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Full text: 69, 1941

836 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1941, 
bildern oder, was dasselbe ist, die Stundenwinkel t, = BP,F, und t, = BP.F, der 
Sterne, bezogen auf den Meridian von B. 
Ein Beobachter, der aus gleichzeitigen Messungen Höhen beider Sterne erhält, 
befindet sich in einem Schnittpunkt derjenigen Höhengleichen, deren Radien gleich 
den Komplementen der gefundenen Höhen sind. Liegen die Höhengleichenscharen 
in einer Erdkarte beliebigen Entwurfes gezeichnet vor, so erhält man aus den 
gefundenen Höhen lediglich durch Einblick in die Karte ohne jede weitere Rech- 
nung oder Zeichnung ©, t, und t, für den Beobachtungsort B, Da die geraden 
Aufsteigungen &, und &, in dem gedachten Zeitraum sich nicht ändern, kann 
man die Meridiane der Karte mit den Werten (t, + @,) = (tz 4 @,) = Ortssternzeit 
beziffern und erhält dann diese Werte aus der Karte, Der Übergang zur Länge 
von B erfordert nunmehr nur noch die Kenntnis der mittleren Greenwicher Zeit 
und der geraden Aufsteigung der mittleren Sonne, 
IL Ausführung. — Eine Karte, die zwei solche Höhengleichenscharen ganz 
umfaßte, wäre zu groß für den Bordgebrauch; man muß sie in Stücke von hand- 
licher Größe zerschneiden. In dieser Form gibt die Deutsche Seewarte, Abteilung 
Nautik and Hydrographie, im Auftrage des Oberkommandos der Kriegsmarine 
seit Anfang 1940 ein Höhengleichendiagramm -Werk heraus, wovon jetzt sieben 
Bände vorliegen, von 75° N bis 5° N-Br. Das Format der einzelnen Blätter ist 
Din A 4 (297 mm X 210 mm). Jedes Blatt umfaßt eine halbe Stunde Sternzeit, jeder 
Band 10° Breite; 27 Sternpaare treten auf. Für die sieben Bände mit rund 
300 Blättern sind etwa 100000 Punkte berechnet worden, wie Prof, Dr. Schütte 
mitteilt. Im Hinblick auf diese Rechenarbeit, die entsprechend große Zeichen- 
arbeit, die Berechnung und Herstellung der Hilfstafeln und zusätzlichen Diagramme, 
den Gesamteindruck und die schöne Ausführung darf man von einem imposanten 
Werke sprechen. . 
Ni. Anwendung. — Die Diagramme dienen nicht nur der Auswertung, sondern 
auch der Vorbereitung der Beobachtungen, Mit Hilfe eines einfachen Überschlags 
und eines Hilfsdiagramms wird ermittelt, welche Sternpaare über dem Horizont 
stehen, welches Blatt des Bandes man braucht und auf welche Höhen die Sextanten 
eingestellt werden können, Auch das Azimut kann im Vorwege entnommen werden, 
weil der Azimutstrahl beinahe senkrecht zur Höhengleiche steht (aus praktischen 
Gründen ist ein Entwurf gewählt, der etwas von der Merkatorkarte abweicht), 
Die Höhengleichen sind Kurven gleicher scheinbarer Höhe, Daher werden 
die vom Sextanten abgelesenen Winkel nicht für Strahlenbrechung berichtigt. 
Bei Benützung eines gewöhnlichen Sextanten bringt man nur Indexberichtigung 
und Kimmtiefe, beim Libellensextanten nur die Berichtigung des Instrumentfehlers 
an. Wird das gewöhnliche Chronometer abgelesen, so ermittelt man die Green- 
wicher Sternzeit nach der Gleichung 
Greenw. Sternzeit = MGZ. 4 ma +12, 
Vorteilhaft jedoch bedient man sich einer Uhr, die nach Greenwicher Sternzeit 
geht, Weiter hat man in dem bereits gewählten Blatt den Schnittpunkt der 
beiden einschlägigen Höhengleichen zu suchen. Seine Breite liest man unmittelbar 
ab, ebenso die Ortssternzeit; subtrahiert man diese von der Greenwicher Stern- 
zeit, so erhält man die Länge. 
Liegt zwischen beiden Beobachtungen ein Zeitraum, der berücksichtigt 
werden muß, so geschieht das durch eine sehr einfache Zeichnung im Diagramm: 
dasselbe gilt von einer Versegelung nennenswerten Betrages, 
In drei von den sieben Bänden ist durch einen sinnreichen Kunstgriff ermög- 
licht, eine Nordsternhöhengleiche als dritte auf erstaunlich einfache Weise hinzu- 
zunehmen. 
Jeder Band des Werkes ist durch Hilfstafeln, zum Teil in graphischer Dar- 
stellung, so vervollständigt, daß weder das Nautische Jahrbuch noch andere Tafeln 
gebraucht werden. Für eine Anzahl von Sternen sind Azimutdiagramme bei- 
gegeben, denen zur Bestimmung der Kompaßablenkung mit den Eingängen 
t und @ das Azimut auf 0,5°, teilweise noch genauer, ohne jedes Einschalten 
entnommen werden kann.
	        
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