an Bord auszuführenden Chlortitrierungen. 
Ein vierter Titrierplatz wurde in den wärmeren Regionen der Ausreise (bis zu 
den Azoren) in geschützter Lage auf dem Bootsdeck installiert. Während des 
ersten Teils der Reise wurden von Dr. H. Bruch und zwei hierfür ausgebildeten 
Matrosen die Wasserproben der ersten 21 Stationen — meist doppelt — titriert, 
1) Erste Lieferung im Juniheft 1940, S. 3—4. 
3) Auf der viertägigen Ankerstation führten Dr. F, Defant und der Verfasser die Wieder- 
holungsserien in regelmäßigem Wachturnus von sechs Stunden Dauer aus.
	        
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