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Full text: 69, 1941

350 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1941. 
Tiefs (des ostwärts gewanderten Elbmündungstiefs) und gegen Ende unter dem 
Jer Vorderseite des kräftigen Hochdruckrückens. Das bedeutet nichts anderes 
als die Ausgestaltung einer quasi-stationären Nordwestwetterlage. Die Wind- 
verhältnisse bei F.-Sch. „Elbe 1“ (Abb. 1ec) zeigen das sehr deutlich Eine weitere 
wesentliche Abnahme der Lufttemperatur wird nicht festgestellt (Abb. 2a-—c). 
Es ist bemerkenswert, daß die Vorstöße der maritim-arktischen Kaltluft keinen 
wesentlichen Einfluß auf den thermischen Zustand des Oberflächenwassers der 
Deutschen Bucht ausgeübt haben. Vielmehr ist eine stetige Erwärmung des 
Wassers zu verzeichnen (0.7 bis 1.2° C Temperaturerhöhung). Das hat sogar 
zur Folge, daß während dieser Pentade die Differenz Luft- minus Wassertempe- 
ratur negativ wird [siehe Abb. 2b, bei „Elbe 1“ beträgt L— W=  —1.1° CC]. 
Vierte Pentade: Ein der okkludierten und nach Island vorgestoßenen atlan- 
tischen Zyklone voraufgegangenes Druckfallgebiet breitet sich über England 
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Abb. 2a. Abb. 2b. Abb. 2e. 
„Borkumriff“-Feuerschiff. „Elbe 1“-Feuerschiff, „Amrumbank“-Feuerschiff. 
Dentade - 
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80 
nach der Nordsee aus und baut das über der Deutschen Bucht liegende Teilhoch 
ab. Durch Auffüllung des zwischen der Südspitze Grönlands und Islands ge- 
legenen Tiefs tritt eine Wetterumgestaltung ein. Das Azorenhoch kann zwischen 
Island und den britischeln Inseln kräftig vorstoßen und sich an das skandina- 
vische Hoch anschließen. Europa steht jetzt unter dem Einfluß eines breiten, 
vom Azorenhoch über Skandinavien nach Nordrußland reichenden Hochdruck- 
rückens und einer westlich gerichteten Tiefdruckrinne über Westrußland. Gegen 
Ende dieser Pentade zerfällt diese Hockdruckbrücke durch die Westausbreitung 
der russischen Zyklone, Die gesamte Nordsee wird von einem Teilhoch bedeckt, 
Dieser Witterungsumschlag verursachte für das Gebiet der Deutschen Bucht eine 
stark ausgeprägte Südost- bis Nordostwetterlage (Abb. 1d). Durch diese grund- 
legende Umbildung der Großwetterlage wurden die Küsten- und angrenzenden 
Meeresgebiete so stark erwärmt, daß bei allen Feuerschiffen nicht nur eine außer- 
ordentlich starke Zunahme der Lufttemperatur, sondern vor allem auch eine 
verhältnismäßig kräftige Erhöhung der Wassertemperatur zu verzeichnen ist 
(Abb. 2a—c). Die Temperaturdifferenz Luft‘ minus Wasser ist in der vierten 
Pentade wieder positiv geworden und beträgt rund 3° C. 
An Hand der Temperaturbeobachtungen von 2 permanenten Stationen des 
deutschen hydrographischen Beobachtungsdienstes für dieInternationale Meeres- 
forschung (Kopenhagen)®), die in der westlichen Deutschen Bucht liegen (17), 
kann auch für die offene See der grundlegende thermische Einfluß der Atmo- 
sphäre auf den hydrographischen Zustand dieses Meeresgebietes während der 
vierten Pentade nachgewiesen werden (Abb. 3). Der zeitliche Beginn des Einsatzes 
z Internationale Dampferroute Nr, 31: Esbjerg—Harwich.
	        
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