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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 69 (1941)

262 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1941, 
Über dem Kamm des Gebirges im E und NE liegt eine geschlossene Cu-Schicht- 
[m NE ist der Blick in die Mkata-Ebene frei. — 10%: t 18% Der Wind weht 
mit Stärke 4 aus S und erreicht in Böen Stärke 5. Himmelsbedeckung 4. Das 
Gebirge im E ist durch eine geschlossene Cu-Wand verdeckt, die bis ins Tal 
hinabreicht, Über uns ist es nahezu wolkenlos. Die Ebene im W liegt im Dunst. 
Über ihr ziehen sich Cu hin, die sich in S-N-Richtung bewegen. — 12h: t 19°. 
3.Wind Stärke 5. Himmelsbedeckung 2. Die Wolken am Gebirge haben sich bis auf 
atwa 1900 m gehoben, Die Steppe im NW ist in Dunst gehüllt. — 14h: Die Temperatur, 
die jetzt 20° beträgt, hatte bereits 21° erreicht. Der Wind hat sich noch etwas ver- 
stärkt. Himmelsbedeckung 5 (Cu). Dunkle Wolkenschatten lagern auf der von der 
Sonne beschienenen Landschaft, Ein Wolkenzug ist nicht zu erkennen. — 16h: € 18°. 
Der Wind spielt zwischen S und E und erreicht in zeitweiligen Stößen Stärke 6. 
Die Himmelsbedeckung hat sich verringert und beträgt jetzt nur noch 3. Nur 
am Gebirge im E und NE liegt eine geschlossene Wolkenwand, durch die stellen- 
weise für kurze Zeit der Gebirgsrücken sichtbar wird. In den Niederungen im 
W und S hat sich der Dunst verstärkt. — 18h: t 15°. Der Wind läßt ein wenig 
nach und kommt mit Stärke 4 aus SE. Die Aufklarung schreitet fort, so daß 
die Himmelsbedeckung nur noch 2 beträgt. Das Gebirge im E ist vollkommen 
klar. Über seinem Kamm quellen Cu hervor, deren Ränder im Scheine der tief 
stehenden Sonne weiß und golden glänzen. Über uns stehen leichte, von NE 
nach SW verlaufende Ci-Streifen. In der Ebene liegt Dunst. — 201; Der Wind 
hat auf SW bis W gedreht, bleibt böig, doch werden die Pausen zwischen den 
einzelnen Böen immer länger, Er wird, wie gewöhnlich, langsam einschlafen. 
t 13°. Die Nacht ist sternklar. Grass, Geh. Reg.-Rat ji. R. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Friedrich Löhle, Sichtbeobachtungen vom me- körpern und einzelnen meteorologischen 
teorologischen Standpunkt. 119 5S. mit 45 Abb. Elementen (relative Feuchtigkeit, Windstärke, 
Berlin, Verl. v. Julius Springer. 1941. Preis Windrichtung), neben Abschnitten über instru- 
7.80 RM. mentelle Hilfsmittel (Fernglasbeobachtungen, 
Die Sicht, die früher nur für die Schiffahrt Filterbeobachtungen, Fernaufnahmen und Infra- 
and dementsprechend in den See-Wetiervorher-« rotphotographie, Sichtmeßgeräte) solche über Sicht- 
z3agen und -berichten eine be Rolle spielte, zxtreme (Fernsichten, Föhnsicht, Trübung der 
ist mit dem Aufkommen und riesenhaften Wachs- Luft durch Rauch und Staub, Nebelsicht), Auch 
zum des Flugwesens zu einem meteorologischen auf die Bichtvorhersage, speziell die Nebelror- 
‚Element‘ von erstrangiger Bedeutung geworden, ıersage, geht der Verf, ein. Neben diesem Ab- 
im Kriege ist diese Bedeutung natürlich noch :chnitt werden den Synoptiker besonders die Aus- 
ımfassender; hier wird ja sogar die künstliche lührungen Löhles über „Wettervorhersage 
Beeinflussung der Sicht in zunehmendem Maße und Sicht“ interessieren, worin er u. @, die von 
angewandt (KEinnebelung, Nebeltruppe). ihm entdeckten Zusammenhänge zwischen der — 
Wie jeder meteorologische Beobachter weiß :om Flugzeug aus zu beobachtenden — Dunst- 
ist nun gerade die Sicht keine einfach zu beob-. ıchichtung bzw. deren Anderung und der Um- 
achtende Größe. Es unterlaufen, wie der Verf. zestaltung der Wetterlage behandelt. So wie 
im Vorwort sagt, selbst wenn die bestehenden Vor- in den ersten Kapiteln eine Grundlegung 
schriften zur Durchführung von Sichtbeobach- des praktischen Sichtbeobachtungswesens 
ungen sorgfältig beachtet werden, bei den Sicht- Sicht, Sichtgrad, Sichtweite, Unterschiedsschwelle, 
schätzungen unkontrollierbare zufällige, aystema- Sichtskala, Sichtstufenformel, Sichtmarken) ge- 
jische und persönliche Fehler. Deshalb ist es sehr zeben wird, so fehlt anderseits nicht die Theorie 
zu begrüßen, daß F. Löhle ale ausgezeichneter des Sehens (Sichtgrenze, Sichthorizont, Sicht- 
Kenner des Gegenstandes es unternommen hat, theorie), und Abschnitte über Luftfarben und 
zine Monographie über die „Sicht“ herauszubringen. Sichtschwankungen vervollständigen den Inhalt. 
Der Leser ihres Titels „Sichtbeobachtungen“ Vielleicht hätte sich — als Gegenstück zur 
möge aber nicht annehmen, daß es sich nur um „Sicht bodenwärts‘“ — noch einiges sagen lassen 
zinen Kommentar zu Beobachtungsanweisungen über die „Sicht aufwärts,“ die für die Schätzung 
handelt — wenn auch die Verbesserung der Sicht- von Wolkenhöhen, für Flak und Scheinwerfer- 
beobachtungen Mitzweck des Buches ist —, viel- wesen eine gewisse Rolle spielt; oder über den 
mehr wird in den 30 knappen Kapiteln alles Zusammenhang zwischen fallendem Niederschlag 
Wesentliche zum Thema „Sicht“ abgehandelt. ‘Form, Dichte) und Sicht; oder über die Sicht- 
So finden sich neben Abschnitten über be- schätzung auf See (Kimmbeobachtiung). Aber dies 
sondere Sichtarten (Flugsicht gegen die Sonne, berührt nicht die Tatsache, daß hier eine abge- 
mit der Sonne, Sicht bodenwärts, Horizontalsicht rundete und wirklich vorzügliche Monographie 
in Flughöhe, Nachtsicht, Feuersicht) solche über über die Sicht vorliegt, deren Wert durch die 
den Zusammenhang der Sicht mit Luft- drei abschließenden Verzeichnisse (Literatur-,
	        
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