accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

Kleinere Mitteilungen. 
339 
Die natürlichen Werte von sin 6 und cos $ in den Ephemeriden oder wenig- 
stens in den nautischen Jahrbüchern neben den scheinbaren Sternörtern anzu. 
geben, habe ich ebenfalls früher vorgeschlagen. Es handelt sich für mich hier 
nicht um irgendwelche Prioritätsansprüche, sondern nur darum, die oben ge- 
nannten Vorteile nochmals hervorzuheben, Hiermit verbinde ich den Wunsch, 
daß sich die Rechenmaschine in Zukunft auch in der Praxis der astronomischen 
Navigation durchsetzen möge, 
Heidelberg, den 20, August 1941, 
Dr. Pasquale Sconzo, Prof, Collegio Navale G. I, L. Venezia. 
2, Halo-Erscheinungen an künstlichen Lichtquellen. Die als „Säule“ be- 
zeichnete Halo-Erscheinung zeigt sich als schmaler matter Streifen weißen 
Lichtes, der sich von der Sonne, oder des Nachts vom Monde aus, senkrecht 
erhebt und sich nach oben allmählich verliert. Sie entsteht durch Zurückwerfung 
des Lichtes an der Unterseite von Eiskristallen, die sich in pendelnder Bewegung 
befinden, ähnlich wie das langgezogene Bild einer Lichtquelle in einer leicht 
bewegten Wasserfläche, Die Eiskristalle sind im allgemeinen Bestandteile von 
Cirrus- oder Altostratuswolken, In den Polargebieten, oder in strengen Wintern 
auch bei uns, können sie auch in den unteren Luftschichten auftreten. 
In einer Julinacht des vorigen Jahres hatte ich Gelegenheit, im Raum des 
nordwestdeutschen Küstengebietes Halo-Säulen zu beobachten, die über am Hori- 
zont aufleuchtenden Mündungsfeuern der Flak erschienen, Inmitten des gewöhn- 
lichen Lichtscheines jedes Abschusses erhob sich auffallend hell die Halo-Säule, 
ähnlich einem weit entfernten, senkrecht nach oben gerichteten Scheinwerfer- 
Strahl. Der Himmel war zu etwa 7/,, mit Cirren bedeckt, durch die helle Sterne 
noch gut sichtbar waren, Als ein angreifendes Flugzeug eine Leuchtbombe 
warf, erschien auch über dieser die Lichtsäule in der gleichen gelblichen Farbe, 
wie der Leuchtsatz sie ausstrahlte. Sogar das Pendeln der Leuchtbombe am 
Fallschirm konnte man an einem leichten Hin- und Herschwingen der Licht- 
säule erkennen, wobei diese stets genau senkrecht gerichtet blieb, während der 
durch das Zugloch des Fallschirmes nach oben dringende Lichtschein sich etwas 
hin- und herneigte, Die Sprengpunkte der Flakgeschosse zeigten die Erschei- 
nung nicht, da ihre Helligkeit dazu zu gering war. R. Becker, 
3, Klimatographische Witternngsschilderung, Nr. 162: Chile. — Aus der 
Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte. — 
Witterungsverlauf an einem Herbsttage in Puerto Puyuhuapil). Be- 
obachtungstag: 14. März 1939, 
In Gegensatz zum gewohnten Verlauf eines Tages in einer Schönwetter- 
periode wehte gestern der SSW-Wind nur mit Stärke 2 und war unruhig. Fast 
den ganzen Tag über beherrschten zarte zerfaserte Cirren in unregelmäßig 
fächenhafter Verteilung das Himmelsbild. Ferner fiel nach Sonnenuntergang 
auf, daß der sonst bald einsetzende ruhige NNE-Wind sich nicht recht entwickelte. 
Ein schwacher Hauch pendelt zwischen SSE und NNE. — Zum Abendtermin 
war der Himmel sternklar, eine Bewölkung war nicht zu erkennen. — In der 
Nacht fiel starker Tau. Der Morgen des 14, 3. ist kühl. Cist und flächige Aecu- 
Streifen röten sich kräftig vor der aufgehenden Sonne. — 7%: Über die ganze 
Himmelsfläche sind mit zahlreichen kleinen und größeren Lücken zerfaserte 
weiße Schleier verteilt, die etwa 7/,, des Himmels bedecken, Stellenweise gehen 
sie ohne scharfe Grenzen in dichtere Schichten über, die sicher den mittleren 
Wolken angehören und ast-artig aussehen, Diese stehen besonders im S, Während 
an der Station und auf der E-Seite des Tals ein stärkerer NNE (2) als gewöhn- 
lich weht, ziehen drüben, in kaum 800 m Entfernung im W wenige Meter über 
dem Fjordspiegel und dann weiter nordwärts, die Baumkronen umhüllend, mäßig 
dichte Nebelschleier nach N. Dieses etwa 100 m hohe und nicht viel breitere 
‘) Wegen der Lage von Puerto Puyuhuapi siehe den Aufsatz des Verf, „Über das Klima 
im Küstengebiet von Südebile“ in Ann, d, Hydr. usw. 1939, S. 30ff. Weitere Klimatogr. Wittrgs- 
schlürg. des Verf. aus Puerto Puyehuapi s, Aun, d, Hyde, usw. 1939 8, 152ff.: 1940, £. 263.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.