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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

Kleinschmidt, E.: Stabilitätstheorie des geostrophischen Windfeldes, 821 
Die Bedeutung des Austauschgleichgewichts für die Stabilität ist die, daß 
es in jedem Fall ein indifferentes Gleichgewicht darstellt, Wenn der Austausch 
allein auch nie einen labilen Zustand schaffen kann, so muß er doch als labili- 
sierende Ursache bezeichnet werden, Denn er zerstört die Stabilität und arbeitet 
so anderen, eigentlich labilisierenden Einflüssen vor. 
Die hydrodynamische Indifferenz in mittleren Breiten, 
Es war gezeigt worden, daß in Äquatornähe die hydrodynamische Indifferenz 
eine fast genau adiabatische Temperaturabnahme verlangt. In den Tropen gibt 
also schon ein einzelner Temp Aufschluß über die Art der Anordnung. In 
höheren Breiten ist es dagegen nicht so leicht, ein Feld auf seine Stabilität hin 
zu prüfen, da hier die horizontalen Wind- und Temperaturunterschiede eine 
wesentliche Rolle spielen, So lautet die Gleichung für das indifferente Wind- 
gefälle (31) in den natürlichen Koordinaten 
dv ÖS dv ÖS 
(Sr) = (3 moon) 
Von den 4 unbekannten Größen dieser Gleichung sind 2, nämlich die vertikalen 
Gradienten durch einfache Messung zu bestimmen. Denn die aerologischen 
Messungen sind, mit Ausnahme der im Flugzeug gewonnenen, als vertikale 
Sonden anzusprechen. Ferner besteht zwischen den vier Größen jene bekannte 
Beziehung, die im Gleichgewichtsfall das isobare Temperaturgefälle mit der Wind- 
schichtung verbindet: 
Ör Öy _!Iv 0# g-—moosyıv 0@ 
SE 
Sie gestattet, eine der Größen, z, B. X durch die drei anderen auszudrücken. 
Dann bleibt nur noch - als schwer zu bestimmender Faktor. 
In diesem letzten Abschnitt soll durch Zahlenbeispiele gezeigt werden, wie 
sich 39 und ST im Indifferenzfall auf mittlerer Breite (gg = 45°, 1= m) gegen- 
seitig verhalten. Dabei werden für 3, soweit es nicht vernachlässigt werden 
kann, bestimmte Werte angenommen. 
Der Indifferenzfall fordert als 1. Bedingung 
8 
5z=° 
oder in natürlichen Koordinaten 
ÖS 88 
DZ np — x ya 0, 
Eliminiert man aus dieser Gleichung mit Hilfe von (53) 32, so erhält man die 
Beziehung 
3e — meORy dx 
OP 2@c0c05y cos” v ‚a Oz 78x (54) 
Se (1 RSS )—cosyotgp # a7 7meayır >0. 
Hier zeigt eine einfache Schätzung, daß der Wert der Klammer immer nahe 
bei 1 liegt. Ferner bleibt mcos}y-v stets einige Zehnerpotenzen kleiner als g. 
Schließlich ist schon bei schwacher Windschichtung 137 > moosy3T (= m). 
So bleibt als vereinfachte Form 
2 00 2 weosycosp Or 
d dz = g Oz 
Diese Formel ist der Bedingung (38), die für die Stabilität des Windfelds 
am Äquator gefunden wurde, sehr ähnlich. Der geographischen Breite ist durch 
den Faktor cos g Rechnung getragen. Auf der rechten Seite steht zwar jetzt 
(53)
	        
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