368 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1941.
aber in beiden kleineren Zeiträumen die Schwankungen der Amplituden geringer
gewesen als in den längeren Reihen. Die Amplituden selbst sind bei Berlin in
der längeren Reihe größer als in der kürzeren; für Leipzig findet das Umge-
kehrte statt, wie schon oben bemerkt wurde.
In den letzten Zeilen der Tab, 6 sind noch die Verhältnisse der Streuungen
yon Berlin zu denen von Leipzig gegeben. Sie sind in Berlin größer als in
Leipzig, was man kaum hätte erwarten können.
11. Schlußbemerkung, Auf die Frage, welcher Monat des Jahres der jeweils
kälteste bzw. wärmste war, bin ich nicht eingegangen, um Kollisionen mit der
Arbeit von Nägler (oben angeführt, S. 68f) zu vermeiden. Das kommt aber
nur für die A,, Mx., und Mi., in Betracht,
12. Jahrzehntemittel der Temperatur von Berlin und Leipzig. Von den ab-
soluten Werten der Temperatur war bisher nicht die Rede gewesen; es handelte
sich ja nur um ihre Schwankungen. Der Vollständigkeit halber aber gebe ich
hier am Schluß noch die Jahrzehntemittel für beide Stationen, in denen gemein-
same Aufzeichnungen vorliegen, siehe Tab. 7.
Tabelle 7.
Jahrzehntemittel der Jahrestemperaturen von Berlin und Leipzig
für die Jahre 1831 bis 1900.
(Str, = Streuung, x = mittlerer Fehler der Korrelationsfaktoren.)
= —— DT az VE ZZ. =
Jahrgang {7 Berlin * einzig] Differenz] Korrelationsf.‘
1831— 1840
1841— 1850
1851—1860
18361-—1870
1871—1880
1881—-1890
1891—1900
1. | 9.02
Str. ...... 140.24
100 k($).. +57
8.83° = 0.65“
8.69 0.57
8.84 | 0.84
9.27 | 0.86
9.35 * 0,89
8.90 | 0.47
RB 9K a4
n 0.66
+0,20
2a
R 7A
2.42
R.77
60
4
x 9
209
‚8.52
+0,21
. AI
05°
5,65
4.90
0.98
0.94
0.53
ZA3
‚+0,78
20.22
66
+0.30° 0.48
+0.27 : 0.44
+0.07 | 0.20
‚+0,67 | 0.25
+1.01 ! 0.28
+O71 0.22
„On AS?
;+0.50
| +0,30
f +53
+ 0,30
+ 0.12
„99
86 16
94 2?
! 88 | 1
| 93 | 1%
92 |
87
en
90
+21
„19
+ 14
3
4-
T, :k(B.L.) = +0.15 +0,36
Str.: k (B.L.) = +0,88 20.18,
Da in den Originalwerken zwar Fünfjahresmittel, aber nur auf Zehntel-
grade und ohne Unsicherheiten, gegeben sind, dürfte die Tabelle einen selbständigen
Wert haben.
Es ergibt sich nun die merkwürdige Tatsache, daß die Korrelation beider
Stationen innerhalb der Jahrzehntemittel sehr groß ist und im Mittel + 0.90
beträgt, daß aber die Jahrzehntemittel der Temperaturen selber viel schlechter
„korrelieren“, Der Kf, beträgt nur + 0.15 + 0.36. Dagegen der der Streuungen
ist mit + 0.88 sehr viel größer! Letzteres hängt zusammen mit den hohen Kff.
für die Jahrzehntemittel: der Verlauf der Temperatur war in Berlin und
Leipzig immer sehr ähnlich, in jedem Jahrzehnt, aber die absoluten Werte der
Temperaturen waren von Jahrzehnt zu Jahrzehnt verschieden, Auf diese Eigen-
tümlichkeit muß man vor allem Rücksicht nehmen beim „Reduzieren“ einer
Station auf eine andere!), Das Mittel der Differenzen Berlin— Leipzig hat mit
0.50° eine Streuung von 0.30, die fast genau gleich dem nach Zufallsverteilung
zu erwartenden Werte 0,32 ist. Bei einer zu Reduktionszwecken zu verwendenden
Station aber müßten die Differenzen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wenigstens
annähernd gleich sein. Auf einen Stationswechsel dürfte (nach Näglers Be-
merkung) dies nicht zurückzuführen sein. ,
Daß Berlin eine um !/,° höhere Jahrestemperatur hat, dürfte auf den dort
sehr bedeutenden „Großstadteinfluß“ zurückzuführen sein, der sich ziemlich weit
hinaus erstreckt, so daß Berlin eine Wärmeinsel bildet, wie auch von anderen
gelegentlich gesagt ist.
1) In der Zeitdienstsprache würde man sagen: Der Gang beider Stationen ist sehr viel regel-
mäßiger als der „Stand“.