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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

314 Annalen der Hyärographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1941. 
immer lotrecht auf der Erdachse stehend, auch eine vertikale Komponente 
besitzen kann, Diese fällt um so stärker ins Gewicht, je weiter man sich vom Pol 
entfernt. Für verschiedene Breiten sind also auch die Bedingungen für hydro- 
dynamische Stabilität und Labilität verschieden, Allerdings wird man erwarten 
können, daß das für den Pol entworfene Bild, mit den drei Stadien labiler An- 
ordnung, mit stabilen und labilen Sektoren, mit der isentropen Fläche, die ein- 
mal durch diese, dann durch jene verläuft, sich auf alle Breiten und auf jedes 
beliebig liegende Druckfeld übertragen läßt. Nur die Grenzen der einzelnen 
Bereiche, vor allem die Indifferenzschweile, werden von den am Pol gültigen 
immer mehr abweichen, je mehr man sich dem Äquator nähert, Die Grenzen 
waren bestimmt durch den Wert der Größen B*— AC und C, und die Aufgabe 
ist nun, diesen Größen, auf Grund der vollständigen Bewegungsgleichungen eine 
erweiterte Fassung zu geben, Der Leitgedanke der Rechnung ist genau derselbe 
wie oben. Wenn das Koordinatensystem geschickt gewählt wird, zeigt sie auch 
äußerlich nur geringe Abweichungen. 
Ist auf der Breite @ ein geradliniges Druckfeld gegeben, dessen Längsachse 
mit dem Breitenkreis den Winkel y einschließt, so lautet die zweite hydrodynamische 
Grundgleichung in vollständiger Fassung 
AT iu m 008 
at“ - VW 
{m = 26080). 
Dabei sind die alten, natürlichen Koordinaten beibehalten, y in die Windrichtung, 
z zum. Zenith weisend. Die Gleichung läßt sich zeitlich integrieren: 
Ya ln x) — mo (E— zu). (25) 
Jede Bewegung in dem stationären Druckfeld wird entsprechend dieser Gleichung 
verlaufen, Dabei fällt auf, daß es eine Richtung in der xz-Ebene gibt, in der 
ein Teilchen sich verschieben kann, ohne eine Änderung seiner Geschwindigkeit 
zu erleiden: Aus 
Ar=—l14x—mcosyAdz=0 
folgt 
42 1 — 1tgp 
Az AS a 
Es liegt nahe, dieser Richtung, die im zonalen Feld (cos y = -- 1) zum Himmels- 
pol weist, die Bedeutung zuzusprechen, die am Pol der Vertikalen zukam, 
Man wird also am besten ein neues System (X, Y,Z) wählen, dessen Z-Achse 
gerade in diese Richtung fällt, während die Y-Achse in die Windrichtung, also 
mit der y-Achse zusammenfälilt. Das neue System geht somit aus dem alten 
durch eine Drehung um die Windrichtung hervor, Im zonalen Feld ist der 
Drehwinkel (90—g)°, im meridionalen sind die Systeme identisch. Die X-Achse 
hat im alten System die Richtungskosinus 
sing „0, SOSP OS 
a R 
wobei & = + Vsinfg 4 costpcos?y ist, Vergleicht man sie mit denen der Erdachse, 
— 080 0C08V, COsPEiny, SING. 
so sieht man, daß die X-Richtung immer zur Erdache senkrecht steht, also in 
die Breitenkreisebene fällt. | 
Im neuen System gelten für die Komponenten der Bewegung, U, V, W, die 
Grundgleichungen ° * 
AU 1 öp FF WW 
aV 
aWw LP an 
ar ag 2eb U. 
4 
(ZT) 
(283 
‚29)
	        
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