Raethjen, P.: Labile Gleitumlagerungen.
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VIL Schlußbemerkungen.
Diese kurzen Hinweise auf die grundlegende Bedeutung der E. Klein-
schmidtschen Stabilitätstheorie mögen hier genügen, um einesteils die Aufnahme
dieser Arbeit in die Reihe „Wetterdynamik“ zu rechtfertigen und andererseits
glaubhaft zu machen, daß es sich lohnt, die diffizilen mathematischen Deduktionen
von E. Kleinschmidt zur Kenntnis zu nehmen,
Der exakte Nachweis der Instabilität eines Frontalzonen-Strömungssystems
und der Beweis, daß diese Instabilität zunächst labile Umlagerungen innerhalb
der Flächen gleicher potentieller Temperatur nach sich zieht, gestattet offen-
sichtlich eine weitgehende Anwendung auf praktisch wichtige Wetterdienstprobleme.,
Der weitere Ausbau der Stabilitätstheorie und ihrer Anwendungen bleibt selbst-
verständlich ihrem Urheber E. Kleinschmidt vorbehalten, und es ist zu er-
warten, daß dabei noch praktisch bedeutsame Erkenntnisse gewonnen werden.
Um dieses zu zeigen, wurden hier einige kurze Andeutungen gegeben, welche
gleichzeitig die engen Beziehungen dieser tiheoretischen Arbeit zu anderen
synoptischen Arbeiten der „Wetterdynamik“ erkennen lassen. Sowohl das Problem
der „Horizontalen Dichtefelder“ von W. Stiemke als auch dasjenige der „Kom-
pensation durch Vertikalbewegung“ von F. K. Rehorn hängen mit der Klein-
schmidtschen Theorie engstens zusammen, desgleichen die „Zyklonenauflösung
in einer Frontalzone“ des europäischen Wintermonsuns, welche von B. Heß
kürzlich synoptisch untersucht wurde. Auch die zyklogenetische Bedeutung des
„Dreimassenecks“, welche von Rodewaldt entdeckt ist, scheint wesentlich mit
der verlikalen Windzunahme verbunden zu sein,
Eine Ergänzung zur Lambert-Littrowschen Azimutmeßkarte
und ihrer Inversion.
Von 6, Prüfer,
In folgendem werde gezeigt, wie durch eine neue und einfache Betrachtung
der Anwendungsbereich des Lambert-Littrowschen Diagramms und seiner
Inversion wesentlich erweitert werden kann,
Durch die Gleichungen
X == COS & COseC A, x, Y rechtwinklige En
{ yY = sin N EOME: Ar ya geographische } Koordinaten,
wird eine Abbildung*) dargestellt, die zwar nicht konform, aber dennoch von
einigem Nutzen ist.
508 70°
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Fig. 1
*) Der Begriff „Abbildung“ bezeichnet hier und im folgenden die Wiedergabe eines Bildes
durch eine Funktion aus einer Fläche in eine andere; die Zeichnungen in dieser Abhandlung werden
„Figuren“ genannt, Schriftwaltung,