360 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1941,
das obige Gebiet, In den Beobachtungen zeigt sich in den Monaten November
bis Juni eine Zweiteilung des äquatorialen Stromes über dem Mittelatlantischen
Rücken (zwischen etwa 40° und 25° W). Es ist nicht zu erwarten, daß die aus-
yeglichene Topographie des Meeresniveaus, die mittlere Verhältnisse angeben
soll, diese Zweiteilung wiedergibt. Die unausgeglichene Darstellung im „Meteor“-
Werk weist aber auf mehrfache Störungen zwischen 40° und 25° W hin, die
vielleicht mit solchen Unterbrechungen der West—Ostströmung in Zusammen-
hang stehen könnten. Sie zeigen sich auch noch in der 100 dezibar-Fläche. Ob
diese Störungen mit der Bodenmorphologie im ursächlicher Verbindung stehen,
wie A. Schumacher anzunehmen geneigt ist, ist doch recht fraglich, denn der
äquatoriale Gegenstrom reicht höchstens bis 200m Tiefe, und eine mächtige
Wasserschichte von mehr als 1500 m trennt ihn von den unterseeischen Erhe-
bungen des Rückens. Da innerhalb dieser Schichte, wie die 500 dezibar-Fläche
zeigt, auch sicherlich eine Schichte mit sehr geringer Bewegung oder völliger
Ruhe vorhanden ist, ist es schwer, sich vorzustellen, wie die Bodenformen durch
diese hindurch sich auf die dünnere Stromschichte des äquatorialen Gegenstromes
auswirken sollen,
Zur genauen Untersuchung dieser zuletzt besprochenen Erscheinungen inner-
halb des äquatorialen Gegenstromes wäre eine Analyse eines jahreszeitlich diffe-
renzierten Beobachtungsmaterials notwendig, Dazu reicht das vorhandene 0zeano0-
graphische Stationsmaterial noch in keiner Weise aus, Es würde wohl die
Aufgabe einer speziellen ozeanographischen Expedition sein, das ganze Gebiet
des äquatorialen Gegenstromes im Atlantischen Ozean einmal in kurzen, eng-
gelegten meridionalen Schnitten aufzunehmen, Es ist nicht zu zweifeln, daß die
Analyse eines solchen Beobachtungsmaterials uns noch tiefer in die Dynamik
dieses interessanten Stromes blicken lassen würde,
Berlin, Institut für Meereskunde, Mai 1941.
Kleinere Mitteilungen.
1. Mittlere Wasserstände an den Schreibpegeln des Geodätischen Instituts
Potsdam im Jahre 1940. Das Geodätische Institut gibt in den folgenden Tafeln
die Ergebnisse der Auswertungen seiner acht selbstschreibenden Pegel bekannt,
Die Wasserstände sind auf — 5.000 m. N.N. bezogen, und zwar bei Bremerhaven,
Travemünde, Marienleuchte und Wismar auf das neue System der Landesaufnahme,
bei den übrigen Pegeln auf das System des ausgeglichenen Küsten-Nivellements,
Die Zeiten sind in mitteleuropäischer Zeit gegeben. Für Bremerhaven werden
die Wasserstände in stündlichen Intervallen ermittelt, für Swinemünde zu den
Stunden 0, 6, 12 und 18 Uhr, bei den übrigen Ostseestationen durch Abschätzung
des Mittelwertes der ganzen Tageskurve von Mitternacht zu Mitternacht. Die
Monatsmittel beziehen sich bei Bremerhaven auf die Zeiten von 0 Uhr am Ersten
bis 28 Uhr am Letzten des Monats, bei Swinemünde von 0 Uhr am Ersten bis
18 Uhr am Letzten des Monats, .
Infolge der anhaltenden Frostperioden in den Wintern 1939/40 und 1940/41
waren verschiedene Pegel infolge Einfrieren des Schwimmers längere Zeit außer
Betrieb, Bei Pillau war außerdem im Januar eine Stillegung infolge eines Uhr-
schadens erforderlich,
Längere Störungen traten ein:
bei Wismar vom 9. Januar bis 31. März und 21, bis 31, Dezember,
„ Warnemünde vom 19. Januar bis 24. März,
„ Pillau vom 1, bis 31, Januar, 24. Februar bis 10, März und 1, bis
13. Dezember.
Die für dieses Monate trotzdem angegebenen Werte, die aus den restlichen
aufgezeichneten Wasserständen ermittelt sind, sind unsicher und in den Tafeln
mit Klammern versehen,
Durch kleinere Störungen gingen die Pegelaufzeichnungen der nachstehend
aufgeführten Tage verloren. Die fehlenden Wasserstände konnten in graphischer
Form ergänzt werden.