Errulat, F,: Erdmagnetische Messungen auf See mit dem Doppelkompaß als Tauchgerät, 383
Fahrten kommt auf hoher See die Schwierigkeit hinzu, mit hinreichender Ge-
nauigkeit wieder auf gleiche Position zu kommen. Dieses ist nur dann möglich,
wenn Anpeilung von mindestens drei festen Punkten erfolgen kann. Im Stör-
gebiet südlich von Bornholm erhielten wir an einem solchen Punkt die folgenden
Werte: _ ;
Datum 1 ws | Innere Fehler | HH
A En + 0.039 0.1732 ;
17. X. 1938 | 0.02° 0.1738 017852304
Die erdmagnetische Variation ist hierbei nicht berücksichtigt. Die Werte
#2 folgen aus 6 bzw. 5 Messungssätzen, die auf je 20 bis 30 Aufnahmen be-
ruhen. Der Zeitbedarf blieb für jede vollständige Messung unter 5 Minuten.
Weitere Wiederholungen:
Datum | Y/z X ) Mittel
Station A... { 17. VIII o 1 0.1787 |
EHE
i .. [ 10. VIIL 293 1 0.174 .
Satan Bas | ST ES | | 0.1781 }o17a7 4.40
Bei dem vorhin erwähnten Fall schwerer Beschädigung ergab sich:
vorher: 24, V1IL 1938 ‚= 699° 0 H = 0.1858 =
nachher: 27. VIIT. 1938 WAZ E07 | 0.1875 } 0.180065
Differenz: 0,0017
Die dritte Stelle kann hier nur den wahrscheinlichen Wert angeben,
Es darf nicht verschwiegen werden, daß bei Wiederholungsmessungen auch
schlechtere Übereinstimmung vorkam. Bei astronomischer Navigation muß mit
einem Fehler von + 1 Seemeile gerechnet werden, also mit einer Standortsdiffe-
renz, die in magnetischen Störungsgebieten leicht zu Felddifferenzen von mehreren
100 % führen kann. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn Unsicherheiten bis zu
+ 170 y vorgekommen sind. Auch bei den obigen Vergleichen vom 24. und
27, YIIL ist ein Positionsfehler von + 0,5 sm möglich, zudem lag die Station in
der bekanntlich stark gestörten östlichen Ostsee, Messungen bei sehr unruhiger
See zwingen natürlich zur Wiederholung, dürfen aber als Wertmaßstab für die
Sicherheit der Methode ebensowenig gelten wie Messungen an Land an magnetisch
unruhigen Tagen. Bei der Messung an den Säkularstationen der deutschen
magnetischen Reichsvermessung I. Ordnung wird heute an jeder Station nicht
nur mit zwei Instrumenten, sondern auch von zwei Beobachtern gemessen, um
größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Bei einer größeren Seevermessung
nach der beschriebenen Methode erscheint es ratsam, in entsprechender Weise
mit zwei vollständigen Geräten zu arbeiten, von denen das zweite sofort nach
dem Einholen des ersten ausgesetzt werden müßte, Der zusätzliche Zeitbedarf,
der bei gut eingeübter Schiffsmannschaft auf etwa */, Stunde zu veranschlagen
ist, wäre wohl zugunsten besserer Kontrolle der Einzelstation vertretbar,
Zu der folgenden Tabelle (siehe S. 384) sei als Beispiel ein Auszug aus den ab-
gelesenen Werten für eine normale Messung wiedergegeben,
Damit ist der innere Fehler der einzelnen Messung gegeben. Der tatsäch-
liche, durch Wiederholungsmessungen gekennzeichnete Fehler wurde vorher zu
etwa 10 bis 50 festgestellt.
Es fragt sich nun, ob die Messungen in der Tauchkugel einen Vergleich mit
den bisherigen Ansprüchen an Messungen auf See werden standhalten können.
Über die Genauigkeitsansprüche der bekanntesten bisherigen Versuche lassen
sich die folgenden Angaben machen,
Von den Messungen an Bord der „Galilee“ wird im Carnegie-Werk, Bd, 1IT,
mitgeteilt, daß der Fehler sich der 3. Stelle nähert, die 4. Stelle also nur als
Rechenstelle aufgefaßt wurde. Das in der dortigen Tabelle 4 auf Seite 56 gegebene
Beispiel für eine Messung auf einer Position nach drei verschiedenen Methoden