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Full text: 69, 1941

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1941. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
P. Durandin, V, Mironovitch und A, Viaut, besonders ausgeprägt, Dabei kann die Abkühlung 
Structure verticale de l’atmosphiere en automne entweder gleichzeitig in der ganzen Troposphäre 
entre les Acores et les Bermudes (d’aprös les auftreten oder zuerst in ihren unteren Schichten, 
sondages du „Carimar6“ navire metCorologique dann in der oberen — oder aber auch zuerst in der 
de PO. N.M.). Memorial de VOff, Nat, M6t. öberen Troposphäre. Ferner konnte festgestellt 
de France No, 29, publi& sous la direction de werden, daß die Fronten der gealterten „tropi- 
M. Wehrle, Paris 1938, (81 S. mit mehreren BKzierten“ Polarluft für die Vertiefung tropischer 
Tabellen und über 40 Abb.) Zyklonen eine Rolle spielen. Die „Verdopplung“ 
Der vorliegende Expeditionsbericht läßt das der Tropopause ist eine häufige Begleiterscheiaung 
französische Forschungsschiff „Carimar6e“ ale der Kaltluftvorstöße, die sich aus dem Hinzutreten 
würdigen Nachfolger der „Jacques- Cartier“ er- ijer polaren Tropopause zur tropischen erklären 
scheinen, die sich auf ihren nordatlantischen Kreuz- 'äßt, Den starken Temperaturänderungen in der 
fahrten in den Jahren etwa zwischen 1920 und 1930 Stratosphäre scheint immer eine Änderung der 
große Verdienste um die maritime Synoptik erwarb. Großwetterlage zu entsprechen, 
Wie die „Jacques-Cartier“, so sah auch die „Cari- Der zweite Teil gibt die wissenschaftliche 
mare“ in der Sammlung und Fuukverbreitung Auswertung der Höhenwindmessungen, Hier 
meteorologischer Schiffsbeobachtungen vom Ozean haben die Verf. zunächst die Beziehungen zwischen 
eine wesentliche Aufgabe; sie hat aber darüber Bodenwind und Höhenwind statistisch zu erfassen 
hinaus ein eigenes, umfangreiches aerologisches versucht. Wir erwähnen daraus nur, daß die 
Beobachtungsprogramm durchgeführt und Iropopause durch ein Maximum der Windgeschwin- 
auch diese Beobachtungen durch sofortige Ver- ligkeit ausgezeichnet ist, deren Wert durchschnitt- 
breitung für den Wetterdienst nutzbar zu machen ‚ich noch fast das Doppelte des Windes in 4 km 
versucht, Ihre Hauptaufgabe auf der Fahrt war, Höhe beträgt, 
den Einsatz der Eadiosonde bei der meteorolo- Sehr aufschlußreich ist die anschließende 
gischen Überwachung des Ozeans zu erproben, be- ıynoptische Studie über die Umkehrung der Winde 
sonders im Hinblick auf den iransatlantischen mit der Höhe, der zahlreiche genau analysierte 
Luftverkehr. Zu dem Zwecke begab sich die Wetterkarten (leider ohne Wiedergabe von Einzel- 
„Carimar6“ im August 1937 nach den Gewässern beobachtungen) beigegeben sind, Man ersieht aus 
zwischen den Azoren und Bermuden, wo sie sich ihr, daß Fälle von Ostwind bzw. Nordost- 
rom 25, August bis zum 3. November aufhielt, in wind in der oberen Troposphäre und 
rier enger begrenzten Arbeitsbereichen (zwischen Stratosphäre selbst über westlichem Un- 
etwa 33° und 44° N-Br., 38° und 45° W-Lg.) je ierwind — an der Nordseite der sub- 
etwa 16 Tage verbleibend. Im ganzen wurden iropischen Hochdruckachse -— vorkommen, 
48 Aufstiege von Radiosonden durchgeführt, die überraschend sind, andererseits aber die früher 
wovon 42 eine Höhe von 10km, 27 eine Höhe vom AKReferenten (Met, Ztschr. 1936, S, 204 ff.) 
