Die auf d, Stationen d. Forschungsschiffes „Altair“ ausgeführten ozeanogr. Reihenmessungen. 11
waren 13 mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft neu beschafft
worden, 6 stammten aus den Beständen der Deutschen Seewarte, 4 aus denen
des Instituts für Meereskunde, Auch diese Instrumente, bei denen der ganze
Druck der Wassersäule auf die feinen Teile der Kapillare und der Quecksilber-
gefäße einwirkt, bewährten sich ausgezeichnet. Von den etwa 900 thermometrischen
Tiefenmessungen mißglückte nur eine infolge Versagens der Abreißvorrichtung
im ungeschützten Thermometer, Wegen der auftretenden großen Drahtwinkel
(vereinzelt bis 45°) war die systematische Verwendung der ungeschützten Kipp-
thermometer (drei Stück in jeder Serie, neun Stück bei einer tiefen Station) von
höchstem Wert. Die Widerstandsfähigkeit der Instrumente gegen Druck war
durch eine zweckmäßige Halterung des Quecksilbergefäßes und der umgebogenen
Kapillare gegenüber älteren Lieferungen noch erhöht worden. Fünf Instrumente,
meist älteren Musters, zerbrachen, ein Instrument ging verloren,
Die Oberflächentemperatur wurde auf den Stationen in einer mit Zink-
pütze aufgeschlagenen Wassermenge mit */,,°-Oberflächenthermometer gemessen.
aus der anschließend auch eine Wasserprobe zur Chlortitrierung abgefüllt wurde,
Während der Fahrt dienten die von A, Schumacher verbesserten Sundschen
Oberflächenwasserschöpfer mit Erfolg zur Bestimmung von Temperatur und
Salzgehalt, worüber G. Neumann’) unter Mitteilung der Meßergebnisse in dieser
Reihe bereits berichtet hat.
Für die große Zahl der abzufüllenden Wasserproben führte die Expedition
1000 Stück mit Patentverschluß versehener grüner Fläschchen von 190 ccm
Inhalt, 5000 Stück von 100 ccm Inhalt mit, letztere für die nur einmal zu
titrierenden Oberflächenproben und die Proben der Wiederholungsserien der
Ankerstation. .
Die Ausrüstung wurde schließlich vervollständigt durch Meterräder, Hand-
winden (für Sundschen Oberflächenschöpfer), Spleißklemmen, Ersatzteile und
Werkzeuge aller Art für Serienmaschine und Wasserschöpfer und vier komplette
Titriereinrichtungen, bestehend aus Büretten, Pipetten, Titerflaschen, Normal-
wassertuben, Chemikalien, Laboratoriumsgeräte, Hilfstafeln usw.
Dicht bei der Serienmaschine war im sogenannten Ladebüro ein Ablese-
raum mit Glasablesewanne und Thermometerhalterungen eingerichtet worden,
in dem die Umkippthermometer nach Anpassung im Wasserbad mit der Nansen-
lupe abgelesen wurden.
Diese Ausrüstung und Herrichtung der Arbeitsplätze auf „Altair“ gestattete
eine rasche Abwicklung der Serienmessungen, was notwendig war, da die
Stationen in 20 bzw. 40 Seemeilen Abstand, d. h. mit Pausen von nur ein bzw.
zwei Stunden, aufeinander folgten. Die Stationen mit zwei Serien (0—300,
100—1500 m) benötigten durchschnittlich nur 1?!/, Stunden, die mit drei Serien
(bis zum Boden) je nach Tiefe 2?/, bis 8 Stunden. Die pünktliche Innehaltung
des Beobachtungsprogramms erforderte ein regelmäßiges Wachegehen (mit vier-
stündiger Ablösung)? der Ozeanographen und des militärischen Hilfspersonals
(Lotgäste). Die Leitung der Serienmessungen lag in den Händen von Prof.
Dr. A, Defant, Dr. G, Neumann und des Verfassers, welche die Serienmaschine
steuerten und die Maschinenprotokolle führten; den drei ozeanographischen
Assistenten — Dr. H. Bruch, Dr. R. Machens, Dr. F, Defant — fiel die Yor-
bereitung der Wasserschöpfer und Thermometer, die Führung der Ableseprotokolle
und das Abfüllen der Schöpfer zu, wobei sie jeweils von zwei Lotgästen unter-
stützt wurden.
Unter Deck befanden sich im meteorologisch-ozeanographischen Labora-
torium drei Arbeitsplätze für die an Bord auszuführenden Chlortitrierungen.
Ein vierter Titrierplatz wurde in den wärmeren Regionen der Ausreise (bis zu
den Azoren) in geschützter Lage auf dem Bootsdeck installiert. Während des
ersten Teils der Reise wurden von Dr. H. Bruch und zwei hierfür ausgebildeten
Matrosen die Wasserproben der ersten 21 Stationen — meist doppelt — titriert,
1) Erste Lieferung im Juniheft 1940, S. 3—4.
3) Auf der viertägigen Ankerstation führten Dr. F, Defant und der Verfasser die Wieder-
holungsserien in regelmäßigem Wachturnus von sechs Stunden Dauer aus.