304 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1941,
ausstrahlt; diese seismischen Erfahrungen werden
auf die Ionosphäre übertragen.
Wir sehen: Zwei neue bedeutende Anwendungen
aus der Funkwissenschaft werden in dem vorliegen.
den Heft der wissenschaftlichen Welt näbergebracht.
Dr. P. Perlewitz.
Klimate in der äquatorialen gebirgigen Region
schichtförmig übereinander, die Dinge allzusehr
vergröbert, Die von ihm entworfenen Thermo-
isoplethen-Diagramme für verschiedene Tal-
und Hochstationen (u, a. Gipfel des 5850 m hohen
südpernanischen Vulkans Misti) lehren eindrucks-
voll, wie sich der jährliche und der tägliche
Gang der Temperatur an Orten unterschiedlicher
Breitenlage mit etwa pleicher Mitteltemperatur
ganz verschieden verhalten, In den Tropen
überragt auch in der Höhe die tägliche Schwan-
kung, die z, B. in der Puna Boliviens im Mittel
von 31, Monaten den extremen Wert von 39.5°C
erreicht. .
Da zu jedem (Tiefland-) Klima sozusagen auch
ein besonderes Gebirgsklima gehört, regt der
Verf, als Grundlage vergleichender Gebirgskunde
eine dreidimensionale Analyse von Klima, Pflanzen-
kleid und Landschaft an‘ und erläutert das am
Beispiel der andinen Klima- und Landschaftsgürtel
Südamerikas, Der folgende Abschnitt befaßt sich
mit der großen Bedeutung der Strahlung in den
subtropischen Hochgebirgen und der Strahlungs-
exposition, die den Nord- und Südhängen aus-
geprägtes Lokalklima verleiht, Dann geht Troll
auf die unterschiedliche Ausbildung der Schnee-
decken, der Gletscher und des Büsserschnees sowie
des Bodenfrostes und der Strukturböden ein, Zu
letzteren gibt er ausgezeichnete eigene Aufnahmen
aus den tropischen Hochgebirgen, Sein Satz, daß
in den tropischen Gebirgen diese Strukturböden
eine Folge der thermischen Tageszeiten, in den
polaren Breiten eine Folge der thermischen Jahres-
zeiten seien, wird jedoch bzgl. des zweiten Teils
vielleicht nicht ohne Widerspruch bleiben,
Abschließend kommt der Verf, zu der Fest-
stellung, daß — während zwischen unseren ge-
mäßigten Breiten und den im Durchschnitt gleich-
warmen tropischen Gebirgslagen grundsätzliche
Unterschiede des Klimas und der Landesnatur
bestehen — eine weitgehende Verwandtschaft
zwischen den tropischen Hochgebirgen
und den subantarktischen Gebieten in
Klima, Boden und Lebensformen der Landschaft
hervortritt, Zahlreiche Lichtbilder (nebst Zeich-
nungen). und eingeflochtene Landschaftsschilde-
tungen veranschaulichen den Inhalt der auch für
den Meteorologen lesenswerten Arbeit.
