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Full text: 69, 1941

276 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1941, 
der Kieler und Mecklenburger Bucht (Abb, 12). Für das weitere Vordringen 
durch den Kleinen Belt können wir schlecht mittlere Zeitwerte angeben, da 
dieser Fall zu selten, nämlich nur bei sehr lanıgen und zugleich intensiven Aus- 
stromperioden vorkommt, 
In dem Beispiel, das weiter 
unten (Abb. 13) gegeben 
wird, brauchte die Front 
von der Kieler Bucht 
(Mommark) bis zur eng- 
sten Stelle des Kleinen Belt 
(Fredericia) fünf Tage. 
Wie aus der Karte und 
auch aus den Abb. 10 zu 
gehen ist, eilt der rechte 
Flügel der Front in der 
Kieler Bucht immer stark 
vor. Das dürfte zwei 
Gründe haben: Einmal 
dringt das Ostseewasser 
auf der direkten Verbin- 
dungslinie zwischen dem 
Fehmarnbelt und dem 
Kleinen Belt naturgemäß 
am schnellsten vor, weil 
es durch den Kleinen Belt 
abfließt, Zweitens bewirkt 
die ablenkende Kraft der Erd- 
drehung eine Ansammlung des 
leichten salzarmen Wassers 
auf dem rechten Flügel. Dies 
macht sich bekanntlich auch 
in einer Bevorzugung des 
Öresund durch die abfließen- 
den Wassermassen der Ostsee 
bemerkbar. 
Ferner trägt sie mit dazu 
bei, daß bei Ausstrom die 
Front verhältnismäßig lange 
vor der Kieler Bucht liegen- 
bleibt und auch nur langsam 
in sie eindringt, denn die 
Rechtsablenkung drückt das 
leichte aus der Ostsee durch 
den Fehmarnbelt strömende 
Wasser an die Küste von Laa- 
land und gleich in den Großen 
Belt hinein, Selbst bei Aus- 
stromfällen bis zu vielen Tagen 
Dauer wird daher der Salz- 
gehalt im Innern der Kieler 
Bucht überhaupt nicht beein- 
Außt. 
Wir fügen nun die soeben 
genauer untersuchten west- 
lichen Buchten in das ge- 
samte Übergangsgebiet wieder ein und verfolgen an einem Beispiel die Wanderung 
der Front bei einer langen Ausstromperiode von der Ostsee bis zum Kattegat 
(Abb. 13), Die Lage der Front an jedem Tag vom 9, bis 28, IV. 88 ist durch 
A af SE EEE —
	        
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