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Volltext: 69, 1941

Goedecke, E.: Beiträge zur Hydrographie der Konvergenz der Deutschen Bucht, 347 
Lageänderungen der Konvergenz und Verschiebungen des hydrographischen Auf- 
baus dieser Diskontinuität gewinnen, 
In einer weiteren Arbeit wurden die für die Entstehung des Konvergenz- 
gebietes in seinem südlichen Teil verantwortlichen Aktionszentren der inneren 
Deutschen Bucht durch ein TS-Diagramm veranschaulicht (0). 
Jahreszeitliche und jährliche Schwankungen hydrographischer Leitfaktoren 
über längere Zeit an bestimmten festen Punkten des Konvergenzgebietes wurden 
eingehender verfolgt [siehe (10) bis (12)]., Enge Zusammenhänge zwischen dem 
gleichzeitigen Verlauf bemerkenswerter Anomalien hydrographisch-meteorolo- 
gischer Faktoren in diesem Gebiet sowie Untersuchungen über den Einfluß der 
Gezeiten und der abfließenden kontinentalen Wassermassen auf den hydro- 
graphischen Vertikalaufbau der Konvergenzzone weisen auf sehr komplizierte 
hydrographische Probleme hin. 
In diesem Zusammenhang versuchen zwei weitere Arbeiten [siehe (1:3) und 
(14)], gewisse Vorstellungen über die dynamischen Verhältnisse, insbesondere über 
anperiodische Wasserbewegungen im Oberflächenwasser der Deutschen Bucht 
wiederzugeben. Besondere Aufmerksamkeit wird hier der Lage der in der 
Konvergenzzone vorhandenen Wirbelkerngebiete in Verbindung mit besonderen 
orographischen Verhältnissen des Meeresbodens der Deutschen Bucht geschenkt. 
Weiterhin wird hierbei auf die besondere Stellung der Hydrographie der tiefen 
Rinne südlich Helgoland im Gesamtrahmen der hydrographischen Veränderungen 
des Konvergenzgebietes hingewiesen. 
3. Die Forschungsfahrt des R. F, D. „Poseidon“ in die Deutsche Bucht im Mai 1933, 
Zur Untersuchung des inneren Aufbaus der Konvergenz der Deutschen 
Bucht, insbesondere der Grenzfläche zwischen zwei Wasserkörpern, dem west- 
lichen Nordsee- und dem östlichen Küstenwasser, ist die Frühjahrsfahrt des 
„Poseidon“ vom 12, bis 23. Mai 1933 sehr geeignet gewesen [siehe unter (1) auf 
S. 117 u, Taf. 13 rechts]. Die Fahrt bildete eine weitere Ergänzung zu den 
gleich nach dem Weltkriege von der Deutschen Wissenschaftlichen Kom- 
mission für Meeresforschung in der Deutschen Bucht ausgeführten Reisen, 
Auf mehreren senkrecht zur nord- und ostfriesischen Küste gelegten Schnitten 
wurden außer den biologischen Untersuchungen an 74 Serien- und 2 Anker- 
stationen zahlreiche Beobachtungen für Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff und 
Alkalinität ausgeführt. Das Hauptaugenmerk von hydrographischer Seite wurde 
darauf gelegt, auf Grund der Ergebnisse von früheren Untersuchungsfahrten in 
der südlichen und südöstlichen Nordsee ein möglichst dichtes Netz von hydro- 
graphischen Beobachtungsstationen in systematischer Weise zu gewinnen. Auch 
in vertikaler Richtung wurde eine Vermehrung der zu beobachtenden Tiefen- 
stufen angestrebt. Es galt vor allem, die genaue Tiefenlage der thermo-halinen 
Sprungschicht an sämtlichen Stationen im Konvergenzgebiet der Deutschen Bucht 
zu bestimmen. Denn, wie später noch gezeigt wird, fällt in diesem Meeresgebiet 
meistens die Sprungschicht mit der Grenzfläche zwischen den beiden verschie- 
denen Wasserkörpern zusammen, 
Diese Verdichtung der hydrographischen Serien- und .auch Oberflächen- 
beobachtungen ist und bleibt auch späterhin für eine differenzierte Untersuchung 
der zeitlichen und räumlichen Veränderungen des hydrographischen Zustandes 
der Deutschen Bucht unerläßlich, Nur auf einer solchen Grundlage von eng- 
liegenden hydrographischen Beobachtungspunkten kann etwas über den Ablauf 
dynamischer Vorgänge ausgesprochen werden, 
Die Beobachtungstätigkeit während dieser „Poseidon“. Fahrt wurde dadurch 
weitgehend ausgebaut, daß sämtliche deutschen Nordsee-Feuerschiffe und die 
Staatliche Biologische Anstalt auf Helgoland tägliche Beobachtungen für 
Temperatur und Salzgehalt ausführten, Diese Arbeitsrichtung, die sich auch 
später immer wieder bewährt hat [siehe unter (4) und (s)}, erfaßte die hydro- 
graphischen Veränderungen an den einzelnen festen Beobachtungspunkten der 
inneren Deutschen Bucht. Das auf dem „Poseidon“ gewonnene hydrographische 
Beobachtungsmaterial, das in möglichst kurzer Zeit auf vorteilhaft angelegten
	        
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