198 Annalen der Hydrographie und Maritimem Meteorologie, Juni 1941.
geom. Breite bedeuten — berechnet und zeitigen
im Sommer die besten Werte,
11. Es wird eine Berechnung des Sommermittels
für versebiedene Orte und Jahre vorgenommen und
mit den entsprechenden Beobachtungen verglichen.
wobei die Amplitude einen Fehler von 12% nicht
überschreitet.
12, Als sicherste und genaueste Berechnung
der Phasen und Amplituden aus den angegebenen
Formeln ergibt sich als Jahreszeit der Sommer
nnd als Tageszeit der Mittag und frühe Nach:
mittag. Podszus.
Hentschel, Ernst: Die Planktonbevölkerung der
Meere um Island. Berichte der Deutschen Wissen:
schaftlichen Kommission für Meeresforschung.
N. F. Bd. X. Heft 2, E, Schweizerbart’sche Verlags
buchhandlung (Erwin Nägele), Stuttgart. 1941
In der Entwicklung einer jeden Wissenschaft
ergibt sich zwangsläufig zu einer bestimmten Zeil
die Notwendigkeit aus dem rein qualitativen
Stadium des Unterscheidens und Sichtens heraus
das Hauptaugenmerk den quantitativen Verhält
»issen zuzuwenden und demgemäß über das ein-
fache Registrieren den erheblich mehr Kleinarbeit
and Feinfühligkeit in die vorliegenden Probleme
rerlangenden Vorgang des exakten Messens zu
setzen. In der Planktonkunde ist der Kampf
Hie qualitativ (Leitformenprinzip) — hie quanti
tativ (Bevölkerungsprinzip), infolge der verschie
denen hier besonders schwierig liegenden Ver.
hältnisse heute noch immer nicht eindeulig
zugunsten des letzteren entschieden. In diesem
Wettstreit als einer der eifrigsten Verfechter der
quantitativen Arbeitsweise in der Planktonforschung
ist jedoch E. Hentschel bekannt, und es ist
zweifellos sein großes Verdienst, gerade bei deı
verwirrenden Vielfalt der planktonischen Erschei-
nungen und Formen eine praktisch brauchbare
quantitative Methode aus dem Zustand des Suchens
heraus in zäher Kleinarbeit zu dem der prak.
tischen Bewährung entwickelt zu haben,
In der vorliegenden Schrift legt E. Hentschel
einen groß angelegten zusammenfassenden Bericht
ab über die Ergebnisse, die er im Verlaufe von
zehn Jahren mit der von ihm entwickelten Me-
thodik an dem „40 my“-Plankton in den Gewässern
um Island erzielt hat, Es handelt sich hier um
die Bearbeitung und Auswertung von elf Unter
zsuchungsfahrten im wesentlichen aus den Jahren
1929 bis 1938, die sich einigermaßen gleichmäßig
über das ganze Gebiet zwischen. 58° und 72° N-Br
sowie 0° und 40° W-Lg. verteilen und zugleich
sinen Einblick in die jahreszeitliche Entwicklung
der Planktonbevölkerung gewähren,
Ausgehend von der Behandlung der plankteo-
nischen Verhältnisse auf dem Schelfgebiet im
Umkreise von Island im Verlauf der Jahreszeiten
and der linienhaften Verteilung des Planktons
längs der „Basis“, worunter E, Hentschel einen
in nordwestlicher Richtung von den Orkney-Inseln
über die Südwestspitze Islands bis an die grön-
jändische Südostküste verlaufenden Diagonalschnitt
rersteht, dringt die Schriit zu der Besprechung
der Planktonverteilung in der Fläche vor, Zu-
sammenfassend wird ein Überblick über die
charakteristischen Züge der einzelnen Teilgebiete
gegeben, wobei den Hydrographen vor allem die
Beziehungen der Planktonbevölkerung zu dem
hydrographischen Aufbau des Gesamtgebietes
interessieren dürften, In der Erkenntnis dieser
oft recht verwickelten Zusammenhänge stehen wir
allerdings in den allerersten Anfängen, Wenn wir
daher worerst auch noch nicht allzuviel greifbare
Ergebnisse in dieser Beziehung erwarten dürfen,
so scheint doch der Weg, den © Hentschel mit
seinen Untersuchungen eingeschlagen hat, durchaus
rielverszprechend. Ganz Oonders eindrucksvoll
and für die weitere Entwicklung des Verfahrens
aussich tsreich erscheinen dem Referenten die in der
Planktonforschung in dieser Art und Anzahl wohl
arstmalig dargebotenen Isoplethendarstellungen, an
Hand deren sich ein besonders übersichtliches und
„plastisches“ Bild des jahreszeitlichen Werdens
sowie der wechselseitigen Beziehungen zwischen
den einzelnen Planktonformen gewinnen läßt,
Betrachtet man die reichhaltigen Ergebnisse
der vorliegenden Zusammenfassung, so ergibt sich
ür den interessierten Leser zum Schluß von selbst.
