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Full text: 69, 1941

Defant, A: Zur Dynamik des äquatorialen Gegenstromes, 253 
soll der Satz bedeuten, daß der äquatoriale Gegenstrom ein notwendiges Glied 
zur Stabilität des tropischen und subtropischen Stromsystems darstellt, Es kann 
kaum bezweifelt werden, daß die Asymmetrie der Lage des nordäquatorislen 
und südäquatorialen Stromes zum geographischen Äquator zur Ausbildung dieser 
Zwischenströmung etwas beiträgt, 
In die tieferen Ursachen, die zur Entstehung eines äquatorialen Gegen- 
stromes zwischen den Aquatorialströmen beider Hemisphären führen, scheinen 
die Ausführungen von Palmen und Montgomery hineinzuleuchten, Sie fußen 
auf die klassischen Untersuchungen Y. W., Ekmans?%), die nur insofern einer 
Modifikation bedürfen, als durch das Vorhandensein der troposphärischen 
Sprungschichte der Ozean 
zu einem fast zweifach ge- 
schichteten Medium wird, 
Die Wirkung der Tangenti- 
alkraft der Luftströmungen 
beschränkt sich hier fast 
ausschließlich auf die Ober- 
schichte und bewirkt, daß 
durch das seitlich be- 
schränkte Windfeld in der 
erzeugten Windtrift das 
Meeresniveau und die obe- 
ren Druckflächen quer zur 
Stromriehtung auf derNord- 
hemisphäre nach rechts 
(Norden), auf der Südhemi- 
gphäre nach links (Süden) 
ansteigen. Stellt sich den 
durch die Passate erzeug- 
ten Windtriften ein Konti- 
nent in den Weg, so ver- 
wickeln sich die Verhält- 
nisse. Abb. 5 möge sie etwas 
anschaulicher gestalten. 
Der Nord- und der Südäqua- 
torialstrom, die in erster 
Näherung genau ostwest- Abb. 5. Schematische Darstellung der Wirkung des Anstaues 
lich strömen mögen, be- des Nord- und ARTS an einem Kontinent 
dingen durch ihren Wasser- Opon: Aufsicht mit Stauströmen, äquatorialem Gegenatrom 
transport senkrecht auf die und Druckfeld bzw, physikalischem Meeresniveau, 
Küste eines im Westen sich unten: 2, Li am EN BB im Gebiet des 
meridional ausdehnenden Bü UT RAAURTOFÄ NER, 
Kontinents einen Anstau 2, Sanatorioler Lüngsschnitk, 
der Wassermassen, und dem den Nord- und Südäquatorialstrom angehörigen 
Druckfeld überlagert sich ein Druckfeld, dessen Gefälle zonal vom Kontinent 
gegen Östen gerichtet ist. Ihm entspricht im stationären Zustand auf der Nord- 
hemisphäre ein Küstenstrom nach Süden, auf der Südhemisphäre ein solcher 
nach Norden, Die Wasserverfrachtung dieser meridional gerichteten Ströme er- 
zeugt eine Stauung des Wassers am Äquator und diese im Bereich der Kalmen 
zwischen den Passaten jeder Halbkugel einen Strom nach Osten, der sich zwischen 
dem Nord- und Südäquatorialstrom einschiebt: der äquatoriale Gegenstrom. 
Man erkennt aus dieser Betrachtung, daß der äquatoriale Gegenstrom in 
diesem Falle an keine asymmetrische Ausbildung des Nord- und Südäquatorial- 
stromes geknüpft erscheint und wohl als eine Art Kompensationsstrom für 
die westwärts verschobenen Wassermassen der Äquatorialströme aufgefaßt werden 
kann. 
Ba 3) HA Ekman, Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen, Ann. d. Hydrogr. u. mar, Met, 
BE
	        
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