229 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1941.
erforderlich, wie er durch Bodendruckkarte und die Karten der relativen und
absoluten Topographie der 500-mb-Fläche wenigstens angenähert veranschaulicht
wird. Strömungskarten (oder Topographien) der dazwischenliegenden Schichten
erscheinen als notwendige Ergänzung. Die Prognose hat sich dann zunächst
auf die Veränderung der relativen Topographie durch die Strömung, sodann
auf die dadurch hervorgerufene Änderung der absoluten Topographie und schließ-
lich auf einen Vergleich dieser mit der absoluten Topographie des augen-
blicklichen Termins zu erstrecken. Aus der Höhentiefverlagerung, dem Schwenken
der der Krümmungsänderung der Isobaren lassen sich dann Schlüsse auf kine-
matische Druckänderungen ziehen, Eine kürzer befristete Druckänderungs-
vorhersage läßt sich aus einem Vergleich der augenblicklichen mit der vorher-
gehenden absoluten Topographie aufstellen. 15, Februar 1941
Schrifttum,
1. R. Scherhag: Zur Theorie der Hoch- und Tiefdruckgebiete, M. Z. 1934, S. 129.
2. Palmen: Aerologische Untersuchungen der atmosphärischen Störungen. Mitt, d. Met. Inst. der
Univers, Helsingfors Nr. 25, 1933.
3. Chromow-Swoboda: Einführung in die synoptische Wetteranalyse. Wien 1940, Julius
Springer. S. 69/70, .
4. R. Scherhag: Bemerkungen zur Divergenztheorie der Zyklonen, M. Z. 1936, S. 84 f,
3. A, Refsdal: Zur Thermodynamik der Atmosphäre. Selbstbesprechung, M, Z, 1933, 8.212 f,
5, P, Raethjen: Theorie der Fronten und Zyklonen. M, Z., 1933, S. 450 f.
7, V. Bjerknes: On the dynamics of the circular vortex with applications to the atmosphere and
atmospheric vortex and wave motions. Geof. Publ. Vol, II 1923 Nr, 4, insbes, Abschnitt 18,
20, 21,
8, Eine klare Darstellung der Trajektorien im Vergleich mit den Stromlinien eines bewegten Boden -
tiefs findet sich im Exner: „Dynamische Meteorologie“, Wien 1925, 8. 267,
9. Exner, a. a. 0. S. 100, .
10. R. Scherhag: Die Entstehung der im „Täglichen Wetterbericht‘ der Deutechen Seewarte ver-
Sffentlichten Höhenwetterkarte und deren Verwendung im Wetterdienst. M. Z. 1936, 8. 1.
Vorschläge zur objektiven Prüfung von Wetterdienst-Vorhersagen
der Temperatur in Graden und der Bewölkung in Zehnteln für den
nächsten Tag.
Von P. Heidke, Königsberg (Pr.).
(Hierzu Tabellentafel 19.)
Zusammenfassung: Zunächst wird der Begriff „Güte der Wetterdienst- Vorhersagen“
als zahlenmäßiger Überschuß des Erfolges der Wetterdienst-Vorhersagen über den Erfolg
der Blindlings- bzw. der klimatologischen Wettervorhersagen bestimmt und mathematisch
festgelegt. Hierbei wird berücksichtigt, daß je nach dem Maße der interdiurnen Änderung
den Vorhersagen verschiedene Gewichte zu geben sind. Deren zahlenmäßige Größe wird
abgeleitet. Zum Schluß wird das angewandte Rechenverfahren an einem Beispiel erläutert,
Die Neigung des Wetters zur Erhaltung seines Zustandes ist aus klimato-
logischen Untersuchungen bereits längst bekannt. Die Hauptaufgabe des täglichen
Wetterdienstes ist die möglichst frühzeitige Erkenntnis kommender Wetter-
umschläge und die möglichst frühzeitige Bekanntgabe des kommenden Wetters
an die Benutzer der Vorhersagen. Ein Verfahren zur Berechnung der Güte der
Wetterdienst-Vorhersagen vorzuschlagen, wenn die Vorhersagen für die Tages-
mittel der Temperatur in Celsiusgraden bzw. die der Bewölkung in Zehnteln des
sichtbaren Himmelsgewölbes gegeben sind, ist der Zweck der vorliegenden Arbeit,
Bereits 1906 hat Köppen*)!) klar ausgesprochen, 1. daß Formeln zur Be-
rechnung des zahlenmäßigen Erfolges und der zahlenmäßigen Güte von Wetter-
dienst-Vorhersagen nur unter Berücksichtigung der Gesetze der Wahrschein-
lichkeitsrechnung aufgestellt werden dürfen, 2. daß der Wert der Wetterdienst-
Vorhersagen nur nach ihrer Güte, nicht aber nach ihrem Erfolg beurteilt
werden darf. Unter Güte der Wetterdienst-Vorhersagen versteht Köppen
*) Die in den Fußnoten verzeichnete Nummer ist die Nummer des angehängten Literatur-
rerzeichnisses,
1) Nr.1 S. 349.