204 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1941,
und des Salzgehalts auf jeder einzelnen. v,-Fläche, Um die Geschwindigkeit zu
finden, muß man zur dynamischen Berechnung greifen, sobald die Voraussetzungen
hierzu: Unmerklichkeit der Reibung und der zeitlichen Änderungen, erfüllt sind,
Zur Vereinfachung hat Montgomery den Begriff des geostrophischen Potentials
— 0 +«p eingeführt, wo ® das Schwerepotential, a@ das spezifische Volumen
und p den Druck bedeuten, Bezeichnet man mit wÄ die Winkelgeschwindigkeit
des Horizonts in der jeweiligen peoRreph Chen Breite, so sind die x- und y-
Komponenten der Geschwindigkeit u = — 5a dr (9 -- ap) und v = 5a zz @® +&@p),
wo die Differenzierung entlang der Dichtefläche auszuführen ist,
Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß die Zungengestalt von
Linien gleichen Salzgebalts usw. nicht immer einen genauen Rückschluß auf
die Strömungen erlaubt (Arbeiten des Verf, 1931 und 1933, S, 2911 bis 2914), Denn
die Form der Isohalinen hängt ebensosehr vom Austausch wie vom eigentlichen
Strome ab. Ein lehrreiches Beispiel hierfür hat H, U. Sverdrup (1938) gegeben,
indem er untersuchte, was für ein Längsschnitt der Temperatur (oder des Salz-
gehalts) sich für den Atlantischen Ozean ergäbe, wenn man einmal annähme,
daß überhaupt keine Zirkulation stattfände, sondern nur waagerechter und senk-
rechter Austausch, Es überrascht, daß die dann erhaltenen Linien in großen
Zügen durchaus mit den aus der Beobachtung gefundenen und im Sinne der
Zirkulation gedeuteten übereinstimmen,
3. Ergebnisse Montgomerys. Die unterste o,;-Fläche Montgomerys (06= 27,
Abb. 2) erhebt sich von 840 m Tiefe im allgemeinen auf 400 m, steigt, aber gegen
die südamerikanische Küste auf 300 m und hart an der mittelatlantischen Schwelle
auf weniger als 200 m in einer Kuppe an, die von Strömen contra solem umgeben
w—_
4 Fr
6
N
Ka
Abb. 2. Topographie der Fläche ce, == 27 und Strömungen, aus der Topographie und sus
Salz- und Sauerstoffgehalt gefolgert, nach Montgomery.
ist. Daher befindet sich die 27-Fläche ganz unterhalb der nach Defant für die
Äquatorialströme und den Gegenstrom in Betracht kommenden Tiefe, Dieser
selbst fehlt denn auch im eigentlichen Sinne; stattdessen bewegt sich nur das
Wasser südlich der 200 m-Kuppe zeitweise nach Osten, und in 30° W-Lg. fließt
salzarmes (unter 85%.) Wasser von der Südhalbkugel nach der Gegend der
Kapverdischen Inseln; das Wasser des nordäquatorialen Unterstroms zwischen
20° und 80° N-Br. verdankt den an ihm besonders hervorgehobenen Salzreich-
tum der Beimengung von Mittelmeerwasser aus der Gibraltarstraße, Hiervon
und von der südamerikanischen Küste abgesehen, findet Montgomery im Be-
reich der Karte keine Anzeichen, die dafür sprächen, daß Wasserteilchen die
27-Fläche, entgegen seiner Voraussetzung, in senkrechter Richtung durchdringen,
Die dynamisch berechneten Geschwindigkeiten sind freilich sehr gering und
ergeben zwischen 8° und 29° N-Br. im Durchschnitt nur 1.7 cm/see,