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Full text: 69, 1941

294 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1941. 
nicht in Frage. Mithin müssen auch bei der Berechnung des Wertes von 
Wettervorhersagen den 6; und $ (i=1...n) verschiedene Gewichte pj zuerteilt 
werden. Damit nimmt (4) unter Fortlassen der senkrechten Striche und unter 
Hinzufügen des Index i die Form an 
W = Z% 0 6. 
ZÖäh 
Die Formel (5) ist also gleichbedeutend mit (3b). Damit erübrigt sich auch 
der Ausdruck „Wert“; an seiner Stelle kann ebenfalls der Ausdruck „Güte“ ver- 
wandt werden, ohne daß dieser eine doppelte Bedeutung erhält. 
Abweichend von Köppen habe ich jedoch unter Begründung!) statt dessen 
Blindlings-Vorhersage die beste vergleichbare statistische [klimatologische?)] Vor- 
hersage verwandt. Als solche ist im allgemeinen die aus der bekannten Neigung 
des Wetters zur Erhaltung seines Zustandes abgeleitete klimatologische Vorher- 
sage zu verwenden: „Das Weiter ist in jeder Vorhersagezeit?) dasselbe wie in 
einer gleich langen, die mit dem Zeitpunkt endet, bis zu welchem durchschnitt- 
lich täglich die Wetterdienst-Vorhersage aufgestellt wird“, Die bekannte klima- 
tologische Vorhersage „Wetter morgen wie heute“ darf als vergleichbare klima- 
tologische Vorhersage nur dann benutzt werden, wenn die Wetterdienst-Vorher- 
sage unmittelbar vor Beginn der zugehörigen Vorhersagezeit gegeben wird, sonst 
aber nicht‘); also nicht für alle die Wetterdienst-Vorhersagen, die heute für 
morgen längst vor Mitternacht aufgestellt werden. 
Die Aufgabe ist, in Formel. (5) die Gewichte p; zu bestimmen. Ich drücke 
mich jetzt der Einfachheit halber so aus, als ob die Gewichte nur für Temperatur- 
Vorhersagen in Graden bestimmt werden sollten ; ich bemerke aber ausdrücklich, 
daß die folgenden Ausführungen auch für die Wetterdienst-Vorhersagen der 
Bewölkung in Zehnteln des sichtbaren Himmelsgewölbes gelten. Ob sie allerdings 
auch auf Vorhersagen der Niederschlagsmengen in Millimetern empfohlen werden 
können, halte ich für sehr zweifelhaft, 
Die Gewichte p: sind nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung 
unabhängig von den Vorhersagen selbst und auch von deren Fehlern 6 und &. 
Sie hängen allein ab vom Betrag der Temperaturänderung (a;) von heute auf 
morgen. Hierbei ist gleichgültig, ob die Änderung a; positiv oder negativ ist. 
Die Funktion, welche die Abhängigkeit der p: von den a; dargestellt, muß folgenden 
Forderungen genügen: 
A. Höheren Werten a; entsprechen höhere Werte von p;. Ist a; >> a,, so muß 
auch pz >p, sein. . 
B. Die Gewichte pi der einzelnen Vorhersagen sind absolute Zahlen. Sie 
müssen unabhängig von der für die Vorhersagen gewählten Einheit sein, Es 
müssen sich also für die p; stets dieselben Werte ergeben, gleichgültig ob z. B. 
die Temperatur -Vorhersagen in Celsius-, Fahrenheit- oder Reaumur-Graden oder 
in sonstigen Einheiten gegeben sind. 
Beiden Festsetzungen genügen die Funktionen 
(6a) Pı= 0 4-(a,:a)* (6b) p; = (c-+aj:9)f 
bei den Festsetzungen 6 °>0o und z >o. Hierin sind € und z Konstante, a; ist 
die Temperaturänderung von einem Tag zum nächsten, a ist ohne Berücksichti- 
gung der Vorzeichen die mittlere interdiurne Änderung des Zeitabschnitts, dessen 
Vorhersagen objektiv geprüft werden sollen. 
C. Das kleinste Gewicht ist gemäß A den Vorhersagen für die Tage zuzu- 
teilen, die keine Temperaturänderung gegenüber dem Vortage aufweisen, bei 
denen also der Temperaturunterschied aj=0 ist, Ist der Schätzungsfehler der 
Wetterdienst-Vorhersage für einen solchen Tag nun 0, so ist am natürlichsten 
und auch einwandfrei, den Schätzungsfehler ö, mit dem Betrage di, also mit dem 
1) Nr. 3 8.8 bis 10. — ?%) Das Eigenschaftswort „klimatologische“ kennzeichnet diese Vorhersage 
besser als das Eigenschaftswort „statistische“. — % Zeitraum, für den die Wettervorhersage gegeben 
Ya x „AUgemeinen also morgen von Mitternacht bis Mitternacht. — *%*) Nähere Begründung 
sehe Ar. in L 
(5)
	        
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