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Full text: 69, 1941

Penndorf, R.: Die mittlere Wasserdampfverteilung auf der Erde. 181 
Winter ein anderes Bild, Bis zu etwa 25° ist ebenfalls die Nordhalbkugel feuchter, 
dann aber die Südhalbkugel. Am Äquator müssen die Unterschiede natürlich 
praktisch Null sein. Überhaupt ist die Diffe- mm ofa 
renz zwischen etwa 20°N und 20°S gering "9 
im Vergleich mit den beträchtlichen Unter- 
schieden der höheren Breiten. Suchen wir 
diesen Unterschied im Verhalten der Feuchte 
auf den beiden Halbkugeln zu erklären, so 
denken wir zunächst an die recht ver- 
schiedene Verteilung von Land und Meer auf 
der Erde, und dafür haben wir die ent- 
sprechenden Werte der Land-Meerverteilung 
in die Abb. 2 mit eingetragen®). Bis in die 
Breite von 20° ist der Unterschied der Land- 
bedeckung auf beiden Halbkugeln gering, er 
wächst erst mit zunehmender Breite. Während 
wir südlich von 35° S kaum noch Land finden, 
ist auf der Nordhalbkugel dort 40% und 
mehr mit Land bedeckt. Bekanntlich ist die 
Feuchte über dem Meer ganz anders als über 
Land, und so kommt auch diese unterschied- DE AT 
liche Verteilung auf der Erde zustande. Im 0 10. 20 30 40 5 60° 
Winter ist das Land sehr kalt, der Feuchte- ; ; 
gehalt entsprechend gering, während das Meer Öbagraphische Sraite 
immer WE, ist, und damit bleibt auch die Unterschiede der Peuehteve rteilung. im 
mittlere Feuchte höher als über dem Land, . 
Bei der Differenzbildung müssen daher die Sommer und reiten. SAsprschende 
vorwiegend über Meer gelegenen Gebiete —Danpfäruck Nordhalbkugel Juli — 
feuchter sein als die in gleicher Breite über Dampfdmek NeranaEEREL TERDAT (mr) 
Land gelegenen, Umgekehrte Verhältnisse Dampfdruck Südhalbkugel Juli (===) 
finden wir im Sommer vor. Damit sind die 8. Landbedeckung Nordhalbkugel (s.esem) 
Abweichungen der Abb. 2 erklärt. 4. Landbedeckung Südhalbkugel (— » = +) in %. 
Der Volumenanteil des Wasserdampfes ist gering, er bleibt auch in den 
Tropen im Mittel unter 3%. An einzelnen Tagen kann er natürlich wesentlich 
größere Beträge annehmen. 
Leipzig, Geophysikalisches Institut, im Januar 1941. 
Ci 
Die Kontinentalität Europas. 
Bemerkungen zu einer gleichnamigen Untersuchung von H. Berg, Köln (1). 
Von W. Dammann. 
H. Berg hat die mühevolle Arbeit unternommen, auf Grund der bekannten, 
von Dinies aufgestellten Definition der Kontinentalität k = C/M (wobei C/M den 
Quotienten aus der Häufigkeit der kontinentalen durch die der maritimen Luft- 
körper bedeutet) eine neue Karte der Kontinentalität des europäischen Klimas 
zu entwerfen, Nach Besprechung der früheren Versuche in dieser Richtung von 
Zenker, Gorezynski, Schrepfer und Bohnstedt, die die mittlere Jahres- 
schwankung der Temperatur benutzten, und von Spitaler, der in seine Formel 
noch die Sonnenstrahlung aufnahm?!), fordert B., daß man danach trachten 
müsse, „den Kontinentalitätsgrad aus einer das Klima schlechthin — als Gesamt- 
begriff — beschreibenden Angabe herzuleiten“. Diese Möglichkeit sieht B. im 
Luftkörperbegriff, 
Bezüglich der Festlegung der Luftkörper und der Anwendung der Dinies- 
schen Kontinentalitätsformel sei auf die Bergsche Arbeit verwiesen. Hier mögen 
nur die unter dem Abschnitt „Die Kontinentalität Europas im Zeitraum 1928 
bis 1937“ vorgelegten Ergebnisse einer näheren Betrachtung unterzogen werden. 
') Literaturangaben bei H, Berg (1).
	        
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