die Frage nach der praktischen Anwendung der
gewonnenen Erkenntnisse für fischerei-biologische
Fragen, Wenn sich auch bereits eine Anzahl
enger Beziehungen dieser beiden Fachgebiete
erkennen lassen, so dürfte es aus dem oben bereits
erwähnten Grunde naturgemäß verfrüht sein,
schon jetzt nach diesen ersten tastenden Ver-
suchen besonders tief greifende und praktisch wert-
volle Ergebnisse erwarten zu wollen, Befinden wir
ans doch, um mit dem Verfasser zu reden, auf
len allerersten Sprossen der Leiter einer prak-
lischen Anwendung und nicht bereits auf den
letzten. Aber Auch die ersten Sprossen dürften
für das Hinaufsteigen von nicht minderer Be-
deutung sein, K. Kalle.
Flugzeugführung von Dr. K. Krieger, unter Mit-
wirkung von H, Bürkle und E. Steude. Ver-
lag Dr. M. Matthiesen & Co., Berlin 1940,
Pr. 3,80 RM.
Das Buch ist gleichsam ein Lehrbuch für
die Prüfung zum Verkehrsflieger und Vor-
prüfung zum Militärflieger.
Verfasser behandelt die Vorteile der ver-
schiedenen Bauarten und -formen, die Schrän-
kung (unterschiedlicher Einstellwinkel zwischen
Ober- und Unterflügel bei Doppeldeckern), die
mittragende Außenhaut usw.
Die aerodynamischen Gesetze werden
leicht faßlich dargestellt, die Profil- und Steuer-
wirkung, das Ausgleichsruder, Verminderung des
Ruderdrucks durch Verschiebung der Drehachse
les Ruders oder durch. kleioere Hilfsruder, die
Differentialsteuerung u, a,
Die 4-Taktmotoren mit Ventilen, die durch
die Nockenwelle gesteuert werden, und die 2-Takt-
motoren (ohne Ventile, nur mit Schlitzen in der
Zylinderwand), ferner alles, was zur Motorüber-
wachung und Behebung von Störungen wie
Zündungsvorgängen gehört, wird eingehend er-
3rtert, Dies gilt auch von den Flugzeug-
Instrumenten, einschließlich der selbsttätigen
Kurssteuerung, Höhen-Atemgerät und Fallschirm.
Nur kurz wird auf die Wetterberatung eingegangen.
Besonders übersichtlich ist der Abschnitt über
Navigation. 8.109 fehlt der „See“ als wichtigstes
Orientierungsobjekt im Gelände, Die Umrechnung
der Windstärke in ms (S. 120} ist zu ungenau,
z. B, Stärke 10 sind nicht 19, sondern 24 ms; die
angegebene Regel gilt nur bis Windstärke 6 {vgl.
diese Ztschr. 1939 S, 383). .
Bei der Funkpeilung als Hilfsmittel der
Navigation wäre die „Azimutgleiche“ anzuführen,
wie bei der Kartennavigation Orthodrome und
Loxodrome angegeben sind. .
Erfreulich ist, daß der Leser auch mit der
Flughafen-Organisation, dem Bahnhofsbetrieb,