Jensen, Chr.: Strahlungsmessungen ia Lindenberg,
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im Spätsommer und Herbst 1913 in Lindenberg ausgeführten Struhlungsmessungen
zum Vergleich mit Potsdamer Messungen heranzuziehen?). In beiden Fählen
handelt es sich offenbar um nicht auf mittlere O-Entfernung reduzierte Werte.
Es kamen leider nur sieben zwischen dem 30. 8. und 27, 10. bei praktisch gleicher
O-Höhe gewonnene Wertepaare in Frage; es ergab sich ein mittlerer positiver
Überschuß Potsdam über Lindenberg von 0.096 g cal, Auch aus sonstigen indi-
rekten Vergleichen ergab sich ein geringer positiver Überschuß von Potsdam
über Lindenberg, so daß man wohl die zunächst etwas gering erscheinenden
Lindenberger Maiwerte als reell ansehen darf, — Ich habe schließlich versucht,
ein Urteil darüber zu gewinnen, ob und wieweit sich die in Tab. 8 zum Vergleich
mit den Lindenberger Werten herangezogenen Potsdamer Strahlungswerte nor-
malen Maiwerten nähern, Zu dem Knde verglich ich den aus sieben Werten
berechneten, einer durchschnittlichen ©-Höhe von 28.5° (die ©-Höhen schwanken
zwischen 27.3° und 28.9°) zugehörigen Kal.-Wert von 1.048 mit den durch ge-
eignete Interpolation aus einer von W, Marten?) angegebenen Tabelle gefundenen
Werten für die nämliche ©-Höhe, Aus dem Material 1914—1923 (Reihe 1) ergab
sich 1.046, aus 1907—1915 (Reihe 2) 1.050 und aus 1907—1923 (Reihe 3} 1.040,
Die Abweichung von dem für 1918 geltenden Wert ist also recht gering.
Zwischen Juni und Anfang September konnten nur wenige Vertrauen
erweckende Messungen durchgeführt werden, Tab, 9 gibt die durch leichte Inter-
polation gefundenen Werte von 5° zu 5° ©-Höhe wieder. Die Zahl der im
gleichen Zeitraum in Potsdam durchgeführten Messungen ist außerordentlich
gering, Dort wird für eine ©-Höhe von 26.6° am 11,6.p 1.008 angegeben, am
22, 8. für eine C©-Höhe von 28.6° 0,907, für den 29. 10. p bei einer O-Höhe von
23.7° 1.185. Auch hieraus geht ein Plus für Potsdam hervor; es ist dabei aber
zu bedenken, daß es sich in Potsdam um ganz vereinzelte Messungen handelt.
Für den 29, 10. a u. p liegen nur Messungen bei je zwei O-Höhen vor?).
Schon vor längerer Zeit fand ich, daß die absoluten Schwankungen der
O-Strahlungsintensität von Tag zu Tag, und zwar vor allem die der Gesamt-
intensität, abhängig von der C)-Höhe sind, und zwar in dem Sinne, daß sie mit
geringer werdender Höhe, d.h, mit zunehmender Luftmasse, zunehmen, Auch
die relativen Schwankungen, d. b. die prozentischen Anteile der absoluten
Schwankungsgröße an der im Durchschnitt der in Frage kommenden Beob-
achtungsperiode bei der betreffenden ©-Höhe herrschenden Strahlungsintensität,
nehmen mit steigender Sonne ab. Daraus ist aber an sich noch keine Aussage
über die Realität der Erscheinung zu machen, Man ersieht das ohne weiteres
aus der Tatsache, daß die relative Schwankung wegen der im allgemeinen gültigen
Zunahme der Strahlungsintensität mit der ©-Höhe auch schon unter Voraus-
setzung für alle Sonnenhöhen konstanter absoluter Schwankungsgröße mit
steigender Sonne abnimmt. Dagegen legt die Tatsache der entsprechenden
Abnahme der absoluten Schwankung den Gedanken der Realität des Phänomens
nahe, Auch aus dem Bouguerschen Gesetz kann die ausgeprägte Tendenz
der Abnahme der absoluten Schwankungen mit abnehmender Luftmasse nicht
erklärt werden, selbst wenn man es mit homogenem Licht zu tun hat, auf
welche es streng genommen nur angewandt werden kann, Mein erster wohl nahe-
liegender Gedanke war der, daß für besagte Schwankungen wesentlich die unteren
Luftschichten in Frage kommen, deren Durchsichtigkeit in besonders hohem
Grade von Veränderungen des Wasser- und Staubgehalts sowie von der wechselnd
starken Schlierenbildung abhängt. Die weitere Verfolgung des Gedankens gab
ich zunächst aus Mangel an Material auf: auf Grund meiner Anregung konnte
‘) Die Arbeiten d. Königl, Preuß, Obs., Lindenberg im Jahre 1913, Bd, 9, 365—370, — 2) Siche
W. Marten, Veröff, Preuß, Met. Inst, Nr. 336, Abhbandlgn. Bd. VIMI, Nr. 4, 1926, Tab, 1, — Zu
bedeuken ist — siehe dazu W, Marten, Met. Zıschr. 37, 254, 1920 —, daß bei den Martenschen
Tabellen die durch die Katmaitrübung gestärten Werte zwischen Juni 1912 und Ende Juni 1914 aus-
gelassen sind, — % Die Werte am 29, a und p wurden bei sehr ruhiger Luft mittels des Pyrheliometers
gewonnen, Marken gibt für die Höhe 23,5% am 29, p den verbälınismäßig hohen Wert 1.185 g cal.
an; offensichtlich handelt es sich aber nur um eine einzige Messung. Meine Werte 0.992 und 1.027
vom 29, 108 entsprechen 2 bzw. 10, die vom 29. 10,.p 11 bzw. 8 Einstellungen,
Ann. dd. Hydr. usw. 1941. Heft I.