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Full text: 69, 1941

Wattenberg, H.: Über die Grenzen zwischen Nord- und Ostscewasser, 977 
eine Linie gekennzeichnet, die das betreffende Datum trägt. Man sicht zunächst, 
wie schnell die Front durch den kurzen Öresund das Kattegat erreicht. Mit 
fast derselben Geschwindigkeit wandert sie im Großen Belt, aber sie braucht 
auf diesem viel längeren Wege bedeutend mehr Zeit: am 13, IV. etwa tritt die 
Front durch den Sund in das Kattegat ein, am 18. durch den Großen Belt — 
wenn man den Samsöbelt zum Kattegat rechnet, In der Kieler Bucht zeigt die 
enge Scharung der Datumslinien die Langsamkeit der Frontbewegung an. An 
dem genannten 18. IV. geht die Grenze noch mitten durch die Kieler Bucht, 
die sie erst am 283. verläßt, um weitere fünf Tage später die engste Stelle des 
Kleinen Belt bei Fredericia zu passieren, 
Um das Verhalten der Front im Übergangsgebiet bei Ausstrom ganz deut- 
lich zu machen, sind in Abb. 14 zwei wichtige Stadien der Frontwanderung in 
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Abb. 14. Schematische Darstellung des Vorrückens der Front bei kürzeren (links) 
und längeren {rechs) Auszsstromladgen, 
schematischer Form dargestellt. Das erste Stadium, bezeichnet als „Kurzer 
Ausstromfall“, zeigt die Beltseefront in ihrer Dreiteilung vor dem Eingang zur 
Kieler Bucht, in der Mitte des Großen Belt und am Nordende des Sund. Die 
drei Teilabschnitte entsprechen der dreigeteilten Verbindung zwischen Ostsee 
und Kattegat, und man kann demnach in diesem Sinne die Kieler Bucht als 
zur Kleinen Belt-Verbindung gehörig betrachten. Im zweiten Stadium haben 
sich die beiden östlichen Teile der Front bereits im südlichen Kattegat vereinigt, 
nachdem nun auch der Große Belt in seiner ganzen Länge durchwandert ist, 
Der in der dritten, westlichsten VerbindungsstraßBe vordringende Frontteil ist 
erst bis gegen das Ende der Kieler Bucht gelangt. 
Wir haben bisher das Vorrücken der Front durch die Kieler Bucht nur 
unter dem Einfluß von Ausstrom betrachtet. Das hat folgende Gründe: einmal 
besitzen wir eine viel größere Zahl von hydrographischen Aufnahmen, die bei 
Ausstromlagen gemacht wurden, weil die entsprechende Wetterlage — ein nord- 
europäisches Hochdruckgebiet — den hydrographischen Arbeiten auf See mit 
kleinen Schiffen besonders förderlich ist, ja sie oft erst ermöglicht, Zum andern 
liegen die Verhältnisse bei Einstrom in der Kieler Bucht nicht so einfach wie 
bei Ausstrom., Das leuchtet ohne weiteres ein, wenn man das Kartenbild be- 
trachtet: Bei Ausstrom kann das Wasser nur durch eine Pforte, den Fehmarn- 
belt, in die Bucht einströmen; bei Einstrom dagegen dringt das Kattegatwasser 
durch zwei Kanäle, den Großen und den Kleinen Belt in die Kieler Bucht ein 
Ann. d. Hyde. usw. 1441. Heft IX, a
	        
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