Errulat, F,: Erdmagnetische Karten für das nördliche Ostpreußen, 177
einer Mindesttiefe von 2.6 km, wobei die Magnetisierung der Einlagerung durch
die Suszeptibilität k = 0.03 gekennzeichnet wäre; d.h, es müßte ein Gesteins-
körper von erheblich höherer Magnetisierung vorliegen, als sie unsere bekannten
Eruptivgesteine aufweisen. Es würde sich dann nach Baseler um ein basisches
Eruptivgestein handeln, welches seine hohe Magnetisierung einem besonders
starken Magnetitgehalt verdankt. Ein solches kann aber nicht angegeben werden,
Bei Anwendung einer von H. Haalck angegebenen Methode auf einem ein-
gelagerten zylindrischen Körper erhält Baseler die folgenden Werte:
a) Annahme k = 0.003 Mindesttiefe 1.2 km,
b) » k = 0.05 ” 6.0
©) » k=0,5 » 70
Hierzu ist folgendes zu bemerken:
Die Annahme a) kann als die wahrscheinlichste gelten; sie läßt sich gut
auf basisches Tiefengestein (Gabbro, Pyroxenite) beziehen, Sie ist durch seismische
Untersuchungen (Sprengungen) leicht nachprüfbar, Für einen solchen Versuch
würde sich dann die Störung bei Schilleningken eignen, da unter Annahme
gleicher Störungsursachen die Störungstiefe dann dort etwa 800 m betragen würde.
Annahme b) setzt wiederum ein hochmagnetisches Tiefengestein voraus, das
aber nicht angebbar ist. Die Tiefe wird dann so groß, daß ihre Nachprüfung
mit seismischen Hilfsmitteln nicht mehr leicht ist.
Annahme c) bezieht sich schon auf einen reinen Magnetitkörper; hier wie
bei b) würden Schweremessungen mittels Pendel die Deutungsmöglichkeiten
erheblich einschränken. Die Untersuchung von Baseler hatte mit den Zweck,
festzustellen, welche Deutungsmöglichkeiten sich aus der Annahme von einge-
lagerten Störungskörpern höherer Magnetisierung ergaben. Diese Grundannahme
ist natürlich nicht die einzig mögliche. J, Königsberger weist darauf hin, daß
bei der samländischen Störung auf niedriges k, etwa bis 0.01, damit auf basisches
Gestein, nicht auf Eisenerz, zu schließen wäre, wenngleich er es nicht aus-
schließt, daß Magnetitlinsen im basischen Gestein auftreten und lokale Anomalien
verursachen können. Auch der Berichterstatter kam bei der Aufnahme des
Danziger Gebietes zu der Auffassung (a. a. O. S. 26), daß es als unwahrscheinlich
bezeichnet werden muß, daß die Störungen auf Einlagerungen zurückgeführt
werden müssen. Im gleichen Sinne formulierte auch H. Reich seine Ansicht
dahin, daß das Vorhandensein einer magnetischen Schicht, deren Auf und Ab
durch Faltungen und Brüche die Störungen leichter deuten als das einzelner
magnetischer Körper. Diese Auffassung erscheint mir durch die vorliegende
Aufnahme im allgemeinen bestätigt, So ergibt ein N—S-Profil vom Memelstrom
etwa über Ebenrode Jürgenrode (früher Jurgaitschen) recht eindeutig das Auf-
ragen eines Störungsmassivs, das nach Norden scharf abgegrenzt ist (Bruchlinie!)
and das von einer Reihe kleinerer Störungen überlagert wird, bei denen aller-
dings die Entscheidung darüber, ob sie, wie es am wahrscheinlichsten ist, dem
durch Bruchlinien bedingten gestaffelten Auf- und Absteigen einer störenden Platte
zugeschrieben werden müssen, erst nach weiterer Spezialvermessung über der
Platte und deren Rändern gefällt werden kann. Faßt man die sehr markante
Teilstörung als einfache Überlagerung der Hauptstörung auf, dann ergibt
sich auch nur eine Mindesttiefe von etwa 1km. Jedoch geht in jede solcher
Deutungen immer eine vorgefaßte Annahme ein, da die Gesamtstörung und die
benachbarten lokalen Störungsherde schwer eliminierbar sind,
Diese Umstände legen es nahe, nachzuprüfen, ob aus anderen geophysika-
lischen Daten oder Überlegungen heraus sich Anhaltspunkte für die Tiefe des
Überganges von sedimentärem zum kristallinem Material gewinnen lassen.
P. Lupp!®) hat aus den in Groß-Raum erhaltenen Registrierungen gewisser Ein-
sätze bei den Vorläuferwellen von Erdbeben geschlossen, daß diese Grenze in
etwa 3 km Tiefe unter Groß-Raum liegt. Das N—S-Profil von der Küste des
Kurischen Haffs über Groß-Raum, östlich Königsberg Pr., die Störungen von
Wickhbold und Preuß. Eylau bis zur Alle läßt bei Preuß. Eylau eine schwache,
26, Diss, Kgb., Mitt, d. Geophys, Warte Nr. 18, 1933.
Ann. d. Hydr. usw. 1941, Heft V1.