340 Annalen der Hydrographie und Maritimen, Meteorologie, Oktober 1941.
Nebelband entstammt offensichtlich den südwestlichen Taleinschnitten, die zum
Yacaf-Sund führen, Diese sind jedenfalls mit dichten Nebelballen ausgefüllt, An
seinem sichtbaren nördlichen Ende zerfließt das Nebelband mit unscharfen Be-
grenzungen und breit über den ganzen Talgrund gelagert und erreicht vielleicht
am Lago Risopatron die unteren Hänge des Cerro Tesoro. — Die hohen Wolken
scheinen sich nun rasch zu verdichten, — 8%b; Bedeckung 4, ci, stellenweise
uncinus, im S einzelne Cist-Partien, NW 1, -— 9b; Nach vorübergehendem E 1
weht ein leichter S, der allmählich bis Stärke 3 anwächst. Die Bewölkung wird
dünner und über dem Beobachtungsorte auch geringer, — Gegen 11% hat die Be-
deckung wieder stark zugenommen, Die grauweißen, ast-artigen Bänke zeigen
streifig dunklere Schatten, Die Cirren, vorher ein scharf gezeichnetes fädiges
Gewirr, sind nun verwaschen und ohne deutliche Konturen, Zum Mittagstermin,
14h, stehen vor einförmiger hoher Ast-Wand im W einzelne zerrissene Ce,
während ein unruhiger SSW mit Stärke 3 weht, Besonders nach NE hin ist eine
größere Himmelsfläche unbedeckt, Der sonst zu 7/,, bewölkte Himmel wird haupt-
sächlich von zerfaserten Ci überzogen. Schon eine Stunde später ist die Wolken-
lücke von schweren, vorhangartig gezeichneten Acu von dunkel blaugrauer Farbe
bedeckt, Leider war es nicht möglich, den ungemein vielseitigen Wechsel der
Wolkenbilder in diesen Stunden zu verfolgen, — Um 17% prägen über die ganze
Fläche verstreute Acu-Schollen, die größtenteils Lentic.-Form haben, das Himmels-
bild. Von nun an werden die Gestalten wieder einfacher, die Bedeckung nimmt
ab. Jene Schichtwolken, die man bald für einen hohen Ast, bald für einen sehr
dichten Cist hält, zeigen sich am beständigstien, — Um 19% überspannen sie
nicht mehr die Hälfte des Himmels und liegen wieder vorwiegend im S und X.
Ein leiser Zug aus N bis NE hat nach Sonnenuntergang eingesetzt, — Gegen
20% fallen kurze Böen aus NW bis Stärke 4 ein und bringen eine neuerliche
Erwärmung. %/,, des Himmels sind von dichten Ci und einigen dunklen un-
scharfen Schatten verdeckt. Etwa drei Stunden später setzt nach kurzer Stille
schwacher E-Wind ein. Ein großer Teil des Himmels ist unbedeckt. — 15.3. 7h:
Bei mäßigen Regenschauern treiben sehr lockere Fetzen von Schlechtwetterwolken
unter einer fast einförmigen helligrauen Decke in böigem Norder. Nur der Gipfel
des Cerro Tesoro ist verdeckt. Eine halbe Stunde später werden durch dünne
Schleier einzelne blaue Lücken sichtbar. Große heile Acu-Fetzen mit verwaschenen
Rändern zeigen an, daß der um 7b beobachtete Ast nur durch einen leichten
Schleier vorgetäuscht wurde. Dr. GG, H. Schwabe.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Thorade, H. Ebbe und Flut. Ihre Entstehung ' Kenntnisse voraus und bleiben daher dem größeren
und ihre Wandlungen, (Verständliche Wissen-' Kreise der Interessenten verschlossen,
schaft, Bd. 46.) Berlin: Julius Springer 1941, Ebbe und Flut gehören nun zu den Natur-
VI, 115 8, und 69 Abb. Preis geb. 4.80 RM erscheinungen, die mit am bekanntesten sind,
Es ist sehr zu begrüßen, daß in der Sammlung Durch dieses kleine Werk von Thorade, das die
„Verständliche Wissenschaft“ auch ein Band er neuesten Erkenntnisse zur Darstellung bringt, wird
schienen ist, der die Gezeitenerscheinungen behan eine schon lang empfundene Lücke ausgefüllt, Der
delt. Bisher gab es, von einigen unsinnigen Bro Verfasser, ein hervorragender Pädagoge, hat auf
schüren abgesehen, kaum etwas über diesen Gegen. verhältnismäßig geringem Raum eine ausgezeichnete
stand in deutscher Sprache, aus dem der Ferner. Leistung geboten, die durch die Art der Dar-
stehende einen Einblick in die Gezeitenlehre ge stellung, durch die Abbildungen und Zeichnungen
winnen konnte, Einmal sind eine Übersetzung in: ein rechtes Verständnis für die Gezeitenerschei-
Deutsche von Darwins, Ebbe und Flut und ver. nungen erwecken wird, Nur leider zu häufig be-
wandte Erscheinungen im Sonnensystem, und in der gegnet man noch heutzutage völlig irrigen Ansichten
Sammlung Meereskunde ein Heft von Defant, über die Entstehung der Gezeiten, Es ist. sicher
Ebbe und Flut des Meeres, vorhanden, KErsterer der schönste Lohn für den Verfasser, wenn das
Werk, dessen 2. Auflage schon vor etwa 30 Jahren Buch, weit verbreitet, aufklärend wirkt,
erschien, bringt wohl die Grundtheorien der Ge- Der Verfasser beginnt sein Werk mit einem
zeiten, wendet sich dann aber vor allem astrono- Bericht darüber, was der aufmerksame Beobachter in
mischen Erscheinungen zu, Inzwischen hat sich Gezeitengebieten wahrnimmt, und beschreibt dann
aber die Theorie erheblich weiter entwickelt, und die Art der Messung der Gezeitenerscheinungen,
im Büchlein von Defant wird schon kurz über An den g”ewonnenen Messungen wird dann dar-
die neueren Anschauungen berichtet. Die weiterhin gestellt, auf welche beiden Arten es möglich
erschienenen Werke setzen vielfach mathematische ist, die Gezeitenerscheinungen vorauszuberechnen,