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Full text: 69, 1941

394 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1941. 
Weiter südlich von der Balkanküste erstreckt sich bei Kap Emona eine 
Erhebung weit ins Meer fort mit einer relativen Höhe von 10 m. Der Emona- 
Golf bildet ein Becken, vom eigentlichen Golf von Burgas durch einen kleinen 
submarinen Wall getrennt, der sich von Nessebär nach Südosten hin erstreckt. 
Die Cockatrice-Bank steigt im Süden von Kap Emona auf 9 m an, während der 
Beckenboden in 27 m Tiefe legt. Diese Nessebär-Hebung kann bis zu einer 
Tiefe von 50 m verfolgt werden, wo sie in den Schelfrand übergeht. 
Der Golf von Burgas zeigt zwei verschiedene Teile. Der innere Golf bildet 
ein ziemlich quadratisches Becken mit einer mittleren Tiefe von 20 m, einer 
Maximaltiefe von 26 m. Dieses Becken wird begrenzt durch eine felsige, teil- 
weise auch sandige submarine Region von Bänken, welche sich von Nos Sw. 
Anastasija bis Burgas erstreckt, wo sie nach Osten umbiegt und bei Pomorie 
endet. Eine gleiche Untiefe begleitet die Küste zwischen Pomorie und Nessebär, 
jedoch in geringer Breite, Die bedeutendsten Punkte sind die sandige Soka- 
Bank im Norden von Burgas, das Burgas-Riff und der Spitefire-Felsen davor, 
der aus einer Tiefe von 18 bis 20 m auf nur 8 und 5,5 m ansteigt. Das Stavro- 
Riff südwärts Pomorie gehört zu einem Kreis von Bänken, der sog. Crescentbank, 
ihr höchster Punkt liegt in einer Tiefe von nur 4.6 m bei Tiefen von 27 m außen 
und 16 m innen. 
Der innere Golf ist vom äußeren durch einen submarinen Abbruch von 
10 m getrennt, der zu einer Platte von 37 m übergeht, welche in 14 Kilometern 
von der Küste langsam auf 45 m absinkt. Die Schelfkonfiguration hat ihr Ende 
bei etwa 60m. . 
Der Schelf des südlichen Teils der bulgarischen Küste weist eine sehr inter- 
essante Struktur auf. Die ganze Küste von Sosopol bis zur Grenze wird von 
einem tiefen Graben begleitet; die Maximaltiefe dieses Grabens im Nordosten 
der R&sovska‘ Röka erreicht 80 m, während die Erhebung, die ihn von dem eigent- 
lichen Schwarzen Meer trennt, bis auf 35 bis 40 m aufsteigt. Dieser Graben ist 
in drei voneinander durch Bodenwellen getrennte Becken geteilt, das nördliche 
mit relativ 20 m Tiefe ist breit und erstreckt sich von Kap Sv. Stefan bis Kap 
Scheitan. Das zweite gegenüber Losenez ist ebenfalls flach und mit Schlick 
gefüllt. Das südliche von Zarevo ist sehr schmal und tief und geht über eine 
flache Schwelle von 37 m zu einem tiefen Becken über, welches sich zum Haupt- 
becken des Schwarzen Meeres hin öffnet. Ebenso abrupt bricht der ostwärtige 
Grabenrand in das Schwarze Meer ab, 
An der türkischen Küste weiter südlich ist die Struktur des Schelfes nicht 
ganz klar. Wir bemerken verschiedene voneinander unabhängige Becken, welche 
zum Schwarzen Meer hin sich öffnen, und einige Synklinalsysteme diskordanter 
Richtung. Diese unregelmäßige Region endet mit dem Bosporus-Tal, das sich in 
einer Tiefe von 250 m zum Becken des Schwarzen Meeres hin öffnet. Die Aus- 
gestaltung des Untergrundes, d, h. ob Sand, Schlick oder Fels am Meeresboden 
ansteht, ist aus der geologischen Karte!) zu ersehen. 
2. Entstehungstheorien. 
Über die Entstehung der submarinen Täler gibt es eine reichhaltige Literatur ?). 
Ich möchte hier nur die wichtigsten Theorien herausgreifen und kurz erwähnen. 
Shephard hat sie vor einigen Jahren im wesentlichen zusammengestellt (28). 
In Frage kommen folgende Anschauungen: 1, Subaerische Erosion (30, 31); 
Faltung subaerisch oder submarin (22, 27, 12—14, 36); 3. Subaerische Bildungen, 
die, mit Schwemmaterial ausgefüllt, später zu Abrutschen am Schelfrand führen 
(28, 29); 4. Erodierung durch Tiefenströmungen (9, 7, 23); 5. Erodierung und 
Lösung leichtlöslicher Gesteine; z. T. Bildung von Kolken (3, 32, 11). 
Bei einer kurzen Überschau über das vorliegende Vergleichsmaterial ergibt 
sich, daß Beispiele aus völlig uneinheitlichen Gebieten gewählt wurden. Wir 
finden Tiefseebildungen (30) neben typischen Schelfrandtälern und Scheintälern 
(„Mock-valleys“, Davis), Tälern an Flußmündungen mit und ohne nennenswerte 
1) Skizze 2. — *) Geogr, Jahrbuch 1940, TI. 1, Nra, 173 ff.
	        
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