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Full text: 69, 1941

Jensen, Chr.: Strahlungsmessungen ia Lindenberg, 
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im Spätsommer und Herbst 1913 in Lindenberg ausgeführten Struhlungsmessungen 
zum Vergleich mit Potsdamer Messungen heranzuziehen?). In beiden Fählen 
handelt es sich offenbar um nicht auf mittlere O-Entfernung reduzierte Werte. 
Es kamen leider nur sieben zwischen dem 30. 8. und 27, 10. bei praktisch gleicher 
O-Höhe gewonnene Wertepaare in Frage; es ergab sich ein mittlerer positiver 
Überschuß Potsdam über Lindenberg von 0.096 g cal, Auch aus sonstigen indi- 
rekten Vergleichen ergab sich ein geringer positiver Überschuß von Potsdam 
über Lindenberg, so daß man wohl die zunächst etwas gering erscheinenden 
Lindenberger Maiwerte als reell ansehen darf, — Ich habe schließlich versucht, 
ein Urteil darüber zu gewinnen, ob und wieweit sich die in Tab. 8 zum Vergleich 
mit den Lindenberger Werten herangezogenen Potsdamer Strahlungswerte nor- 
malen Maiwerten nähern, Zu dem Knde verglich ich den aus sieben Werten 
berechneten, einer durchschnittlichen ©-Höhe von 28.5° (die ©-Höhen schwanken 
zwischen 27.3° und 28.9°) zugehörigen Kal.-Wert von 1.048 mit den durch ge- 
eignete Interpolation aus einer von W, Marten?) angegebenen Tabelle gefundenen 
Werten für die nämliche ©-Höhe, Aus dem Material 1914—1923 (Reihe 1) ergab 
sich 1.046, aus 1907—1915 (Reihe 2) 1.050 und aus 1907—1923 (Reihe 3} 1.040, 
Die Abweichung von dem für 1918 geltenden Wert ist also recht gering. 
Zwischen Juni und Anfang September konnten nur wenige Vertrauen 
erweckende Messungen durchgeführt werden, Tab, 9 gibt die durch leichte Inter- 
polation gefundenen Werte von 5° zu 5° ©-Höhe wieder. Die Zahl der im 
gleichen Zeitraum in Potsdam durchgeführten Messungen ist außerordentlich 
gering, Dort wird für eine ©-Höhe von 26.6° am 11,6.p 1.008 angegeben, am 
22, 8. für eine C©-Höhe von 28.6° 0,907, für den 29. 10. p bei einer O-Höhe von 
23.7° 1.185. Auch hieraus geht ein Plus für Potsdam hervor; es ist dabei aber 
zu bedenken, daß es sich in Potsdam um ganz vereinzelte Messungen handelt. 
Für den 29, 10. a u. p liegen nur Messungen bei je zwei O-Höhen vor?). 
Schon vor längerer Zeit fand ich, daß die absoluten Schwankungen der 
O-Strahlungsintensität von Tag zu Tag, und zwar vor allem die der Gesamt- 
intensität, abhängig von der C)-Höhe sind, und zwar in dem Sinne, daß sie mit 
geringer werdender Höhe, d.h, mit zunehmender Luftmasse, zunehmen, Auch 
die relativen Schwankungen, d. b. die prozentischen Anteile der absoluten 
Schwankungsgröße an der im Durchschnitt der in Frage kommenden Beob- 
achtungsperiode bei der betreffenden ©-Höhe herrschenden Strahlungsintensität, 
nehmen mit steigender Sonne ab. Daraus ist aber an sich noch keine Aussage 
über die Realität der Erscheinung zu machen, Man ersieht das ohne weiteres 
aus der Tatsache, daß die relative Schwankung wegen der im allgemeinen gültigen 
Zunahme der Strahlungsintensität mit der ©-Höhe auch schon unter Voraus- 
setzung für alle Sonnenhöhen konstanter absoluter Schwankungsgröße mit 
steigender Sonne abnimmt. Dagegen legt die Tatsache der entsprechenden 
Abnahme der absoluten Schwankung den Gedanken der Realität des Phänomens 
nahe, Auch aus dem Bouguerschen Gesetz kann die ausgeprägte Tendenz 
der Abnahme der absoluten Schwankungen mit abnehmender Luftmasse nicht 
erklärt werden, selbst wenn man es mit homogenem Licht zu tun hat, auf 
welche es streng genommen nur angewandt werden kann, Mein erster wohl nahe- 
liegender Gedanke war der, daß für besagte Schwankungen wesentlich die unteren 
Luftschichten in Frage kommen, deren Durchsichtigkeit in besonders hohem 
Grade von Veränderungen des Wasser- und Staubgehalts sowie von der wechselnd 
starken Schlierenbildung abhängt. Die weitere Verfolgung des Gedankens gab 
ich zunächst aus Mangel an Material auf: auf Grund meiner Anregung konnte 
‘) Die Arbeiten d. Königl, Preuß, Obs., Lindenberg im Jahre 1913, Bd, 9, 365—370, — 2) Siche 
W. Marten, Veröff, Preuß, Met. Inst, Nr. 336, Abhbandlgn. Bd. VIMI, Nr. 4, 1926, Tab, 1, — Zu 
bedeuken ist — siehe dazu W, Marten, Met. Zıschr. 37, 254, 1920 —, daß bei den Martenschen 
Tabellen die durch die Katmaitrübung gestärten Werte zwischen Juni 1912 und Ende Juni 1914 aus- 
gelassen sind, — % Die Werte am 29, a und p wurden bei sehr ruhiger Luft mittels des Pyrheliometers 
gewonnen, Marken gibt für die Höhe 23,5% am 29, p den verbälınismäßig hohen Wert 1.185 g cal. 
an; offensichtlich handelt es sich aber nur um eine einzige Messung. Meine Werte 0.992 und 1.027 
vom 29, 108 entsprechen 2 bzw. 10, die vom 29. 10,.p 11 bzw. 8 Einstellungen, 
Ann. dd. Hydr. usw. 1941. Heft I.
	        
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