Jensen, Chr.: Strahlungsmessungen in Lindenberg.
23
27. März, 27, April und 15, Juni 19337). Hier liegt also Blau über Grün, Grün
erheblich über Rot und Weiß zwischen Grün und Rot. Wenn auch Spangenbergs?)
Untersuchungen über die Intensität der Sonnenstrahlung zwischen den Jahren 1931
und 1937 ihn zu dem Ergebnis führten, daß der atmosphärisch-optische Reinheits-
grad in den Jahren 1934 und 1935 besonders groß war und daß der Reinheits-
grad. von 1932 und 1937 unter dem Mittelwert des ganzen Zeitraumes lag, so
darf doch — das geht auch aus den an genannten Tagen von mir ausgeführten
Aktinometermessungen hervor — der Schluß gezogen werden, daß die den aus-
geglichenen Kurven entnommenen A-Abstände einer recht reinen Atmosphäre
entsprechen. — Die von Ahlgrimm in ‚Lindenberg ausgeführten Messungen
stammen aus dem Februar 1916. Die größten durch verstärkte ©O-Tätigkeit be-
dingten, in Ringerscheinungen um die Sonne zum Ausdruck kommenden optischen
Störungen waren nach Dorno zwischen dem 18, und 25. Juni sowie zwischen
dem 20. und 29. August 1916; als mittlere wurden solche am 10. März, 4. April,
4, Mai, die Ende Juli, am 15. September und in der ersten Oktoberhälfte des
nämlichen Jahres auftretenden bezeichnet, Als stärkste Störung im Jahre 1915 —
wo die Tätigkeit schon stark erhöht war (mittlere Relativzahl = 47.4) — wird die
Zeit zwischen dem 18, und 21. Juni bezeichnet; für die Störungen mittleren Grades
im Jahre 1915 nennt Dorno®) die Zeit zwischen dem 12. und dem 14. April
sowie dem 24. und 25. August, — Dafür, daß die Filtermessungen Ahlgrimms
im Jahre 1916 jedenfalls in keiner merklichen Weise durch die verstärkte
O-Tätigkeit beeinflußt war, dürften die ohne Filter gewonnenen Abstände genügend
sprechen. Eine weitere Diskussion für die in verschiedenen Zeiten mittels nicht
einheitlicher Methode erhaltenen Ergebnisse muß sich zunächst erübrigen.
1. Schlußbemerkungen.
Eine eingehende Erörterung der Abhängigkeit genannter drei atmosphärisch-
optischer Elemente von der Witterung sowie der Erörterung der Beziehungen
derselben zueinander verbietet sich einmal durch den begrenzten mir zur Ver-
fügung stehenden Raum, zum andern durch das zu geringe Material. Die Tat-
sache, daß sowohl für die Intensität der ©-Strahlung wie für die P-Größe und
die n. P. Abhängigkeiten von der Jahreszeit vorhanden sind — siehe die Unter-
suchungen von Dorno, Jensen, Marten, Süring u.a. —, deutet natürlich
darauf hin, daß auch Abhängigkeiten von den verschiedenen gewöhnlichen
meteorologischen Elementen vorkommen müssen. Bezüglich des Lindenberger
Maimaterials sei nur darauf hingewiesen, daß sich für 14 P-Werte (bei einer
O-Höhe von +19.5° der größte Wert bei E,, größere Werte auch bei ENE,
und NW,, der kleinste bei SSE, ergab. Für 20 Intensitäten der Gesamtstrahlung
(bei einer O-Höhe von 21.5°) ergab sich das Maximum bei ENE, — ein auch
noch großer Wert bei E, — und das Minimum bei S,. Die Beziehung zur Wind-
richtung kann natürlich nicht an den verschiedenen Orten und zu den ver-
schiedenen Zeiten eindeutig sein. Einmal kommt die Beziehung zu der durch
die Luftdruckverteilung bedingten Windrichtung in Frage, zum andern können
Himmelswelt 61, 285—294, 1931. Siehe auch Chr. Jensen, im Handb. Met, Instr, usw., herausg, v,
E. Kleinschmidt, Verl, J, Springer 1935, 691. — Für das blaue Kodakfilter Nr, 75 (m) betragen die
prozentischen Durchlässigkeiten nach freundlicher Mitteilung von Herrn Prof. Dorno für die Wellen-
längen 460, 470, 450, 490, 500, 510, 520 und 530 der Reihe nach: 0,8, 6,3, 17,3, 19.1, 14.1, 5.0, 1.3
and 0.3. Nach demselben Gewährsmann betragen die prozentischen Durchlässiekeiten für das grüne
Kodaktilter Nr. 74 (-) für die Wellenlängen 510, 520, 540, 540, 550, 560 und 570 der Reihe nach: 1.0,
8.0, 15,1, 10.0, 4,0, 1.1 und 0.1. Auch für die Messungen im Rot diente ein Wrattonlilter, das ich ebenso
wie die beiden anderen freundlichem Entgegenkommen von He:rn Prof. Dr. Dorno verdanke, In
Frage konnten nur die Filter Nr. 70 und 71 A kommen tidentisch mit & und g). Ich habe mir leider
die Nummer des benutzten Filters nicht gemerkt. Da aber das Filter « von wesentlich ge‘ ingerer
visueller Helligkeit wıe ß ist, kann es sich nur um g# gehandelt baben, Nach einer Mitieilung von
Herrn Prof, Dorno betragen die prozentischen Durchlässigkeiten für dieses Filter für die Wellen-
längen 610, 620, 630, 640, 650, 660, 670, 680, 690 und 700 m der Reihe nach: 2.3, 7.1, 9,8, 10.0.
9.3. 80, 7.1, 6.6, 6.7 und 8.0%.
3) Verf. machte die Einstellungen beim Polariskop; Herr Dr. P, Perlewitz von der Deutschen
Seewarte hatte die Freundlichkeit, die so gefundenen Werte abzulesen und niederzuschreiben. Auf
diese Weise sollte vermieden werden, daß die folgenien Einstellungen durch die Kenntats der vor-
gehenden beeintlußt werden, — 2%) W, W, Spangenberg, l.eit. 1917 (siehe Anm. 3 auf 8. IV), 5. 20. —
3) €. Dorno, Leit, 1917 (siehe Anm, 1 auf S. VID, 5. 75 u. 76.