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Full text: 69, 1941

Neuere Veröffentlichungen, 
A 
Barentsmeer im Oktober 1937, Dies war die erste 
von insgesamt vier Fahrten, die in den Jahren 1937 
and 1938 ausgeführt worden sind und fischerei- 
lichen Untersuchungen auf den Fanggründen an 
der Nordwestküste Norwegens, bei der Bäreninsel 
and im Barentsmeer galten, wo die deutsche 
Fischerei in den letzten 5 ahren vor Kriegsausbruch 
stark zugenommen hat. Da die Fischerei sich so 
zut wie ausschließlich auf wandernde Fisch- 
zschwärme stützt, galt es insbesondere eine genauere 
Kenntnis der Fischwanderungen und der diese 
bestimmenden Faktoren zu gewinnen, Die im 
Oktober 1937 ausgeführten Untersuchungen wurden 
im wesentlichen im Gebiete des flachen südöstlichen 
Barentsmeeres mit geringeren Tiefen als 200 m 
ausgeführt, nur in der Finmarken-Rinne, in der 
Süd-Rinne und in der Ostmulde wurden größere 
Tiefen erreicht; die Arbeiten betrafen in erster 
Linie biologische Fragen, wie die Verbreitung des 
Oberflächenplanktons, die Lebensverhältnisse des 
Schellfisches und des Kabeljaus, außerdem aber 
wurden hydrographische Beobachtungen auf 34 Sta- 
tionen ausgeführt, über deren Ergebnisse E. Goe- 
decke einen vorläufigen Bericht gibt, Aug den 
im tieferen Teil des Untersuchungsgebietes ge- 
wonnenen Beobachtungen läßt sich der Schluß 
ziehen, daß das auch jetzt noch vorhandene kalte 
Bodenwasser in seiner vertikalen Mächtigkeit im 
Laufe der letzten 10 Jahre stark abgenommen hat, 
was als ein Anzeichen dafür zu deuten ist, daß 
sich die in der Atmosphäre nachgewiesene Er- 
wärmung der arktischen Gebiete auch auf die 
Hydrosphäre erstrekt. 
In der letzten Arbeit geben R. Kändler und 
H. Wattenberg einige Ergebnisse von drei Unter- 
suchungsfahrten mit dem Reichsforschungsdampfer 
‚Poseidon‘ in der westlichen Ostsee Ende Februar, 
Mitte Juli und Anfang November 1938 bekannt. 
In den beiden ersten Fällen wurden Ausstromlagen 
arfaßt, im letzten Falle herrschte Einstrom in die 
Ostsee, Die Darstellungen der Verteilung des 
Oberflächensalzgehaltes zeigen eine auffallende 
Gleichmäßigkeit des Verlaufes der Isohalinen, nur 
die absoluten Werte waren sehr verschieden. Aus 
den Untersuchungen über die Verbreitung des 
Großplanktons ist bemerkenswert, daß aus dem 
Auftreten ortsfremder Formen Schlüsse auf den 
Einstrom und die Ausbreitung des Tiefenwassers 
gezogen werden konnten, B. Schulz. 
Van Veen: Is de heerschende windrichting te 
Amsterdam sedert 1700 gekrompen? (Hat sich 
die vorherrschende Windrichtung ia Amsterdam 
seit 1700 geändert?) Tijdschrift van het Kon, 
Nederl. Aardrijkskundig Genootschap. 2. Serie 
deel LVII, 1940, Aflevering 5. 
Daß sich die mittlere und gleichzeitig auch 
die vorherrschende Windrichtung seit dem Anfang 
des 18, Jahrhunderts um etwa 10 bis 20° rück- 
drehend (also auf südliche Richtung hin) geändert 
hat, ist das Ergebnis der vorliegenden Unter- 
suchung, der tägliche Windbeobachtungen seit dem 
1. Januar 1700 in Amsterdam (allerdiogs an ver- 
schiedenen Stellen beobachtet und sich dabei teil- 
weise überdeckend) zugrunde liegen, 
Da die Untersuchung an einer weniger leicht 
zugänglichen Stelle erschienen ist, sollen im fol- 
genden die 10-Jahresmittel der resultierenden Wind- 
vichtung (vektoriell berechnet) mitgeteilt werden. 
Obwohl die resultierende Windrichtung von 
Jahrzehnt zu Jahrzehnt noch ziemlich stark 
schwankt, so kann man dennoch die oben genannte 
Drehung erkennen. 
Resultierende Windrichtung 
(10-Jahresmittel) Amsterdam 
(90° — E, 180° == 8). 
700 1800 1900 
N—09 2559 257° 234° 
10—19 242 242 226 
20—29 220 244 232 
30—39 242 251 240 
40—49 257 237 
50-—59 244 241 
60—69 245 244 
70—79 255 240 
S0—89 255 240 
30—99 236 240 
Außer der resultierenden Windrichtung gibt 
ler Verfasser auch die Häufigkeitsverteilung für 
lie einzelnen Jahrzehnte, wobei diese Häufigkeits- 
Jerteilung auf beigegebenen Figuren als Windrosen 
Jargestellt werden. WVon diesen Darstellungen 
zeien. im folgenden, zu einer Figur vereinigt, die 
Figuren 48 und 4b wiedergegeben, die die Wind- 
rosen (Häufigkeitsverteilung) für die Zeiten 1700 
bis 1750 und für 1890 bis 1937 darstellen. 
Auch diese Darstellung läßt erkennen, daß 
der Wind seit der ersten Hälfte des 18. Jahr- 
hunderts zurückgedreht hat, Das Häufigkeits- 
naximum hat sich von SW nach SSW verlagert. 
Dabei hat sich die Form der Windrose aber nur 
wenig geändert. so daß man auf den Gedanken 
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zommen könnte, daß nicht eine Änderung der 
Windrichtung eingetreten ist, sondern nur eine 
Änderung des Bezugskoordinatensystems, etwa 
lerart, daß bei den Beobachtungen von 1700 bis 
1750 die Nordrichtung in Wirklichkeit nach Nord- 
ıordwest zeigte, Der Verf, diskutiert diesen Ge- 
janken, doch hält er dies für unwahrscheinlich, 
ja in diesem Falle auch die Beobachtungen in 
Zwanenburg (1743—1791) gegenüber der Reihe 
1700—1750 (beobachtet in Amsterdam, Stads- 
waterkantoor Geldersche kade) dieselbe Verschie- 
bung zeigen müßten... Außerdem zeigt auch die 
Häufigkeitsverteilung der einzelnen Windrich- 
ungen, daß seit 1700 die Häufigkeit der Nord- und 
Südwinde eindeutig zunimmt, die Häufigkeit der 
ınderen Windrichtungen aber abnimmt, wobei die 
Anderung der Häufigkeiten ziemlich stetig, nicht 
sprunghaft erfolgt, wie es ja der Fall sein müßte, 
wenn ein systematischer Fehler vorläge. — Immer- 
ıln möchte Ref. darauf hinweisen, daß die mittleren 
‚resultierenden) Windrichtungen, die sich aus den 
gleichzeitigen Beobachtungen von den Jahren 1888
	        
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