ron 15km erreichten oder überschritten. Dazu entwickelten Anschauungen über die vertikale 
wurden 204 Höhenwindmessungen gemacht, Mächtigkeit und barische Wirksamkeit von Kalt- 
ron denen 63 eine Höhe von 5 km, 21 eine Höhe i\uftausflüssen in die Subtropen bestätigen, 
von 10km erreichten oder überschritten, Mehr Im dritten Teil werden Wolkenbeob- 
als 6500 Schiffsbeobachtungen wurden übermittelt. ıchtungen gebracht, Die Festlegung der 
Die Verfasser haben die Ko gonnODER aerolo- Wolkenuntergrenzen durch Eintauchen der Pilot. 
gischen Ergebnisse hauptsächlich vom SyROP- ballone ergibt keine merklichen Unterschiede der 
tischen Standpunkte aus gewertet, da das Material Wolkenhöhen gegen westeuropäische Verhältnisse, 
für eine statistische Bearbeitung noch zu lücken- Eine Anhangs-Untersuchung stellt am Bei- 
haft ist und da gerade die Verbindung mit der spiel des Rekordfluges von Howard Hughes, 
Wetteranalyse und -beratung sich als Aufgabe stellt der im Januar 1937 die Vereinigten Staaten von 
Der erste Teil ist den Ergebnissen der Westen nach Osten in 7%, Stunden überquerte, 
Radiosonden-Aufstiege gewidmet. Zwei Tafeln lie Wichtigkeit der Höhendruckkarten für den 
geben zunächst die Zustandskurven in zeitlicher modernen Flugverkehr heraus. In WVeutschland 
Reihenfolge, wobei die ES und die waren ‚um jene Zeit die „Höhenwetterkarten“ schon 
Tropopause mit eingezeichnet sind, Zwei weitere Wirklichkeit des praktischen Wetterdienstes ge- 
Tafeln enthalten die Isoplethen der potentiellen worden, Das Netz von Radiosonden-Stationen auf 
Temperatur nebst Höhenwinden, dazu den Luft. iem Ozean und an dessen Rändern, das die Ver- 
Iruckverlauf im Meeresniveau mit Wetter. Insser zur Sicherung des transatlantischen Luft- 
zrscheinungen und Frontdurchgängen. Es folgen lienstes in ihren Schlußfolgerungen vorschlagen 
Isoplethen-Diagramme der 24stündıgen Luftdruck- ‚a.a. ©. Fig, 37) und das auf internationale Zu- 
kaderuns und der 24stündigen Temperaturände- zammenarbeit gegründet sein sollte, kann aber 
rung vom Boden bis in die Stratosphäre, und zwaı ın dieser oder jener Form erst nach der Neuord- 
für die Zeit mit fast täglichen Radiosonden vom uaung Europas Wirklichkeit werden. 
L. Oktober bis 4. November 1937. Für diese Zeit M. Rodewald. 
sind auch auf 8 Karten die einander folgenden 
Wetterlagentypen dargestellt. 
In der Diskussion der Ergebnisse gehen die 
Verf. auf zweierlei besonders ein: auf m Kalt- 
luftrorstöße und auf die Temperatur- und 
Druckänderungen in der Substratosphäre. 
Die Kaltluftvorstöße erweisen sich hier in den 
Subtropen durchweg als von großer vertikaler 
Mächtigkeit und sind in der oberen Troposphäre 
Berichte der deutschen wissenschaftlichen Kom- 
mission für Meeresforschung. N. FF. Bd. IX. 
Heft 4. Stuttgart 1940. E. Schweizerbartsche 
Verlagsbuchhandiung. 1188. 26 Abb. im Text 
und auf, Tafeln. Preis 11 RM. broch. 
Die ersten sechs Arbeiten des Heftes behandeln 
die Ergebnisse der Forschungsfahrt des Fisch- 
dampfers „J. Hinr. Wilhelms“ in das südliche
	        
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