Defant, A: Zur Dynamik des äquatorialen Gegenstromes, 253
soll der Satz bedeuten, daß der äquatoriale Gegenstrom ein notwendiges Glied
zur Stabilität des tropischen und subtropischen Stromsystems darstellt, Es kann
kaum bezweifelt werden, daß die Asymmetrie der Lage des nordäquatorislen
und südäquatorialen Stromes zum geographischen Äquator zur Ausbildung dieser
Zwischenströmung etwas beiträgt,
In die tieferen Ursachen, die zur Entstehung eines äquatorialen Gegen-
stromes zwischen den Aquatorialströmen beider Hemisphären führen, scheinen
die Ausführungen von Palmen und Montgomery hineinzuleuchten, Sie fußen
auf die klassischen Untersuchungen Y. W., Ekmans?%), die nur insofern einer
Modifikation bedürfen, als durch das Vorhandensein der troposphärischen
Sprungschichte der Ozean
zu einem fast zweifach ge-
schichteten Medium wird,
Die Wirkung der Tangenti-
alkraft der Luftströmungen
beschränkt sich hier fast
ausschließlich auf die Ober-
schichte und bewirkt, daß
durch das seitlich be-
schränkte Windfeld in der
erzeugten Windtrift das
Meeresniveau und die obe-
ren Druckflächen quer zur
Stromriehtung auf derNord-
hemisphäre nach rechts
(Norden), auf der Südhemi-
gphäre nach links (Süden)
ansteigen. Stellt sich den
durch die Passate erzeug-
ten Windtriften ein Konti-
nent in den Weg, so ver-
wickeln sich die Verhält-
nisse. Abb. 5 möge sie etwas
anschaulicher gestalten.
Der Nord- und der Südäqua-
torialstrom, die in erster
Näherung genau ostwest- Abb. 5. Schematische Darstellung der Wirkung des Anstaues
lich strömen mögen, be- des Nord- und ARTS an einem Kontinent
dingen durch ihren Wasser- Opon: Aufsicht mit Stauströmen, äquatorialem Gegenatrom
transport senkrecht auf die und Druckfeld bzw, physikalischem Meeresniveau,
Küste eines im Westen sich unten: 2, Li am EN BB im Gebiet des
meridional ausdehnenden Bü UT RAAURTOFÄ NER,
Kontinents einen Anstau 2, Sanatorioler Lüngsschnitk,
der Wassermassen, und dem den Nord- und Südäquatorialstrom angehörigen
Druckfeld überlagert sich ein Druckfeld, dessen Gefälle zonal vom Kontinent
gegen Östen gerichtet ist. Ihm entspricht im stationären Zustand auf der Nord-
hemisphäre ein Küstenstrom nach Süden, auf der Südhemisphäre ein solcher
nach Norden, Die Wasserverfrachtung dieser meridional gerichteten Ströme er-
zeugt eine Stauung des Wassers am Äquator und diese im Bereich der Kalmen
zwischen den Passaten jeder Halbkugel einen Strom nach Osten, der sich zwischen
dem Nord- und Südäquatorialstrom einschiebt: der äquatoriale Gegenstrom.
Man erkennt aus dieser Betrachtung, daß der äquatoriale Gegenstrom in
diesem Falle an keine asymmetrische Ausbildung des Nord- und Südäquatorial-
stromes geknüpft erscheint und wohl als eine Art Kompensationsstrom für
die westwärts verschobenen Wassermassen der Äquatorialströme aufgefaßt werden
kann.
Ba 3) HA Ekman, Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen, Ann. d. Hydrogr. u. mar, Met,
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