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Full text: 69, 1941

Errulat, F,: Erdmagnetische Karten für das nördliche Ostpreußen, 177 
einer Mindesttiefe von 2.6 km, wobei die Magnetisierung der Einlagerung durch 
die Suszeptibilität k = 0.03 gekennzeichnet wäre; d.h, es müßte ein Gesteins- 
körper von erheblich höherer Magnetisierung vorliegen, als sie unsere bekannten 
Eruptivgesteine aufweisen. Es würde sich dann nach Baseler um ein basisches 
Eruptivgestein handeln, welches seine hohe Magnetisierung einem besonders 
starken Magnetitgehalt verdankt. Ein solches kann aber nicht angegeben werden, 
Bei Anwendung einer von H. Haalck angegebenen Methode auf einem ein- 
gelagerten zylindrischen Körper erhält Baseler die folgenden Werte: 
a) Annahme k = 0.003 Mindesttiefe 1.2 km, 
b) » k = 0.05 ” 6.0 
©) » k=0,5 » 70 
Hierzu ist folgendes zu bemerken: 
Die Annahme a) kann als die wahrscheinlichste gelten; sie läßt sich gut 
auf basisches Tiefengestein (Gabbro, Pyroxenite) beziehen, Sie ist durch seismische 
Untersuchungen (Sprengungen) leicht nachprüfbar, Für einen solchen Versuch 
würde sich dann die Störung bei Schilleningken eignen, da unter Annahme 
gleicher Störungsursachen die Störungstiefe dann dort etwa 800 m betragen würde. 
Annahme b) setzt wiederum ein hochmagnetisches Tiefengestein voraus, das 
aber nicht angebbar ist. Die Tiefe wird dann so groß, daß ihre Nachprüfung 
mit seismischen Hilfsmitteln nicht mehr leicht ist. 
Annahme c) bezieht sich schon auf einen reinen Magnetitkörper; hier wie 
bei b) würden Schweremessungen mittels Pendel die Deutungsmöglichkeiten 
erheblich einschränken. Die Untersuchung von Baseler hatte mit den Zweck, 
festzustellen, welche Deutungsmöglichkeiten sich aus der Annahme von einge- 
lagerten Störungskörpern höherer Magnetisierung ergaben. Diese Grundannahme 
ist natürlich nicht die einzig mögliche. J, Königsberger weist darauf hin, daß 
bei der samländischen Störung auf niedriges k, etwa bis 0.01, damit auf basisches 
Gestein, nicht auf Eisenerz, zu schließen wäre, wenngleich er es nicht aus- 
schließt, daß Magnetitlinsen im basischen Gestein auftreten und lokale Anomalien 
verursachen können. Auch der Berichterstatter kam bei der Aufnahme des 
Danziger Gebietes zu der Auffassung (a. a. O. S. 26), daß es als unwahrscheinlich 
bezeichnet werden muß, daß die Störungen auf Einlagerungen zurückgeführt 
werden müssen. Im gleichen Sinne formulierte auch H. Reich seine Ansicht 
dahin, daß das Vorhandensein einer magnetischen Schicht, deren Auf und Ab 
durch Faltungen und Brüche die Störungen leichter deuten als das einzelner 
magnetischer Körper. Diese Auffassung erscheint mir durch die vorliegende 
Aufnahme im allgemeinen bestätigt, So ergibt ein N—S-Profil vom Memelstrom 
etwa über Ebenrode Jürgenrode (früher Jurgaitschen) recht eindeutig das Auf- 
ragen eines Störungsmassivs, das nach Norden scharf abgegrenzt ist (Bruchlinie!) 
and das von einer Reihe kleinerer Störungen überlagert wird, bei denen aller- 
dings die Entscheidung darüber, ob sie, wie es am wahrscheinlichsten ist, dem 
durch Bruchlinien bedingten gestaffelten Auf- und Absteigen einer störenden Platte 
zugeschrieben werden müssen, erst nach weiterer Spezialvermessung über der 
Platte und deren Rändern gefällt werden kann. Faßt man die sehr markante 
Teilstörung als einfache Überlagerung der Hauptstörung auf, dann ergibt 
sich auch nur eine Mindesttiefe von etwa 1km. Jedoch geht in jede solcher 
Deutungen immer eine vorgefaßte Annahme ein, da die Gesamtstörung und die 
benachbarten lokalen Störungsherde schwer eliminierbar sind, 
Diese Umstände legen es nahe, nachzuprüfen, ob aus anderen geophysika- 
lischen Daten oder Überlegungen heraus sich Anhaltspunkte für die Tiefe des 
Überganges von sedimentärem zum kristallinem Material gewinnen lassen. 
P. Lupp!®) hat aus den in Groß-Raum erhaltenen Registrierungen gewisser Ein- 
sätze bei den Vorläuferwellen von Erdbeben geschlossen, daß diese Grenze in 
etwa 3 km Tiefe unter Groß-Raum liegt. Das N—S-Profil von der Küste des 
Kurischen Haffs über Groß-Raum, östlich Königsberg Pr., die Störungen von 
Wickhbold und Preuß. Eylau bis zur Alle läßt bei Preuß. Eylau eine schwache, 
26, Diss, Kgb., Mitt, d. Geophys, Warte Nr. 18, 1933. 
Ann. d. Hydr. usw. 1941, Heft V1.
	        
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