M. Rodewald,
Zeitschriftenschau,
Bücher,
forschung. Orverbeck, — Probleme der geolog,
Marschenforschung, Dewers. — Bemerkungen
zum Ansteigen der Nordseewasserstände u, zur
Abschätzung der dafür in Betracht kommenden
Ursachen, E. Rietschel, — — Unter-
suchungen im Wattenmeer und ihre prakt, Nutz-
anwendung für die Landgewinnung. E.Wohlen-
berg. — Küstenforschung zum Zwecke der Land-
gewinnung in Schleswig-Holstein, Lorenzen, —
Wurtenforschung in Holland. A, E. van Giffen,
Landesstelle für Gewässerkunde des Badischen
Finanz- und Wirtschaftsministeriums. Grund-
wasserbeobachtungsergebnisse in Baden:
Ganglinien von 848 Meßstellen 1986—1940,
Karlsruhe 1941, 168 BL 4%,
U. S." Treasury Department, Coast Guard. Inter-
Rational ice observalion and ice patrol
service in the North Atlantic Ofean. Season
of 1939, (Bulletin 29.} C
Carl Troll; Studien zur vergleichenden Geographie
der Hochgebirge der Erde. Sonderdr. aus dem
Ber. d. 23. Hauptvers, d, Gesellsch. v. Freunden
u. Förderern d, Rhein, Friedr.-Wilh, Univ, zu
Bonn am 2, Nor. 1940. (S. 49-96, mit 27 Abb
n, 1 Tafel.) Bonn 1941,
Meeresforschung, Polarforschung und Hoch-
gebirgsforschung waren, wie der Verf, einleitend
bemerkt, die drei EOS Forschungs
gruppen Deutschlands, die nach dem Weltkriege
in der Feldarbeit besonders herrortraten — stark ge-
fördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
und letztere auch vom Deutschen Alpenverein, Die
mit bergeteigerischem Tatendrang verbundene Hoch:
m wirkte dabei vor allem in Alai
und Pamir, im Himalaja, Hindukusch und in den
südamerikanischen Kordilleren, daneben in ver
schiedenen Gebirgen Afrikas und Vorderasiens.
Q, Troll, der selber an der Kordilleren-Expedition
1928 und an der Nanga Parbat-Expedition 1937
beteiligt war und verschiedene andere Hochgebirgs-
länder der Erde bereiste, unternimmt es in dieser
Vortragsarbeit, die Unterschiede der Gebirgsnatur
rvergleichend zu schildern und zu begründen,
Unter Hochgebirge begreift der Verf, solche
Gebirge, „die durch die gegenwärtige oder frühere
Vergletscherung eine charakteristische Formgestal-
tung aufgeprägt erhielten“ (scharfe Kämme und
Felsgipfel, steile Talschlüsse, Felsstufen, seenerfüllte
Wannen usw.), so daß also weniger die absolute
oder relative Höhe der Gebirge als die Höhen-
lage der (eiszeitlichen) Schneegrenze die
Zuordnung zu den 7 er bestimmt und
diese in den polaren Gebieten unmittelbar über
dem Meeresspiegel aufragen.
Bei der Behandlung der Unterschiede, die
sich — trotz der Einengung des Hochgebirgs-
begriffs auf den typischen Landschaftscharakter —
ergeben, geht Troll von der klimatischen Eigenari
der Gebirge warmer Länder aus, Er zeigt, daß
die Vorstellung, es lägen die zwischen Pol und
Aquator streifenförmig nebeneinander liegenden
B. Bücher- und
Neue
Oberkommando der Kriegsmarine, Handbuch
der Ostküste der Vereinigten Staaten von
Nordamerika IT, Teil. Von Sandy Hook
bis Cape Canaveral, 1. Aufl. Berlin: Mittler
& Sohn 1941. 2408, 8°, Preis 5 RM..
Agostinho, J., Clima dos Acores: IT, Pressao
atmosferica; II. Vento. Angra do Heroismo
1939/40, (Aus: „Agoreanan.) 12 u. 1485, 8%
Haarnagel, W. bleme der Küstenfor-
schung im südlichen Nordseegelriet. Unter
Mitarbeit zahlr. Fachleute hrsg. Hüdesheinm:
Lax 1940 (Schriftenreihe d. Provinzialstelle für
Marschen- u. Wurtenforschung Bd. 1. Veröff.
d. urgeschicht], Sammlungen d. Landesmuseume
Hannover Bd. 6.) [Darin u. a: Geschichte
and Aufgaben der Wurtenforschung. Jacob-
Friesen. — Das Alluvium des Tado-Werr
Gebietes, Schütte, — Bedeutung von Sackung
u, Tektonik bei der neuzeitl, Senkungstheorie,
D. Wildvang. — Küstensenkung und Moor
Herausgeber: Deutsche Seewarte, Hamburg 11. — Schriftwalter: Professor Dr. Gerhard Castene.
Zrast Siegiried Mittler und Sohn, Büuchdruckerei, Berlin SW68 Kouchstr. 88—71.