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Full text: 69, 1941

Wattenberg, H.: Uber die Grenzen zwischen Nord- und Ostseewasser. 273 
verfügen zu können; drei Fahrten im Jahre 1938 konnten wir durch das Entgegenkommen der 
Deutschen wissenschaftlichen Kommission für Meeresforschung auf dem Reichsforschungsdampfer 
‚Poseidon‘ durchführen und schließlich stellte uns die Kriegsmarine (Hafenkommandant Kiel) das 
Räumboot „R, 16“ für eine Fahrt zur Verfügung, Die letzte hydrographische Aufnahme kurz vor 
dem Kriege wurde auf dem Forschungsschiff des OKM ‚„‚Triton“ nach Abschluß der internationalen 
Ostseeunternehmung im August 1939 unternommen. Allen Stellen, die auf diese Weise unsere Ar- 
beiten auf See ermöglichten, sei auch hier g”edankt. Besonderer Dank gebührt der Amtsgruppe 
Nautik (Nautisch-Wissenschaftliche Abteilung) im OKM, die unsere Ostsecuntersuchungen durch Ver- 
mittlung der Deutschen Seewarte mit Geldmitteln wirksam unterstützte, 
Eıne ausführliche Veröffentlichung der hydrographischen Ergebnisse sämtlicher Fahrten ist in 
den „Kieler Meeresforschungen“ beabsichtigt. In der vorliegenden Arbeit wird nur das verwendet, 
was unmittelbar unser Thema berührt, 
Übersicht der Ausfahrten des Instituts für Meereskunde, Kiel, in die westliche Ostsee 1936 bis 1939. 
Nr. | Jahr | Datum | Schiff '  Untersuchungsgebiet | Brwionen 
Kieler Bucht 
2-- 6 U. 
4.— 7. VII, 
15.17 VI. 
25.—27. 1X. 
2.— 8.111. 
30. 1V.—2, V. 
16.—21, VII, 
7.16. XIL 
23.—28, II. 
12.— 13. IV. 
14,—17. VII 
4.—8. XI. 
29. IL. 
31. II, 
25.—26, 1V. 
22.—24, V, 
22.—24. VI. 
17,— 19, VII ] . » x 
a0 UI „Triton“ | Kieler u. Meckl, Bucht |! 
Die Ausfahrten, die in der Tabelle zusammengestellt sind, dienten nur zum 
kleinsten Teil ausschließlich hydrographischen Untersuchungen, denn bei dem 
Aufbau des Kieler Instituts war es naturgemäß das Ziel, eine auch die Chemie, 
Biologie und Geologie umfassende Erforschung des Meeresgebietes vorzunehmen. 
Deshalb konnten die Stationen nicht immer nach rein hydrographischen Gesichts- 
punkten angelegt werden, doch gestattet die Dichte des Stationsnetzes, eine 
detaillierte Vorstellung von der Salzgehaltsverteilung zu gewinnen. Es war 
immer das Bestreben, das Gebiet in möglichst kurzer Zeit aufzunehmen, damit 
ein annähernd synoptisches Bild erhalten wurde, das mit dem gleichzeitigen 
Strömungszustand und der Wetterlage in Beziehung gebracht werden konnte. 
Als besonders günstig in dieser Hinsicht sei die Fahrt mit dem Schnellboot der 
Kriegsmarine erwähnt, mit dem in wenigen Stunden das ganze Gebiet in dichten 
Zick-Zack-Kursen abgefahren werden konnte. 
Nachdem wir heute die gesamte Ausbeute unserer Ausfahrten übersehen 
und das Gesetzmäßige neben dem Zufälligen zu erkennen vermögen, können wir 
sagen, daß auch in der Kieler Bucht die Ausbreitung der Wasserarten front- 
artig vor sich geht, daß also die Ostseefront jedenfalls für Ausstromlagen auch 
die Kieler Bucht durchwandert., Wir haben im Laufe unserer Fahrten ver- 
schiedene Stadien des Vordringens des Ostseewassers erfassen können. An vier 
Salzgehaltskarten, die natürlich nicht von ein und derselben Ausstrom- 
periode stammen, sollen vier aufeinanderfolgende Stadien vorgeführt werden 
{Abb, 10, siehe S. 274). 
Zu jeder Karte gehört ein Diagramm, in dem der Gang des Salzgehalts 
und der Strom (Richtung und Stärke) für den Großen Belt eingetragen ist. 
Aus diesen Diagrammen ersieht man, daß der Ausstrom bei Aufnahme der vier 
Karten sehr verschieden lange gewährt hatte: im Fall 1 sind es erst 3 Tage, 
im Fall 2 sind es 10 Tage, im 3. Fall 14 Tage und im 4. Fall 20 Tage. Nach 
drei Tagen Ausstrom liegt also die Front immer noch am Eingang zur Kieler 
Bucht, etwa auf der Linie Langeland— Fehmarn. Je länger der Ausstrom
	        
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