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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1941.
Die sechs mit der Aufnahme 1935 gemei
Yaralaıehs gemeinsamen Punkte ergeben folgenden
Station—Groß-Raum (in +)
1
Stationen
1.1980 | „2 1935
€. Ordn.)
Differenz (2—1)
—£ 7
1 27
415 (infolge baulicher Veränderung der nächsten
An ist der Vergleich unbrauchbar,
Auc. DD ond J sind stark verändert! _
Die Linienführung erfolgte in beiden Karten in Stufen von 200», Dieses
Intervall erwies sich als notwendig, da bei geringerer Abstufung die Linien in
den Störungsgebieten schon im Maßstabe 1: 300 000 nicht mehr gut lesbar werden.
Zum Zwecke der Reproduzierbarkeit der Karten für weitere Bearbeitung
wird in der Tafel 17 ein Nachweis der Lage der Stationen, der Differenzen
ihrer H und Z gegen Groß-Raum sowie ihrer Störungen in Z gegeben. Dieses
Material bildet gemeinsam mit den auf 8. 173 £ genannten Messungsergebnissen
die Grundlage für die Karten, Die dort genannten Systeme wurden, bis auf das
von Wickbold und Danzig, vom obigen Netz mehrfach überschnitten; das System
Wickbold hat mit denen vom westlichen Samland, Stadtgebiet Königsberg und
von Preuß. Eylau eine Reihe gemeinsamer Punkte, so daß sich die Anschlüsse
befriedigend bewerkstelligen ließen, Das System von Danzig ist über Groß-Raum
direkt angeschlossen und außerdem durch den Punkt 82 der Aufnahme 1, Ord-
nung von 1901 mit unserer Aufnahme verbunden,
Die Karten zeigen eine Reihe gestörter Zonen in Z und H, die alle im
wesentlichen von Nordwesten nach Südosten verlaufen, also etwa parallel der
von A. Tornquist angegebenen Linienführung 2), Andeutungen eines fast ortho-
gonal hierzu verlaufenden Störungssystems sind auch vorhanden, treten aber
gegenüber dem Hauptsystem zurück, Aus der Deklinationskarte?!?) läßt sich
schließen, daß im Süden der Provinz, westlich des Spirdingsees ein Störungs-
gebiet auftritt, in welchem etwa NNO—SSW-Linien vorherrschen. Hierüber wird
die von der Geologischen Landesanstalt durchgeführte Aufnahme näheren Auf-
schluß geben. Die erdmagnetischen Störungen in Nordosten, Norden und Westen
der Provinz zeigen auf jeden Fall eine Anordnung, welche die Züge der tieferen
tektonischen Anlage trägt. ;
Zur Erfassung der Tiefenlage der Störungskörper liegen Versuche vor von
H, Haalck,*) O. Baseler (a, a. O.), J. Königsberger!), H. Reich?) und dem
Verfasser. Haalck stützt sich auf die Messungen des Verfassers bei Danzig und
kommt zu dem Ergebnis, daß die tatsächlichen Verhältnisse innerhalb zweier
Grenzen liegen können. Grenzfall a): Aufragen des kristallinen, gleichmäßig
magnetisierten Untergrundes von etwa 8 km Tiefe, von Süden rasch ansteigend
bis zu 600 m herauf, nach Norden langsam wieder absinkend; Grenzfall b): im
horizontal gelagerten kristallinen Untergrund won 10 km Tiefe ein nach Norden
mit 50° einfallendes Lager von Magneteisen von 600 m Mächtigkeit. Haalck
nimmt jedoch an, „daß die wirkliche geologische Ursache der Störung näher dem
ersten als dem zweiten Grenzfall liegt, und daß sowohl ein höheres Heraufragen
des Grundgebirges als auch das Vorhandensein stärker magnetisierbarer Erup-
tive zusammenwirkt.“ Baseler legt seiner Untersuchung der Anomalie von
Preuß. Eylau eine von J. Königsberger angegebene Methode zugrunde, Unter
der Annahme eines rotationsellipsoidischen, eingelagerten Körpers kommt er zu
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4, A, Tornquist: Sitz-Ber, Pr. Ak, d, Wiss,; math.-phys. K]. 38, 1917. — 2) Vgl. die Karte
der Störungen, bearbeitet von A. Schmidt in; Veröff, d. Preuß, Met. Instit, Nr, 318, Berlin 1922,
und die kürzlich von F. Burmeister bearbeitete Karte der erdmagaetischen Mißweisung für die
Epoche 1940.0 im Maßstabe 1:1 000000) aus dem Verlage Dietrich Reimer, Berlin. — 12) Ztechr, €
Geophysik, 6, 1930, 8, 129ff,, und in Wien-«Harms, Handbuch der Experimentalphysik, Bd. 25,
Nm u“ S. 3781. — 14) Ger]. Beitr, 19, 1928, 8. 241f. — 71%) Ua. in Angewandte Geophysik, 1,
1933, 8, 36,