Kleinere Mitteilungen,
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Gegenlicht — dunkel erscheinen, während sie sich nach Angabe aller Beobachter
dem Auge weiß oder leicht gefärbt darboten. Man erfährt dagegen nicht, ob es sich
um fünf verschiedene Entwicklungsstufen ein und derselben Trombe handelt, wie
es Einzelheiten in den Aufnahmen wahrscheinlich machen. Allerdings scheint
die zeitliche Reihenfolge der (unretuschierten) Aufnahmen, wie sie die Schrift-
leitung von Monthl. Weath. Rev, bei der Ordnung der Bilder selber angenommen
hat, nicht zu stimmen. Bei der Aufnahmerichtung und der Trombenwanderung
in östlicher Richtung müßte in Monthl, Weath, Rev. (a, a. O. S. 161) die zeitliche
Reihenfolge der Aufnahme wohl wie folgt sein: Bild 2, Bild 1, Bild 5, Bild 3,
Bild 4.
Hiervon seien auf Tafel 18 die Bilder 2, 5 und 4 wiedergegeben, also das
erste, mittlere und letzte Stadium vermutlich der gleichen Rauchtrombe.
In der ersten Abbildung ist rechts ein Teil der kompakten Masse des
schwarzen Ölrauchs sichtbar, Im Mittelgrund sieht man darunter loseren, an-
scheinend spiralig gedrehten, wirbelnden Rauch, während über dem Erdboden
als helle Säule der Staubwirbel, der Fuß der beginnenden Windhose in Er-
scheinung tritt.
Dieser Staubfuß der Trombe ist in der zeitlich folgenden, hier nicht wieder-
gegebenen Aufnahme sehr deutlich — an Umfang, Höhe und Intensität — weiter
entwickelt, Gleichzeitig sieht man am oberen Bildrande, allerdings verschwommener,
noch einen Rauchwirbel und den entstehenden oberen Trombenansatz,
In der nächsten Abbildung, die Tafel 18 bringt, sind der inzwischen ge-
bildete Schlauch der Windhose und sein oberer Ansatz gut zu erkennen, während
der untere Teil in Staub und Rauchballen verschwindet. Die letzte hier wieder-
gegebene Abbildung zeigt den schräg herabhängenden „Rüssel“ der Trombe noch
einmal recht deutlich; dieser scheint aber nicht oder nicht mehr bis zum, Erd-
boden herabzureichen. Der Trombenfuß ist dort anzunehmen, wo die helle Staub-
aufwirbelung — etwas links der Mitte des unteren Bildrandes — sich kranz-
förmig über den Boden legt.
Der bei dem Brande angerichtete Schaden wurde auf 15 Millionen Dollar
geschätzt, Wollte man naturechte Tromben studienhalber künstlich erzeugen,
bedürite es also erheblicher Mittel, und es ist noch nicht einmal gesagt, ob
nicht beim Fehlen gewisser meteorologischer Vorbedingungen (Windstärke,
Windschichtung) eines Großversuches die erhofften Windhosen ausblieben.
Martin Rodewald.
4. KXlimatographische Witterungsschilderung. Nr. 159: Deutsch-Ost-
afrika. — Aus der Sammlung des überseeischen meleorologischen Dienstes der
Deutschen Seewarte, — Witterungsverlauf während. der großen Regen-
zeit in Kibukul). Beobachtungstag: 3. April 1939.
Wir atmeten förmlich auf, Seit 12 Tagen haben wir nur für wenige Stunden
die Sonne gesehen, Wenn es auch an dem einen oder andern Tage morgens
den Anschein hatte, als ob wir wenigstens einen bescheidenen Sonnentag bekommen
sollten, so machten doch die aufsteigenden Nebel diese Erwartung bald wieder
zunichte. Nachdem gestern abend nach 18 Uhr noch 1.4 mm Niederschlag ge-
fallen waren, klärte es in der zweiten Hälfte der Nacht vollkommen auf,
6b; Über uns wolkenloser Himmel. Das Thermometer zeigt mit 14° zugleich
die Tiefst-Temperatur der Nacht an. Kaum spürbarer Luftzug aus NE. In
wunder voller Klarheit liegt die Bergwelt vor und um uns, Über dem Kamm des
Gebirges im E quellen in seiner ganzen Länge von N nach S zusammenhängende
Cu wenig hervor. In der Ebene im W liegt ein schönes Nebelmeer, aus dem
nur die höheren Bergkuppen hervorragen. Über diesem Meer glänzend weißer
Wolken stehen einige schmale Bänder hellgraubraun gefärbter Cu, Das gleiche
Bild bietet sich dem Blick durch das Mbakans-Tal nach S, nur beginnt das
Wolkenmeer erst in weiterer Entfernung (etwa 15km) von uns, und über ihm
1) Wegen der Lage der Pflanzung Kibuknu und weiterer klimatograph, Witterungsschldrg, des
Verf. z, Ann. d. Hydr. usw. 1936 8. 118, 319; 1937 8. 44, 585; 1938 8. 139, 259, 363; 1939 8. 201,
530; 19410 S, 396, 434; 1941 8. 30, 61, 100, 128,