Ekman, V. Walfrid: Trägheitsschwingungen und Trägheitsperiode im Meere, 247
die Umlaufrichtungen durch Pfeile angegeben; mittels Pfeilspitzen und Quer-
strichen sind die einer Achtelperiode entsprechenden Bahnintervalle angedeutet.
19. Da die in Abschn. 18 beschriebenen Schwingungsfelder in zwei Richtungen
unendlich wachsende Amplituden zeigen, können sie nmatürlich streng genommen
nirgendwo im Meere vorkommen — ein Umstand, der übrigens bei fast allen
mathematisch abgeleiteten ozeanischen Bewegungsformen zu beachten ist. Dies
hindert indes nicht, daß sie gleichwohl für das Verständnis der wirklichen Be-
wegungen von Interesse sein können.
Was in der Abbildung unmittelbar auffällt, ist die wenigstens theoretische
Möglichkeit elliptischer Schwingungen mit Trägheitsperiode, und zwar mit
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Abb. 4.
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irgendeinem Grade von Exzentrizität der Bahnkurven, von den kreisförmigen
bis zu den geradlinigen. Allerdings darf dieser Tatsache nicht zu große Be-
deutung beigemessen werden. Es steckt in der Tat nichts besonders Merk-
würdiges darin. Die betreffenden Schwingungsfelder werden offenbar von den
starken Schwingungen in den äußeren Gebieten sozusagen dynamisch beherrscht,
und was in diesen äußeren Gebieten [für große positive und negative y] vor
sich geht, ist somit von kausalem Gesichtspunkt aus als das Primäre zu be-
trachten, Die abgebildeten Diagramme zeigen also nur die selbstverständliche
Tatsache, daß elliptische Schwingungen entstehen können durch Interferenz
zwischen kreisförmigen, in entgegengesetzten Richtungen drehenden Schwingungen,
die von beiden Seiten her in ein Meeresgebiet eindringen und dort mit ver-
schiedenen Phasen eintreffen. Die praktische Bedeutung dieser Beispiele liegt