accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

556

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 194],

In Abb. 11a bis d und Abb. 12a und b sind für beide Küstengebiete Temperatur-Vertikalschnitte
 entworfen, Bei der Bearbeitung und Darstellung derartiger
 vertikaler Temperaturverhältnisse in einem Gezeitenmeer wie der Nordzee,
 in welcher der Temperaturfaktor gerade zu dieser Jahreszeit eine große
Instabilität gegenüber äußeren Einflüssen aufweist, sind nur solche hydrographischen
 Stationsserien miteinander zu verbinden, die möglichst zeitlich dicht
aufeinanderfolgen. Die für diese „Poseidon“-Fahrt geltenden Temperaturschnitte
konnten nicht in allen Teilen horizontal so ausgenutzt werden, wie oben angegeben
 ist [vgl. dazu die Fahrtroute des „Poseidon“ unter (1) auf Taf, 13].
Für das Gebiet der nordfriesischen Küste sind die folgenden westöstlich
gerichteten vier Vertikalschnitte Graa Dyb, List, Amrum und Hever gezeichnet
and in geographisch richtiger Lage zueinander orientiert [siehe Abb. 11a bis d
auf Taf, 24]. Alle vier Profile zeigen gemeinsam, daß ein östlicher wärmerer
Wasserkörper einen westlichen kälteren überlagert und daß die Grenzschicht
zwischen diesen beiden Wasserkörpern sich durch eine ausgeprägte Mischungszone
 mit besonders starken Temperaturgradienten auszeichnet, Die Hauptisotherme
 dieser Grenzschicht ist wohl im Graa Dyb-Schnitt und auch in den
südlicher‘ gelegenen mit 8.0°C, anzusetzen. Ihr Verlauf zeigt in allen vier
Profilen, daß die Grenzfläche zwischen den Wasserkörpern mit der Temperatursprungschicht
 zusammenfällt und von Westen nach Osten einfällt oder schräg
gestellt ist, wie theoretisch gefordert wird, Im einzelnen wird der Temperaturgradient
 in dieser Sprungschicht derart verstärkt, daß aus dem Lister Tief
(Abb. 11b) und dem großen Prielsystem der Hever (Abb. 11d) bedeutende und
stark kontinental erwärmte Wassermassen in die Deutsche Bucht abfließen. Eine
stärkere Erhöhung der Temperatur des östlichen Wasserkörpers ist auf der Höhe
von Graa Dyb (Abb. 11a) und Amrum (Abb. 11€) nicht zu verzeichnen.
Für das Gebiet der ostfriesischen Küste sind für den vorliegenden Fall nur
zwei nordsüdlich orientierte’) Temperaturschnitte Borkum und Norderney (siehe
Abb. 12a u. b auf Taf. 24) gezeichnet worden. Auch hier sieht man, wie der an
der ostfriesischen Küste liegende stark erwärmte Wasserkörper den kälteren,
mehr die größeren Tiefen der Deutschen Bucht ausfüllenden Wasserkörper überlagert.
 Nur der südliche Teil der beiden oben angegebenen Schnitte kann in
diesem Zusammenhang gezeigt werden.
I{n den Abb. 13a bis £ ist der haline Vertikalaufbau durch sämtliche oben
angeführten zonalen Schnitte dargestellt, Diese Profile wurden in horizontaler
Richtung vollkommen ausgenutzt, wenn auch hier und da eine geringe zeitliche
Salzgehaltsänderung einzelner Stationen gegeneinander bei der Zuordnung in
Vertikalschnitten in Kauf genommen werden mußte. Diese Salzgehaltsschnitte
zeigen, daß die beiden sich überlagernden, verschieden temperierten Wasserkörper
auch hinsichtlich ihrer Salzgehaltsverhältnisse unterschiedlicher Natur sind. Der
östliche wärmere Wasserkörper ist salzärmer und damit spezifisch leichter als
der westliche, besonders in den Tiefenlagen kältere Wasserkörper, der salzreicher
und damit spezifisch schwerer ist. Die Ausbildung der Grenzschicht, also der
Konvergenzzone, zwischen diesen beiden Wasserkörpern ist bei den südlicher
gelegenen Schnitten sehr gut ausgeprägt, besonders im Amrum-, Hever- und
Eiderschnitt (Abb. 13c bis e). In diesem Gebiet ist auch die Konvergenzlinie
im Oberflächenwasser, also die Schnittlinie der Grenzfläche zwischen den beiden
Wasserkörpern mit der Meeresoberfläche, am stärksten ausgebildet. Wie an der
Oberfläche so zeichnet sich die Konvergenz auch in der Tiefe durch besonders
große Salzgehaltsgradienten aus, Innerhalb der Grenzschicht hat sich besonders
im Amrum- und Heverschnitt (Abb. 13ec u. d) eine von West nach Ost schräg
einfallende Salzgehaltssprungschicht herausgebildet. Wegen der zu dieser Zeit
zunehmenden Erwärmung der gesamten Deutschen Bucht ist die in der vertikalen
Temperaturverteilung erkannte Sprungschicht gleich Grenzschicht der Wasserkörper
 nicht in allen Tiefen identisch mit der Salzgehaltssprungschicht gleich
Grenzfläche. Für die Verhältnisse der Deutschen Bucht ist daher die Salzgehaltssprungschicht
 in allen Profilen als Grenzfläche und als Konvergenz
7 In der Zeichenebene von rechts nach links gesehen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.